Cyber-Attacke mit „Regin“

Bundeskanzleramt wird mit Spionage-Trojaner angegriffen

| Redakteur: Manfred Klein

Der Regin-Angriff zeigt, dass sich auch befreundete Dienste nach wie vor abhören
Der Regin-Angriff zeigt, dass sich auch befreundete Dienste nach wie vor abhören (Foto: Archiv)

Von wegen friedliche Weihnachtszeit. Medienberichten zufolge ist das Bundeskanzleramt in der vergangenen Woche Opfer einer Cyber-Attacke geworden. Eine Mitarbeiterin soll ihren Dienstrechner aus Versehen über einen USB-Stick mit dem Spionage-Trojaner „Regin“ infiziert haben. Die Rechner in der Behörde sollen jedoch nicht gefährdet gewesen sein.

Laut den Medienberichten soll eine Mitarbeiterin des Bundeskanzleramts eine Dokument auf dem USB-Stick gespeichert haben, um zuhause auf dem eigenen Laptop weiterarbeiten zu können. Am folgenden Arbeitsstag habe sie dei Datei wieder auf ihren Bürorechner spielen wollen. Dabei habe das Virenschutzprogramm den Trojaner enttarnt. Daraufhin seien alle Rechner im Bundeskanzlewramt überprüft worden. Dieser Version widerspricht allerdings die Regierung. Ein solches Angriffsmuster habe es nicht gegegeben.

Dafür verweist die Regierung darauf, dass die vergesehenen Sicherheitsmechanismen gegriffen hätten.

Widersprüchliche Informationen gibt es auch zum Zeitpunkt des Angriffs. Neben einem jüngst erfolgten Angriff gibt es auch die Variante, der Angriff sei bereits im November erfolgt.

Inzwischen löst der Vorfall auch politische Reaktion aus. So erklärt Die Linke:„Der erneute Spionageangriff, diesmal direkt auf das Kanzleramt, zeigt, dass sich seit Snowden nichts an der Praxis der Dienste geändert hat. Das ist auch kein Wunder. Weder sorgt die Bundesregierung auf internationalem Terrain dafür, dass den Diensten Einhalt geboten wird, noch hat sie ein Interesse daran, dass sich die deutschen Geheimdienste beschränken“, erklärt der stellvertretende Vorsitzende der Fraktion Die Linke, Jan Korte.

Es sei nun dringend geboten, die Umstände zu ermitteln und herauszufinden, wer hinter dem Spionageangriff steckt. Der für die Spionageabwehr zuständige Verfassungsschutz sollte Anfang des Jahres den Innenausschuss informieren.

Regin ist der Spionage-Software, die zuerst im Jahre 2008 von sich Reden machte. Die Komplexität der Spionagesoftware lässt den Schluss zu, dass staatliche Geheimdienste die Auftraggeber und Betreiber sein dürften. Als Kandidaten werden in den Medien die US-amerikanische NSA und der britische GCHQ genannt.

Zu den Opfern gehören unter anderem der belgische Telefonanbieter Belgacom, der belgische Kryptograph Jean-Jacques Quisquater und die EU-Kommission in Brüssel.

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