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Einheitliche Behördenrufnummer 115 Bundesbürger sind ganz heiß auf den neuen eGovernment-Service

Redakteur: Gerald Viola

Hoffentlich brechen nicht gleich am ersten Tag die Leitungen zusammen: 80 Prozent aller Deutschen wollen die 115 wählen, wenn sie ein amtliches Anliegen haben. Am 24. März startet ein Zwei-Jahres-Pilotbetrieb in den ersten Regionen.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Die zu erwartende gewaltige Nachfrage nach dem neuen eGovernment-Service hat der Hightech-Verband BITKOM in einer repräsentativen Studie von der ARIS Umfrageforschung ermitteln lassen.

Angelehnt an die Notrufnummern 110 und 112 sollen Bürger unter der 115 schnellen Rat und direkte, behördenübergreifende Informationen erhalten. Mit dem Start am 24. März soll für rund zehn Millionen Menschen in Deutschland der Kontakt zu Behörden und Ministerien dann sehr viel einfacher werden. „Die einheitliche Behördennummer 115 ist ein großer Schritt hin zu einer bürgerfreundlichen und serviceorientierten Verwaltung. Diese guten Ansätze müssen nun weiter ausgebaut werden“, sagte BITKOM-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer. „Die einheitliche Behördenrufnummer 115 muss ein möglichst großes Dienstleistungsangebot umfassen. Nur mit diesem Ziel kann der Service für den Bürger nachhaltig verbessert und Kosten in der Verwaltung gespart werden.“

Regionaler Schwerpunkt des zunächst auf zwei Jahre angelegten Pilotbetriebs ist Nordrhein-Westfalen. Die Bürger von Aachen, Arnsberg, Bielefeld, Bonn, Dortmund, Düsseldorf, Duisburg, Frechen, Hürth, Köln, Leverkusen, Mülheim an der Ruhr, Wuppertal, Kreis Lippe und dem Rhein-Erft-Kreis können die Rufnummer 115 ab Ende März erreichen. Zu den ersten 115-Regionen zählen auch Berlin, Hamburg, Oldenburg und der Main-Taunus-Kreis. Langfristig sollen alle Bundesbürger unter der 115 Auskunft von Behörden bekommen.

Scheer ermutigte alle noch nicht teilnehmenden Kommunen, Länder und Behörden, sich dem Projekt anzuschließen. Scheer: „Die 115 verbessert die Arbeitsweise innerhalb der Behörden und rückt die Bedürfnisse des Bürgers in den Fokus. Viele Abläufe können dadurch effizienter und schneller werden.“

Großes Vorbild für das deutsche Bürgertelefon ist die Servicehotline 311 der New Yorker Stadtverwaltung. Sie wurde bereits im Jahr 2003 eingerichtet, ist rund um die Uhr, an sieben Tagen in der Woche, auf 171 Sprachen erreichbar. Zum Start steht die 115 laut BITKOM noch deutlich hinter ihrem Vorbild zurück. Erreichbar ist die Nummer montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr. Außerdem beschränkt sich das Angebot anfangs auf die in einem Test ermittelten hundert am häufigsten nachgefragten Leistungen der Kommunen sowie die jeweils 25 beliebtesten Leistungen der Bundes- und Landesverwaltungen. Das sind zum Beispiel Fragen zu Abfallbeseitigung, Anwohnerparkausweis, Beglaubigungen, Gewerberegisterauskunft oder Elterngeld.

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