IDC-Zahlen zum deutschen Cloud-Markt

„Cloud wird zum de-facto-Modell“

| Autor / Redakteur: Ariane Rüdiger / Regina Willmeroth

DevOps-Methoden ­verbreiten sich

Bei der Anwendungsentwicklung verbreiten sich DevOps-Methoden und machen sich, so Zacher, als Kulturbruch bemerkbar. Das zeigt sich an den Antworten auf die Frage nach vorhandenen Kenntnissen im Cloud-Umfeld. Sie sind nämlich bei DevOps relativ zu anderen Feldern am wenigsten weit entwickelt. Nur 41 Prozent schätzen ihre Kenntnisse auf diesem Sektor als gut oder sehr gut ein, während es bei Themen wie Budgetierung, Kostenkontrolle oder Lizenzmanagement an die oder gar über 70 Prozent sind.

Laut Zacher erweist sich die neue Programmiermethodik übrigens als ausgesprochen flexibel. Da sie sich mit Hilfe neuer Tools auch im Mainframe-Bereich anwenden lässt, dürfte Cloud jedenfalls nicht den Abschied vom Mainframe aus softwaretechnischen Gründen forcieren. Bei der Auswahl eines geeigneten Partners für die Cloud-Transition, also die technische ­Realisierung einer Cloud-Implementierung, setzt die Hälfte der IT- und Fachbereichsspezialisten auf persönliche Beratung direkt durch Anbieter oder Partner.

Etwa ein Drittel der Befragten aus IT und Fachbereich richtet sich nach persönlichen Empfehlungen. IT-Spezialisten suchen zusätzlich Informationsveranstaltungen der Anbieter auf, studieren Analystenbewertungen und Internetplattformen, besuchen Messen, Ausstellungen und Konferenzen – alles Dinge, die Fachbereichs-Spezialisten weit seltener angeben. Den geringsten Rang nehmen Rankings und Benchmarks ein.

Die Service Provider scheinen ihren Job überwiegend gut zu machen. 71 Prozent ihrer Kunden sehen ihre Anforderungen ganz oder überwiegend erfüllt. Etwas widersprüchlich scheint dem gegenüber, dass gleichzeitig 65 Prozent sagen, sie würden bei einem anderen Transformationsprojekt gern auch mit einem anderen oder neuen Anbieter zusammenarbeiten.

Das lässt sich laut Zacher auf unterschiedliche Weise interpretieren: „Es könnte auf besonders harten Wettbewerb hindeuten, aber auch darauf, dass es sich einfach um neue Services handelt, die der bisherige Anbieter nicht im Programm hat.“ Eines sei jedenfalls klar und decke sich auch mit den Prognosen von IDC, betonte Lynn-Kristin Thorenz, Senior Director Research & Consulting, IDC: „Der Markt wird neu durchgemischt.“

Multi-Cloud und Industry Collaborative Cloud

Nachdem in den vergangenen Jahren vor allem die Begriffe Private, Public und Hybrid Cloud strapaziert wurden, tauchen nun zwei neuere Kreationen am Horizont auf: die Multi-Cloud und die Industry Collaborative Cloud (ICC). Multi-Cloud bedeutet das, was Anbieter wie VMware schon lange verkünden, was aber in der Praxis noch nicht so recht zu klappen scheint: die selbstverständliche Nutzung der Dienste mehrerer Cloud Service Provider parallel und das einfache Verlagern von Diensten von einem Service Provider zum anderen.

Der Begriff Industry Collaborative Cloud bezieht sich auf Anbieter, die zum Beispiel IoT-Anwendungen für die Perfektionierung ihrer eigenen Produktion entwickelt haben und nun daran gehen, diese auch anderen Unternehmen aus derselben Branche als IT-Service aus der Cloud anzubieten. Dieses Thema soll in zwei Jahren in Europa größere Relevanz bekommen, allerdings könnte man die Ansätze von Siemens mit Mindsphere oder auch die Schritte, die Bosch in Richtung IoT-Service geht, durchaus schon unter diesen Begriff fassen.

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