Suchen

Neue Top Level Domains Chancen für Kommunen und Bundesländer beim eGovernment?

| Redakteur: Manfred Klein

Bisher endeten Internetadressen zumeist auf .de, .uk, .org. Nach dem Willen der internationalen Internetverwaltungsbehörde ICANN soll sich das bald ändern. Diese hat nämlich kürzlich entschieden, auch Endungen wie .bayern, .muenchen und dergleichen mehr zuzulassen. Das hat Konsequenzen auch für eGovernment.

Firmen zum Thema

Die neuen Top Level Domains eröffnen Kommunen weitere Möglichkeiten im eGovernment
Die neuen Top Level Domains eröffnen Kommunen weitere Möglichkeiten im eGovernment
( Archiv: Vogel Business Media )

eGovernment Computing hat beim Bundesinnenministerium nachgefragt. „Die Federführung des Themas Neue Top Level Domains liegt beim Bundeswirtschaftsministerium. Das Bundeswirtschaftsministerium vertritt die Interessen der deutschen Gebietskörperschaften über das GAC (Government Advisory Committee) bei der ICANN“, heißt es dazu.

Und weiter: „Einen Teilbereich dieses Themas stellen die neuen regionalen Top Level Domains (regTLDs) dar. Hierunter fallen Namen von Ländern oder Städten. Aus diesem Grund sind sie für die Öffentliche Verwaltung von Interesse. Die Bundesregierung wird die neuen Möglichkeiten zu gegebener Zeit prüfen und danach auch entscheiden, ob eine eigene Top-Level Domain für Seiten der Bundesregierung sinnvoll ist. Bereits heute sind Inhalte von Regierungsstellen gebündelt und für die Nutzer eindeutig identifizierbar abrufbar. So sind etwa Seiten der Bundesregierung unter .bund.de finden.“

Für die Länder und Kommunen habe der Verein Deutschland-Online Infrastruktur Netz (DOI-Netz e.V.), der bis Ende 2011 für den Aufbau und den Betrieb des Verbindungsnetzes der Öffentlichen Verwaltung zuständig war, auf Bitten des Arbeitskreises der eGovernment-Staatssekretäre aus Bund und Ländern, die Koordination der Aktivitäten zu den neuen regTLDs übernommen.

Auf der Grundlage der Ergebnisse einer Arbeitsgruppe aus Vertretern von Bund, Ländern und Kommunen zum Thema regTLDs, die heute durch das Bundesinnenministerium koordiniert werde, seien die wesentlichen Ergebnisse in einem Leitfaden zusammengefasst worden.

Dieser Leitfaden behandele unter anderem folgende Themen:

  • 1. Ablauf des Bewerbungsprozesses
  • 2. Vergaberechtliche Aspekte bei der Behandlung von Bewerbungen durch Provider und bei der Erstellung eines „Letters of Support“
  • 3. Muster für einen „Letter of Support“
  • 4. Eckpunkte für einen Vertrag zwischen Provider und Gebietskörperschaft
  • 5. Mindestanforderungen an Provider
  • 6. Ansätze für Black Lists

Die Ergebnisse der Arbeitsgruppe bildeten eine wesentliche Grundlage für die Vorbereitung des Bundeswirtschaftsministeriums, um die deutschen Interessen im GAC gegenüber ICANN zu positionieren und durchzusetzen. Die Arbeitsgruppe werde fortgeführt.

In einigen Bundesländern ist man schon mit der Umsetzung beschäftigt. So wollen in Bayern gleich zwei Gesellschaften, die Punkt Bayern GmbH und die Bayern Connect GmbH, eine .bayern-Domain betreiben. Zuvor allerdings müssen sie via Ausschreibung noch die Bayerische Staatsregierung überzeugen. Denn geografische Top Level Domains vergibt die ICANN nur, wenn die jeweilige Gebietskörperschaft ihr Einverständnis erklärt hat.

Laut der dotBerlin GmbH & Co. KG, die sich um eine eigene .Berlin-Adresse bemüht, lohnt sich eine eigene Adresse für Kommunen ab einer Einwohnerzahl von 500.000. Trotz der anfallenden ICANN-Gebühren von 185.000 Dollar.

(ID:2052123)