Suchen

SmartCard-Preis für Chief Scientist Dr. Walter Fumy Bundesdruckerei will nPA ins Smartphone packen

| Redakteur: Gerald Viola

Die Bundesdruckerei arbeitet an einer nPA-App, mit dem die eID-Funktion des neuen Personalausweises per Smartphone genutzt werden kann. Dies wurde anlässlich der Verleihung des Fraunhofer SmartCard-Preises an Dr. Walter Fumy bekannt. Der Wissenschaftler ist der Cheftechniker der Bundesdruckerei.

Firmen zum Thema

Dr. Walter Fumy (Foto: Fraunhofer SIT)
Dr. Walter Fumy (Foto: Fraunhofer SIT)

Intelligente Chipkarten müssen sicher sein, da hier meist sensible Daten gespeichert und übertragen werden. Dr. Walter Fumy hat auf dem Gebiet der IT-Sicherheit und an der Entwicklung von Sicherheitsstandards viele Jahrzehnte geforscht und gearbeitet. Für seine Verdienste im Bereich Sicherheit für intelligente Karten wurde er mit dem Fraunhofer-SmartCard-Preis 2012 ausgezeichnet.

Die bekannteste Standardisierung, die Dr. Walter Fumy vorangetrieben hat, ist die ISO-Normenreihe 2700x über Informationssicherheits-Management-Systeme. Nach diesen Richtlinien lassen sich viele Unternehmen und Behörden zertifizieren. Ein wichtiges Prüfsystem, an dem er mitgewirkt hat, sind die Common Criteria, nach denen etwa Chips im Bereich Telekommunikation, Payment und elektronische Ausweise weltweit auf ihre Sicherheit hin geprüft werden.

„Chipkarten sind unbestritten das Sicherheitstoken in IT-Infrastrukturen“, heißt es in der Begründung der Jury. „Security ist deshalb mit die wichtigste Säule, auf der Smartcard-Architekturen aufbauen.“ Als Vorsitzender des ISO-Normungskomitees „IT Security Techniques“ arbeitet Dr. Walter Fumy an der Normierung Sicherheitsprotokollen. Diese Position hat er schon ungewöhnlich lange inne, seit 1997. „Ein enormer Vertrauens- und Kompetenzbeweis“, so die Jury in ihrer Begründung.

Neuer Personalausweis soll mobil werden

Seit gut einem Jahr können deutsche Bürger die Online-Funktionen ihres neuen Personalausweises für eine sichere Identitätsbestätigung im Internet nutzen; allerdings nur stationär, das heißt, von einem PC mit Lesegerät. Dass das nicht so bleiben muss, zeigte bei der Fraunhofer-Veranstaltung Frank Dietrich, der bei der Bundesdruckerei den Aufbau des hauseigenen eID-Service maßgeblich mit begleitet hat.

„Da die Bedeutung des mobilen Internet wächst, müssen die eID-Funktionalitäten des neuen Personalausweises zukünftig auch für mobile Anwendungen verfügbar sein. Dafür müssen wir eine sichere Ableitung von dokumentenbasierten Identitätsattributen und deren Bindung an ein verlässliches Secure Element ermöglichen. Beispielsweise kann die SIM-Karte in Mobiltelefonen als Erzeuger und Speicher von privatem Schlüsselmaterial genutzt werden“, so Dietrich.

Die Bedeutung der Nutzung der eID-Funktion des neuen Personalausweises wird vermutlich durch das eGovernment-Gesetz steigen, das derzeit vorbereitet wird und die eigenhändige Unterschrift der nPA-Nutzung gleichstellen wird:

„Jede Behörde des Bundes ist verpflichtet, in Verwaltungsverfahren, in denen die Behörde die Identität einer Person aufgrund einer Rechtsvorschrift festzustellen hat oder aus anderen Gründen eine Identifizierung für notwendig erachtet, einen elektronischen Identitätsnachweis nach § 18 des Personalausweisgesetzes anzubieten“, heißt es im aktuellen Gesetzentwurf.

(ID:31817560)