Neue IT-Berater-Rahmenverträge für den Bund Bundesverwaltung kauft Know-how für eGovernment

Redakteur: Manfred Klein

Das Beratungsangebot des Bundes­verwaltungsamtes (BVA) für Bundesbehörden soll auch in Zukunft durch den Einsatz externer Beratungsleistungen ergänzt werden. Mit dem Rahmen­vertrag zur „Qualitätssicherung in IT-Projekten“ ist dazu der erste Schritt getan. Eine ganze Reihe von weiteren Verträgen soll in den kommenden Monaten folgen.

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Der Bund kauft Beraterleistungen für eGovernment
Der Bund kauft Beraterleistungen für eGovernment
(Foto: Texelart - Fotolia.com)

Allein dieser erste Vertrag hat einen Umfang von geschätzten 17.000 Personentagen und ist in vier Leistungssegmente aufgeteilt:

» Qualitätssicherung zum Projektmanagement

Durch zielgerichtete Maßnahmen der konstruktiven und analytischen Qualitätssicherung soll für ein IT-Projekt sichergestellt werden, dass die Projektorganisation, -steuerung und -durchführung zur Erreichung der Projektziele methodisch und effizient ausgestaltet sind. Konzeptionelle Leistungen sind bis auf begründete Ausnahmefälle auf Produkte beziehungsweise Arbeitsinhalte des Qualitätsmanagements gemäß V-Modell XT beschränkt.

» Qualitätssicherung zum Entwicklungsprozess

Mit den Beratungs- und Unterstützungsleistungen soll die technische Qualität von IT-Lösungen sichergestellt werden. Der Schwerpunkt liegt auf der inneren Qualität einer IT-Lösung (Verständlichkeit, Wartungs-, Erweiterungs- und Änderungsfreundlichkeit) aus Sicht des Entwicklers.

» Qualitätssicherung bei Tests und Abnahme

Das Leistungssegment soll die effiziente und aussagekräftige Verifikation der beschafften beziehungsweise erstellten IT-Systeme und gegebenenfalls ihrer Integration in die bestehende IT-Umgebung des Bedarfsträgers sicherstellen.

» Qualitätssicherung der Gebrauchstauglichkeit (Usability)

Darüber hinaus soll für individuell entwickelt e oder angepasste IT-Systeme sichergestellt werden, dass die einschlägigen Richtlinien zur Gebrauchstauglichkeit und Barrierefreiheit bei Konzeption, Entwicklung und Test ausreichend berücksichtigt werden.

Zur Erbringung dieser Beratungsleistungen hat das Bundesbeschaffungsamt (BeschA) als Auftraggeber gleichlautende Rahmenverträge mit drei IT-Dienstleistungsunternehmen geschlossen, welche jeweils alle vier Leistungssegmente abdecken:

» Sogeti Deutschland GmbH mit capgemini Deutschland GmbH als Unterauftragnehmer,

» msg systems ag mit der EITCO GmbH, der ifib GmbH und der ifib consult GmbH als Unterauftragnehmer und

» Accenture GmbH.

Die weiteren Rahmenverträge werden gestaffelt in mehreren Durchgängen ausgeschrieben und lösen sukzessive die 2009 geschlossenen Verträge (Drei-Partner-Modell) ab.

Diese wurden erst kürzlich bis zum 31. März 2014 verlängert. Damit soll sichergestellt werden, dass die Bedarfsträger durchgängig auf Beratungsleistungen zurückgreifen können. Sobald aber ein neuer – speziellerer – Rahmenvertrag zu einer Dienstleistung abgeschlossen wurde, darf ausschließlich dieser genutzt werden.

Darüber hinaus sollen im Laufe des Jahres neue Rahmenverträge für folgende Beratungsleistungen abgeschlossen werden:

» IT-Strategie- und Top-Managementberatung (voraussichtlich ab Juli),

» Projektmanagement (voraussichtlich ab September),

» IT-Netz-Infrastrukturen (voraussichtlich ab Oktober).

Wobei allein der Rahmenvertrag zur IT-Strategie- und Top-Managementberatung auf einen Umfang von 14.000 Personentagen geschätzt wird.

Ab Anfang 2014 soll das Beratungsangebot des BVA im Drei-Partner-Modell durch den Abschluss weiterer Rahmenverträge komplettiert werden. Hierzu sollen gehören:

  • Gesamtunterstützung von IT-Projekten,
  • Architekturmanagement,
  • IT-Standards und offene Standards,
  • Organisationsberatung (inkl. Risikomanagement, Shared Services und CRM),
  • IT-Basisdienste (u. a. VBS/DMS, Open Source Software, Middleware, Identity Management),
  • Verwaltungsmodernisierung (u. a. Changemanagement, neue Steuerungsinstrumente, Qualitätsmanagement, demografiesensibles Personalmanagement).

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