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Digital fatal statt eGovernment Computer-Chaos nach Software Update bei der NRW-Polizei

Redakteur: Gerald Viola

Kein Witz: Nur weil die Polizei in Nordrhein-Westfalen seit Jahren die Akten nicht nur digital, sondern auch parallel in Papierform an die Staatsanwaltschaft übermittelt, können rund 100.000 Ermittlungsverfahren von der Staatsanwaltschaft überhaupt verfolgt und weiterbearbeitet werden. Ein Hoch auf den Medienbruch?

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Polizei NRW: Papier statt eAkte
Polizei NRW: Papier statt eAkte
( Foto: vio )

„Wir brauchen dringend ein neues Vorgangsbearbeitungssystem“, fordert der Landeschef der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Erich Rettinghaus, und bestätigte einen Bericht der „Bild“-Zeitung. Das 2003 eingeführte System mit dem Namen „Integrationsverfahren Polizei“ (IGVP) sei völlig überlastet, sodass die Beamten wieder zu Bleistift und Papier greifen müssten. „So kann man eigentlich nicht mehr arbeiten“, sagte Rettinghaus.

Schuld – so das Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD) in Duisburg – sei ein Software Update von Anfang Oktober. Behördensprecherin Inka Gieseler-Wehe bestätigte, dass am nächsten Tag die erste Probleme aufgetreten seien. Allerdings: Nur die elektronische Datenübertragung an die Staatsanwaltschaften mache Probleme.

„Das wird von den Kreispolizeibehörden nun in Schichten nachgeholt“, sagte Gieseler-Wehe. Täglich würden bis zu 6.000 Vorgänge übermittelt. „Wir rechnen damit, dass wir innerhalb der nächsten Woche den Rückstau komplett aufgearbeitet haben.“

Allerdings gingen die Dokumente ohnehin parallel in Papierform an die Staatsanwaltschaft ...

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