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Bundeskabinett beschließt Gesetzentwurf zur De-Mail

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Die Authentisierung

Den Fragen nach der Sicherheit der De-Mail hält man beim BMI das umfangreiche Authentisierungsverfahren der De-Mail entgegen. So sollen sich die Nutzer an ihrem De-Mail-Konto mit unterschiedlichen Sicherheitsniveaus anmelden können. Zum einen ist das bekannte Benutzername/Passwort-Verfahren vorgesehen. Für das Passwort ist dabei ein gewisses Komplexitätsniveau vorgeschrieben. Für die Versandoptionen „persönlich“ oder „absenderbestätigt“ ist ein höheres Authentisierungsniveau notwendig, das die Anmeldung mit „Besitz“ und „Wissen“ erfordert. Für diese sichere Anmeldung sollen unterschiedliche Verfahren eingesetzt werden können. Der elektronische Personalausweis müsse zudem bei allen De-Mail-Anbietern für eine Anmeldung am Konto zugelassen sein, die Auswahl weiterer verwendeter Mechanismen soll dem Diensteanbieter obliegen. Das BSI erarbeitet derzeit Kriterien, die für eine Anmeldung am De-Mail-Konto auf dem Niveau hoch erfüllt sein müssen.

Das Geschäftsmodell

Die Preise soll jeder Anbieter individuell im Wettbewerb um die Kunden festlegen. Da es auch den De-Mail-Providern darum gehe, möglichst viele Kunden zu akquirieren, sei davon auszugehen, dass die Preise auch für die Bürger attraktiv sein werden, ist man im BMI überzeugt.

Um Schriftsätze und andere Dokumente rechtswirksam an Gerichte und Behörden elektronisch zu übermitteln, setzen Rechtsanwälte und Notare, die oft mit Gerichten kommunizieren, häufig das Elektronische Gerichts- und Verwaltungspostfach (EGVP) auf Basis von OSCI ein. Für die Nutzung des EGVP ist die Installation einer entsprechenden Client-Software und des Java Runtime Environments erforderlich. Für die qualifizierte elektronische Signatur werden darüber hinaus Signaturkarte und Lesegerät benötigt.

Für die genannten Berufsgruppen stellt dies zwar eine Einstiegshürde dar, die aber aufgrund der Häufigkeit der Nutzung auf eine gewisse Akzeptanz trifft.

Keine EGVP-Konkurrenz

Anders sei die Situation bei Personen, die nur hin und wieder der Notwendigkeit unterliegen, vertraulich, fälschungssicher und verbindlich elektronisch zu kommunizieren, rechtfertigt das BMI die Notwendigkeit der De-Mail. Diese seien in der Regel nicht bereit, zusätzliche Software zu installieren, sondern wollen ihre vertrauten Systeme, wie eMail-Clients und Webbrowser, auch weiterhin nutzen. Dieser Personenkreis werde künftig De-Mail nutzen.

Anwälte kommunizieren also künftig häufig mit ihren Mandanten per De-Mail und mit dem Gericht per OSCI und EGVP. Um zu vermeiden, dass Anwälte dabei zwei technologisch verschiedene Kommunikationskanäle bedienen müssen, könnten spezialisierte De-Mail-Provider ihren Kunden im Justizbereich die Anbindung an die De-Mail-Infrastruktur etwa über ein OSCI/De-Mail-Gateway ermöglichen, so die Planung. In diesem Fall könne der Anwalt mithilfe seines OSCI-Clients (EGVP) auch in den De-Mail-Verbund kommunizieren.

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