Difu-Studie ServiceStadt Berlin

Bundeshauptstadt bekennt sich zum Service-Gedanken

02.12.2009 | Redakteur: Manfred Klein

Laut Difu-Studie muss Berlin seine eGovernment-Projekte mehr vernetzen
Laut Difu-Studie muss Berlin seine eGovernment-Projekte mehr vernetzen

Im Senatsprogramm „ServiceStadt Berlin“ sind insgesamt 105 Einzelprojekte zu verschiedenen Reformaspekten der Berliner Verwaltung gebündelt. Darunter finden sich so prominente Vorhaben wie der Ausbau des Berlin-Telefons zur Servicenummer 115 im Rahmen des Aktionsplans Deutschland-Online oder die Vorhaben im Bereich Online-Bürgerdienste. Die Koordination des Programms liegt bei der Senatsverwaltung für Inneres und Sport, die auch den Auftrag für die vom Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) erstellte Studie „ServiceStadt Berlin 2016“ erteilt hat.

Die Studie ist dabei ein Baustein dieses Rahmenprogramms, der jedoch im Unterschied zu den anderen Vorhaben eine übergreifende Perspektive ermöglichen soll. Im Kern soll die Frage beantwortet werden: Wie muss sich die Berliner Verwaltung vor dem Hintergrund sich verändernder Rahmenbedingungen und bei der bereits stark reduzierten und weiter sinkenden Beschäftigtenzahl aufstellen, um auch in zehn Jahren noch die von ihr erwarteten Leistungen erbringen zu können.

Herr Schneider, welche Zielsetzung verfolgt die Studie ServiceStadt Berlin 2016?

Schneider: Die Studie hatte mehrere Zielsetzungen. Zum einen sollte ein Überblick über die relevanten Rahmenbedingungen und ihre Veränderungen geschaffen werden. Darüber hinaus sollten die Zusammenhänge zwischen der öffentlichen Leistungserbringung und diesen Rahmenbedingungen dargestellt werden. Daneben gab es ganz konkrete Untersuchungsfragen, zu denen die Studie Aussagen treffen sollte. Das Land Berlin wollte beispielsweise wissen, wann und wo zukünftig bestimmte Serviceangebote erbracht werden sollen und wie die Interaktion zwischen den Akteuren aussehen wird.

Obwohl die Studie bereits im Mai vorgestellt wurde, geht man beim Difu davon aus, dass die Relevanz und Wirksamkeit der Studie sich erst noch in ihrer ganzen Breite zeigen wird. Wie ist das zu verstehen, und welche Konsequenzen ergeben sich daraus – für Berlin, aber auch für das Difu?

Schneider: Gegenstand der Studie ist im Prinzip das gesamte Leistungsangebot, das die Berliner Verwaltung und darüber hinaus zum Beispiel Eigenbetriebe gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern sowie den Unternehmen erbringen. Aus der Vielzahl und Unterschiedlichkeit dieser Leistungen ergab sich ein sehr komplexes Bild, welches erst mit einer geeigneten Untersuchungsmethodik erkennbar gemacht werden konnte. Mit der Bildung von Servicetypen, die in dieser Form zum ersten Mal versucht wurde, gibt es jetzt einen Ansatz, mit entsprechenden Fragestellungen umzugehen. Die Ergebnisse der Studie mussten allerdings noch vergleichsweise abstrakt bleiben. Sie stellen jedoch eine wertvolle Basis für tiefer gehende Überlegungen dar. So hat der Staatssekretärsausschuss des Landes Berlin die Durchführung von weiteren neun Projekten beschlossen, die an die Studie anknüpfen. Für das Land Berlin stellt dies ein klares Bekenntnis zu den Ergebnissen der Studie dar. Man meint es ernst mit den erforderlichen Veränderungen. Für das Difu ergibt sich daraus die Herausforderung, die Ergebnisse zur Diskussion zu stellen und weiter zu entwickeln. Eine Gelegenheit bietet sich dazu im Rahmen eines Diskursprojektes im Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf, bei dem es um die Verknüpfung vorhandener strategischer Überlegungen mit den Handlungsempfehlungen der Studie geht.

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