Wettbewerb um 30-Millionen-Forschungsauftrag Cyberagentur wählt Teilnehmer für Hochsicherheitsprojekt aus

Von Nicola Hauptmann

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Die Agentur für Innovation in der Cybersicherheit (Cyberagentur) hat das Auswahlverfahren für ihren bislang größten Forschungsauftrag begonnen: 19 nationale und internationale Anbieter stehen im Wettbewerb.

In ihren Projektskizzen haben die 19 Bewerber beschrieben, wie sie neue Fähigkeiten der operativen Cybersicherheit entwickeln wollen. Aus diesen Angeboten muss die Jury nun die sechs innovativsten Lösungsvorschläge auswählen
In ihren Projektskizzen haben die 19 Bewerber beschrieben, wie sie neue Fähigkeiten der operativen Cybersicherheit entwickeln wollen. Aus diesen Angeboten muss die Jury nun die sechs innovativsten Lösungsvorschläge auswählen
(© Michael Traitov – stock.adobe.com)

Mit dem Forschungsthema „Existenzbedrohende Risiken aus dem Cyber- und Informationsraum – Hochsicherheit in sicherheitskritischen und verteidigungsrelevanten Szenarien“ hat die Cyberagentur im Juni ihr bisher größtes Projekt gestartet. Ziel des mit 30 Millionen Euro dotierten Forschungsauftrags sei es, neue Fähigkeiten der operativen Cybersicherheit zu entwickeln, um die Innere und Äußere Sicherheit in Deutschland auf zukünftige Bedrohungen im digitalen Raum vorzubereiten, erklärt Projektleiter Dr. Gerald Walther: „Wir erwarten Forschungsergebnisse, die die Resilienz der Behörden und Kritischer Infrastrukturen in der Cybersicherheit erhöhen.“

Projektleiter Dr. Gerald Walther
Projektleiter Dr. Gerald Walther
(© Andreas Stadtler/Cyberagentur)

Die Bewerber für eine Projektteilnahme sollten sich auf Probleme und Fragestellungen der Prävention, Detektion, Reaktion und Attribution konzentrieren – in einer ganzheitlichen Betrachtung. Dieser holistische Ansatz macht den besonderen Anspruch des Projektes aus, wie Walther an anderer Stelle erläutert.

Dass die Ausschreibung auf große Resonanz stoßen würde, zeichnete sich bereits bei der Q&A-Online-Session Ende Juni 2022 ab, an der gut achtzig Personen teilnahmen. Insgesamt gingen während der Angebotsphase über 100 Fragen im Projektraum der Vergabeplattform ein. Über das Interesse zeigt sich der Projektleiter nicht überrascht: „Die existenzbedrohenden Risiken aus dem Cyber- und Informationsraum sind nicht nur ein brandaktuelles Thema, sondern müssen zukunftsorientiert betrachtet werden.“

Zum Ende der Angebotsphase am 23. August haben schließlich 19 Wettbewerber ihre Projektskizzen eingereicht. Da die Teilnehmer auch Konsortialpartnerschaften eingegangen sind oder Unterauftragnehmer eingebunden haben, sind insgesamt 32 Forschungseinrichtungen, Universitäten oder Hochschulen, eine Behörde und 42 privatwirtschaftlich organisierte Unternehmen beteiligt, darunter auch 10 internationale Teilnehmer aus Frankreich, den Niederlanden, Österreich, Dänemark, Estland und Israel, meldet die Cyberagentur.

Nur die Besten kommen weiter

Die nächsten Schritte sind bestimmt durch das besondere, wettbewerbsbasierte Ausschreibungsverfahren: „Mit dieser vorkommerziellen Auftragsvergabe (Pre-Commercial Procurement, PCP) lassen wir über die kommenden 5 Jahre die verschiedenen Forschungsansätze der Teilnehmer in vier Phasen miteinander konkurrieren, um die innovativste Forschung voranzutreiben“, so Walther. Das heißt, am Ende jeder Phase werden die Lösungen bewertet und die innovativsten ausgewählt. Diese Auswahl übernimmt eine Jury aus Mitgliedern der Cyberagentur und Vertretern der gesamtgesellschaftlichen Sicherheitsvorsorge.

Die Beauftragung der sechs Teilnehmer für die erste Projektphase ist für Ende Oktober/Anfang November geplant.

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