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CIFS | Common Internet File System | CIFS-Netzwerkprotokoll

| Redakteur: Gerald Viola

Das Common Internet File System (CIFS) ist ein Netzwerkprotokoll für den Remote File-Access. Dieser Industriestandard sieht vor, dass lokale Programme von entfernten Computern über

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( Archiv: Vogel Business Media )

Das Common Internet File System (CIFS) ist ein Netzwerkprotokoll für den Remote File-Access. Dieser Industriestandard sieht vor, dass lokale Programme von entfernten Computern über ein Ethernet-Netzwerk Dateien und Services anfordern können. CIFS mit dem integrierten Server Message Protocol (SMB) ist Microsofts Antwort auf die Anforderung, einen gemeinsamen Zugriff auf freigegebene Ordner (Shares) zu realisieren.

CIFS basiert auf dem Client-Server-Programmiermodell und wird vor allem innerhalb von verteilten Windows-Umgebungen benutzt. In der Grafik ist dargestellt, welcher Aufwand betrieben werden muss, um mit wenigen Kommandos auf einem entfernten Rechner auf eine Datei zugreifen zu können.

Dazu muss ein Client-Programm auf einem entfernten Server ein Programm starten, das fähig ist, die Dateiliste in einem freigegeben Ordner mit allen Attributen an den Client zu übermitteln. Danach kann der Client auf dem Share alle Dateioperationen wie „öffnen, schließen, lesen, schreiben, suchen, Zugriff sperren/entsperren“ auf seinem eigenen Rechner durchführen.

CIFS und SMB

CIFS ist eine „aufgebohrte“ Version des Server Message Block Protocol (SMB), das ebenfalls von Microsoft stammt. Das SMB-Protokoll ist in den aktuellen lokalen Netzwerken für den Dateizugriff und Druckdienste weit verbreitet.

Wie auch das SMB-Protokoll läuft CIFS in einer höheren Schicht und nutzt das TCP/IP-Protokoll des Internets. CIFS wird als Ergänzung für bestehende Internet-Anwendungsprotokolle wie das File Transfer Protocol (FTP) und das Hypertext Transfer Protocol (HTTP) betrachtet.

CIFS wie auch SMB sind seit Windows 95, also über viele Windows-Generationen hinweg, immer wieder überarbeitet worden und haben durch die Rückwärtskompatibilität sehr viel programmiertechnischen Balast angehäuft. Im Laufe des Jahres 2012, abhängig vom Erscheinungstermin des Windows Server 8, wird auch das aktuelle Release SMB 2.1 auf die Version 2.2 angehoben.

Wichtige Funktionen

  • Optimierung für langsame Modem-Verbindungen
  • Unterstützung von anonymen Transfers wie auch über autentifizierte Verbindungen
  • CIFS ist eng mit dem Betriebssystem verwoben
  • Die Unicode-Dateierweiterung arbeitet mit allen Zeichensätzen
  • Anwender können auch Global Name Spaces ohne das Mounten des Remote File Systems benutzen
  • CIFS ergänzt das HTTP-Protokoll, so dass File sharing und File transfer eleganter als beim FTP-Protokoll erfolgen können.

Linux et al

In Linux-Umgebungen findet man sogenannte Samba-Server, die das SMB-Protokoll nachbilden und so die Dateidienste von Windows zugänglich machen. Schwierigkeiten für SAMBA resultieren zum Einen aus unterschiedlich granularen Zugriffsrechten in der Windows- und Linux-Welt. Zum Anderen gibt es zeitliche Verzögerungen beim Nachvollzug der neuen Programmversionen aus dem Hause Microsoft. CIFS gibt es auch für Unix-, VMS- und Macintosh-Rechner wie auch für den IBM LAN Server. In reinen Unix-Umgebungen verwendet man das NFS-Protokoll (Network File System), das analoge Dateidienste bietet.

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