Von der ITK-Messe zum Business-Festival

CEBIT 2018

| Redakteur: Wilfried Platten

Einmal klicken: Der kleine grüne Eck-Bubble unten links, das ist der „Planet Reseller“.
Einmal klicken: Der kleine grüne Eck-Bubble unten links, das ist der „Planet Reseller“. (Bild: Deutsche Messe AG)

Liebling, ich habe den Planeten geschrumpft: Aus dem wuseligen zentralen Planet Reseller wird 2018 ein offener Randbereich für den ITK-Channel auf der CEBIT. Offiziell startet die Messe in diesem Jahr am 12. Juni und endet am 15. Juni.

Die vielleicht wichtigste Nachricht für alle Messe-Besucher gleich vorab: die „neue“ CEBIT öffnet erst ab 10 Uhr Ortszeit die Pforten. Und das ist aus gleich mehreren Gründen sinnvoll. Da sind zum einen die versprochenen Abend-Events auf dem d!campus, die ein längeres Ausschlafen ratsam erscheinen lassen. Der d!campus soll mit Streetfood und Livemusik unter dem Expo-Dach das „emotionale Herzstück“ des neuen Business-Festivals bilden. Und da sind andererseits die drastisch geschrumpften Hallenflächen, die bei weitem nicht mehr so viel zeitraubende „Laufarbeit“ erfordern.

Wie das Schaubild zeigt, umfasst das Ausstellungsgelände nur noch die Halle 9 sowie die beiden Hallenkomplexe 11 bis 13 und 14 bis 17. Die CRM-Halle 9 wird dominiert vom SaaS-Pionier Salesforce, der gleich noch die zwischen den Hallen 9 und 11 liegende Freifläche okkupiert und zum Saleforce-Park umfunktioniert hat.

In der angrenzenden Halle 11 könnte es laut werden, denn hier geht es laut offiziellem Hallenplan um das Thema Consumer Electronics. Ein Blick auf die Ausstellerliste zeigt jedoch, dass hier fast ausschließlich chinesische Firmen von Aikun China Electronics bis Zhuai iSmart Digital eingebucht haben. Es wird spannend sein, zu sehen, wie sie das Thema CE interpretieren und welche Lösungen sie im Gepäck haben.

Da könnte die ein oder andere Überraschung schlummern. Und dies ist vielleicht auch der Grund, warum in dieser Halle auf eine d!talk-Bühne verzichtet wird.

Der Planet ist geschrumpft

Die Halle 12 bündelt so seriöse Themen wie Security, Datacenter, Mobility, Server und Storage. Zu den prominentesten Ausstellern gehören Fortinet, HP, Plusserver, Rohde & Schwarz, Rittal, Schneider Electric und Symantec. Aber auch hier sind erstaunliche viele chinesische Firmen vertreten.

Für den ITK-Channel besonders interessant ist die Halle 13, auch wenn vom alten Planet Reseller nur noch eine nicht mehr separierte Ecke für Channel & Distribution übrig geblieben ist. Trotzdem ist eine illustre Reihe von Distributoren vertreten, darunter Acmeo, Also, Api, Bluechip, COS Computer, Pilot, Tarox und Wick Hill.

Die Halle 13 ist gleichzeitig auch Schauplatz für die Themen IoT/M2M und Communications & Networks. Angekündigt haben sich dafür unter anderem die Hersteller Barracuda, Commvault, Fujitsu, Huawei, Kaspersky, Lancom, LG und Nfon.

Im Hallenkomplex 14 bis 17 tummeln sich Anbieter zu den Themenschwerpunkten Workspace 4.0 & Collaboration, eGovernment, Software Architecture & Development, Open Source, Cloud Applications, Data Analysis und Data Management, aber auch zum Querschnittsthema Human Resources.

Diese Hallen 11 bis 17 sind insgesamt der Teil der neuen CEBIT, der am ehesten noch an die „alten Zeiten“ erinnert. Er repräsentiert die d!conomy, also eine der vier Säulen auf denen das Business-Festival in Hannover ruht. „Dieser Eindruck täuscht nicht“, so Messesprecher Hartwig von Saß. „Auch die neue CEBIT wird viele bewährte alte Messe-Elemente haben.“

Gegenüber 2017 hat sich in diesem Teil thematisch nur wenig geändert. Vergleicht man ihn mit den Schwerpunkten des vergangenen Jahres, dann ist als größerer Themenblock lediglich Data Analysis hinzugekommen.

Drohen, Roboter und Startups

Das teilweise in die Hallenstrukturen integrierte Vortrags- und Konferenzformat d!talk ist im Prinzip die Verschmelzung der bisherigen CEBIT-Foren mit den bekannten Global Conferences. Auf rund zehn Bühnen sollen im Lauf der Messe jeweils zwischen 200 und 500 Redner auftreten. Entsprechende Plattformen finden sich auch in den Hallen 26 und 27, in denen es um d!tec geht, eine weitere Säule des CEBIT-Konzepts. Während sich in Halle 26 alles um Robotik und Drohnen dreht, ist die Halle 27 das Biotop für Startups mit „disruptiven Geschäftsmodellen“. Gerade sie sollen der Messe frisches Blut bringen und neuen Glanz verpassen. Zu den Informations- und Diskussionsveranstaltungen zählen in erster Linie:

  • themenspezifische Panels mit Repräsentanten von Startups, Politik und Investoren
  • der Investors Club für vertrauliche Finanz- und Finanzierungsgespräche, der für Investoren kostenpflichtig ist (300 Euro)
  • das tägliche Startup-TV mit einer rund einstündigen Sendung an jedem Messenachmittag und
  • der Founders Fight Club, bei dem sich Gründerköpfe vor einem Experten-Gremium dem „unternehmerischen Wortgefecht“ stellen.

Insgesamt rechnet die Messegesellschaft in Hannover mit 2.500 bis 2.800 Ausstellern und knapp 200.000 Gästen dieses Jahr. Im vergangenen März waren es noch über 3.000 Aussteller und mehr als 200.000 Besucher gewesen.

Diese Bescheidenheit ehrt die Messe AG. Aber sie konterkariert sich darin selbst, wenn Messechef Oliver Frese im Vorfeld vollmundig verkündet, die CEBIT sei „schon vor ihrem Start ein Erfolg.“ Auch wenn er betont, die Veranstaltungen seien nicht vergleichbar, so muss sich die CEBIT doch erst noch beweisen und vor allem am gleichnamigen Vorgänger messen lassen. Und der hat quantitativ und qualitativ hohe Maßstäbe gesetzt. Immerhin reden wir nach wie vor über die größte ITK-Messe der Welt. Und das soll sie auch bleiben

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