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Das Image der IT muss aufpoliert werden Bundesbank bestraft Sarrazin mit IT

Autor / Redakteur: Joachim Benner / Katrin Hofmann

Was macht man mit einem Vorstandsmitglied, das man loswerden will, aber nicht einfach entlassen kann? Man entmachtet es. Genau so ist Bundesbankpräsident Axel Weber mit dem Vorstandskollegen Thilo Sarrazin verfahren.

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Joachim Benner, Research Analyst bei IDC in Frankfurt
Joachim Benner, Research Analyst bei IDC in Frankfurt
( Archiv: Vogel Business Media )

Thilo Sarazin hatte sich in einem Interview kritisch über die Integrationsfähigkeit von Migranten geäußert und ist nun scheinbar für den obersten Bundesbänker nicht mehr tragbar, zumindest nicht mehr für wichtige Aufgaben. Ob diese Maßnahme gerechtfertigt, angemessen oder ausreichend ist, sei an dieser Stelle dahingestellt. Beachtenswert ist, dass man ihm neben dem Risiko-Controlling das Ressort Informationstechnologie überlassen hat.

Welch eine Botschaft: Einem unliebsamen Vorstandsmitglied überlässt man die scheinbar von vielen als unbedeutend betrachtete IT-Abteilung. Hier kann er nicht viel anrichten, hier hat er keine Macht und ist ruhiggestellt. Das Kalkül dürfte sein, dass die Strafe mit der IT abgespeist zu werden, so schwer wiegt, dass der Delinquent bereit ist, von selbst zu gehen.

Natürlich, IT ist nun mal kein Kerngeschäftsfeld der Bundesbank aber bei jedem CIO, jedem IT-Verantwortlichen und jedem Mitarbeiter der IT muss diese Meldung Unbehagen hervorgerufen haben. Und sie lässt erkennen, wie die IT von weiten Teilen der Gesellschaft betrachtet wird und welchen Stellenwert sie in vielen Unternehmen leider nach wie vor hat. Kein Wunder also, dass immer weniger junge Menschen bereit sind, Informatik zu studieren und es an Fachkräften mangelt. Die Botschaft für jeden Beschäftigten in der IT ist also: Das Image der IT muss aufpoliert werden.

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