BITBW: Zentrale IT-Behörde für Baden-Württemberg

CIO soll frischen Wind in die Landesverwaltung bringen

| Redakteur: Manfred Klein

Um die geplanten Einsparungen umsetzen zu können, wird man erst einmal in die IT-Infrastruktur investiert müssen. Welches Finanzvolumen ist hierfür vorgesehen?

Zinell: Die IT-Neuordnung soll für den Landeshaushalt soweit wie möglich kostenneutral durchgeführt werden. Dies soll durch eine schrittweise Bündelung der Landes IT in der BITBW erreicht werden. Bereits jetzt gibt es mit dem Informatikzentrum Landesverwaltung Baden-Württemberg (IZLBW) und dem Landeszentrum für Datenverarbeitung (LZfD) große, zentrale IT-Dienstleister in der Landesverwaltung. IZLBW und Teile des LZfD werden den Kern der BITBW bilden.

Für die Migration der übrigen IT der Landesverwaltung ist vorgesehen, im Rahmen der Migrationsplanung jeweils günstige Übergangszeitpunkte für einzelne Verfahren beziehungsweise Systeme festzulegen. Die Migration eines lokal bei einer Dienststelle gespeicherten Datenbestands auf Servern der BITBW könnte beispielsweise zu dem Zeitpunkt sinnvoll sein, zu welchem die planmäßige Neubeschaffung des File-Servers bei der Dienststelle ohnehin ansteht.

Der zu bestellende Landes-CIO soll unbedingt aus der Wirtschaft kommen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass solche Kandidaten oft Probleme mit den verwaltungstypischen Regularien haben; auch fehlt Ihnen der „Stallgeruch“, was mitunter dazu führte, dass die einzelnen Ressorts versuchten, sie auszubremsen. Da es auch einen Präsidenten im BITBW geben soll, erhebt sich zudem die Frage, ob der CIO auch noch Herr im eigenen Haus ist. Wie soll der künftige CIO hier unterstützt werden?

Zinell: Wir wollen ganz bewusst einen Landes-CIO, der aus der Wirtschaft kommt, um von dort innovative Ideen und „frischen Wind“ in die IT der Landesverwaltung zu bringen. Jemand der die nötige Flexibilität besitzt, sich in einem großen Wirtschaftsunternehmen zurechtzufinden, wird auch seinen Platz in der Landesverwaltung behaupten können.

Ergänzend zum CIO soll ein CIO-Lenkungskreis etabliert werden, in welchem Entscheidungsträger aller Ressorts vertreten sind. Zusätzliche wird der CIO bei seiner täglichen Arbeit durch einen eigenen Mitarbeiterstab mit entsprechender Erfahrung in der Landesverwaltung unterstützt werden.

Primäre Aufgabe des Landes CIO ist die strategische Entwicklung und Koordination der Landes IT. Die Landes IT soll in der BITBW verdichtet werden. Dementsprechend führt der CIO die Aufsicht über die BITBW, er greift aber nicht in das operative Tagesgeschäft ein. Daneben kommen jedoch zahlreiche weitere strategische Aufgaben auf den CIO zu. Die Modernisierungsmöglichkeiten im Rahmen des heutigen eGovernment reichen nach unseren Vorstellungen sehr weit.

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