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Öffentliche Ausschreibungen Bund-Länder-Kooperation setzt digitale Standards

| Autor: Julia Mutzbauer

Die Länder Bremen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sowie der Bund und die Koordinierungsstelle für IT-Standards (KoSIT) wollen gemeinsam an der Konzipierung, Pilotierung und Implementierung einer digitalisierten Beschaffung arbeiten. Ziel der Initiative ist es, für eine verstärkte Teilnahme der Unternehmen an öffentlichen Ausschreibungen zu sorgen.

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Die digitalisierte Beschaffung soll für eine verstärkte Teilnahme der Unternehmen an öffentlichen Ausschreibungen sorgen
Die digitalisierte Beschaffung soll für eine verstärkte Teilnahme der Unternehmen an öffentlichen Ausschreibungen sorgen
(© Marco2811 – stock.adobe.com)

Unter der Federführung der Hansestadt Bremen fokussiert sich die Bund-Länder-Kooperation auf die Umsetzung des Onlinezugangsgesetz (OZG) im Themenfeld Unternehmensführung und -entwicklung. Darüber hinaus soll ein Brückenschlag von der XVergabe bis zur XRechnung initiiert werden. So soll unter anderem eine Basis für die automatisierte haushaltskonforme Rechnungsbearbeitung geschaffen werden.

Nach der Projektinitiierung und Gründung eines Steuerungskreises konzentriert sich die Kooperation derzeit auf die Konzeptionsphase. Im Ergebnis dieser Phasen soll bis zum Jahresende ein gemeinsames Architekturkonzept entstehen, das dann gemäß dem bewährten „Blaupausen-Ansatz“ für interessierte Bundes-, Landes- und Kommunalbehörden beziehungsweise deren Vergabestellen zur Nachnutzung bereitgestellt wird.

Der Kooperationspartner Bund (BMI) hat sich der „standardbasierten Vereinfachung des Unternehmenszugangs zur öffentlichen Beschaffung“ (kurz: „vereinfachter Unternehmenszugang“) angenommen und beschäftigt sich dabei mit der Integration des künftigen, einheitlichen, ELSTER-basierten Unternehmenskontos (Single sign-on) in den Vergabeprozess. Im Zuge dessen soll auch eine plattformübergreifende „Suchen und Finden“-Funktion für Unternehmen umgesetzt werden. Weitere Mehrwert-Funktionalitäten werden derzeit evaluiert. Ab 2023 soll dann voraussichtlich diese IT-Lösung allen Unternehmen in ihrer Rolle als potenzielle Bieter sowie den Fachverfahrensanbietern bereitgestellt werden können, sodass ein spürbar vereinfachter Zugang zu Vertragsabschlüssen mit dem öffentlichen Sektor in Deutschland (pre- und post-award-Phase) genutzt werden kann.

Nordrhein-Westfalen kümmert sich verstärkt um die übergreifende Konzeption der Prozesse mit besonderem Schwerpunkt auf die Bedarfsermittlung und den Beschaffungsantrag. Die Kooperationspartner aus Bremen und Rheinland-Pfalz konzentrieren sich hingegen auf den automatisierten Bestellprozess und haben dabei die Profilierung von Peppol-Spezifikationen im Fokus. Neben dem Peppol-Transport-Netzwerk zur Übermittlung standardisierter Daten, das beispielsweise auch für die Übermittlung der XRechnung genutzt werden kann, verfügt Peppol auch über Spezifikationen zur Strukturierung von Daten in der post-award-Phase ( Bestellungen, Kataloge). Sowohl die Nutzung des Transport-Netzwerks als auch der Spezifikationen werden anhand der Anforderungen der Pilotpartner im Kooperationsprojekt geprüft und pilotiert.

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 Julia Mutzbauer

Julia Mutzbauer

Redaktion, eGovernment Computing