Deutsche und europäische Cloud-Initiativen

Cloud-Standards made in Germany

| Autor / Redakteur: Oliver Schonschek / Florian Karlstetter

Deutsche und europäische Initiativen für einheitliche Cloud-Standards.
Deutsche und europäische Initiativen für einheitliche Cloud-Standards. (© bluedesign - Fotolia.com)

Ausgehend von den hohen deutschen Datenschutzanforderungen gibt es eine Reihe deutscher Cloud-Initiativen, die an einer Standardisierung mitwirken. Auch auf EU-Ebene gibt es entsprechende Pilot-Projekte. Die daraus resultierenden Entwicklungen tangieren auch den Public Sector.

Cloud-Dickicht statt Cloud-Standard: Ein verlässlicher Rechtsrahmen kann bestehende Unsicherheiten für die Nutzung von Cloud Computing vermindern und so seine Attraktivität erhöhen, so das Aktionsprogramm Cloud Computing, herausgegeben vom Bundeswirtschaftsministerium im Jahr 2010. Diese Aussage hat an Aktualität nichts verloren. Dabei mangelt es nicht an Bemühungen um eine Standardisierung im Cloud-Bereich, im Gegenteil.

Mehr als 150 technische, betriebswirtschaftliche und rechtliche Standards hat die Forschungsgruppe Cloud Computing in der FZI Außenstelle Berlin identifiziert. Für Cloud-Anwender und Cloud-Provider bietet diese Fülle an Standards jedoch keine Orientierung, sondern vielmehr droht eine Verwirrung und Verzettelung.

Cloud-Standards könnten gerade kleinen und mittleren Organisationen helfen

Die Arbeit an einer weiteren Standardisierung im Cloud Computing lohnt sich, wie zum Beispiel das Positionspapier „Empfehlungen für den Cloud Computing-Standort Deutschland“ (PDF) von Bitkom und Voice (Verband der IT-Anwender e.V.) erklärt: Cloud-Standards helfen gerade mittelständischen Unternehmen, die Implementierungs- und Integrationskosten von Cloud Computing zu verringern, eine gewisse Provider-Unabhängigkeit sicherzustellen, die Audit- und Governance-Prozesse transparenter zu machen und zu erleichtern, die Sicherheits- und Geschäftsrisiken zu verringern und damit das Vertrauen in Cloud Computing zu stärken.

Standardisierungsbedarf sieht das Positionspapier insbesondere in Bezug auf die Bereitstellung von Daten in offenen Formaten für Datenmigration, die Portabilität von Daten zwischen den verschiedenen Cloud-Typen untereinander (Private, Hybrid und Public Clouds) und für Cloud-Backup-Lösungen, zur Sicherstellung eines einfachen Anbieterwechsels sowie in Bezug auf Service-Level-Agreements und Allgemeine Geschäftsbedingungen.

Cloud-Initiativen für Anwender und Anbieter

Verschiedene Cloud-Initiativen versuchen Cloud-Anwendern eine Unterstützung bei der Auswahl und Bewertung von Cloud-Diensten zu bieten und verleihen Gütesiegel, Awards und Zertifikate im Cloud-Umfeld. Ein Beispiel ist die Initiative Cloud Services Made in Germany.

Teilnehmen können hier nur Cloud-Anbieter, die in Deutschland gegründet wurden und dort den Hauptsitz haben, Verträge mit Service Level Agreements (SLA) nach deutschem Recht schließen, deren Gerichtsstand für alle vertraglichen und juristischen Angelegenheiten in Deutschland liegt und die für Kundenanfragen einen lokal ansässigen, deutschsprachigen Service und Support zur Verfügung stellen.

Die Initiative „GERMAN CLOUD“ möchte dabei helfen, dass die Daten von Cloud-Kunden nach deutschen Sicherheitsrichtlinien gespeichert und verarbeitet werden. Cloud-Anbieter können sich einer Prüfung unterziehen. Das Audit überprüft die Datenhaltung und -verarbeitung nach deutschen Vorgaben wie dem Bundesdatenschutzgesetz (BDSG).

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