Mehr Sicherheit in der digitalen Welt

Bund investiert 180 Millionen Euro in IT-Sicherheit

| Redakteur: Manfred Klein

Maschinen, Anlagen und Produkte kommunizieren miteinander und sind zunehmend in Netzwerke eingebunden. Erst durch diesen Datenaustausch könnten die großen Vorteile von Industrie 4.0 genutzt werden. Gleichzeitig erhöhe sich dadurch das Risiko von Cyberangriffen auf unsere Unternehmen, beispielsweise bei Energieversorgern, so Wanka.

In einer Metropole wie Berlin würde ein einstündiger Stromausfall infolge eines Cyber-Angriffes allein finanziell einen Schaden von bis zu 23 Millionen Euro auslösen. Und die Folgen für kritische Infrastrukturen wie Krankenhäuser würden noch weit schwerer wiegen.

Wie diese neuen Risiken beherrscht werden können, soll Gegenstand der Forschung sein, so Wanka weiter.

Forschungsministerin Johanna Wanka ging auch auf die speziellen Entwicklungen in der Gesundheitsbranche ein. Neue Entwicklungen wie

» computergestützte Chirurgie,

» vernetzte Krankendaten,

» die IT-unterstützte Betreuung von Patienten in den eigenen vier Wänden bis hin

» zu tragbaren Fitness-Computern.

Die Beispiele zeigten, wie durch technischen Fortschritt unser Leben leichter werde. Gleichzeitig müsse der Schutz von sensiblen Gesundheitsdaten gewährleistet bleiben.

Ein weiterer wichtiger Punkt sei die Aufklärung von Verbrechen im Internet. Wenn beispielsweise unerlaubt auf die Rechner eines Unternehmens zugegriffen wurde, stellt sich neben der Täterermittlung die Frage: Welcher Schaden ist entstanden, was wurde verändert?

Beispielsweise könnte versucht werden, in der Nahrungsmittel­industrie die Zusammensetzung von Speisen unbemerkt zu ändern. Forschungsprojekte zur IT-Forensik sollen es ermöglichen, nach IT-Angriffen die entstandenen Schäden sowie Täter und Opfer zu identifizieren.

Ein weiteres Zukunftsfeld ist die Entwicklung der Automobile: In einem modernen Fahrzeug arbeitenten schon heute mehr als 100 Sensoren, künftig werde das Auto noch stärker vernetzt sein. Gerade für die Entwicklung des autonomen Fahrens sei die IT-Sicherheit zentral. Ein Fahrzeug müsse so geschützt werden können, dass es von einem Hacker nicht ferngesteuert und zu einem Sicherheitsrisiko im Straßenverkehr werde. Der Schutz der Fahrzeugkommunikation, –steuerung und –daten sei daher ebenfalls Gegenstand des neuen Forschungsprogramms.

Wanka wies darauf hin, dass die Forschung die praktische Anwendung von Anfang an mitdenken müsse. „Wir brauchen Lösungen, die einfach zu handhaben sind. Je einfacher die Bedienung, desto wirkungsvoller werden sie sein“, so Wanka.

Bis 2020 wird das neue IT-Forschungsprogramm mit rund 180 Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Das Programm ist Teil der neuen Hightech-Strategie (HTS), die aus Ideen Innovationen macht. Sie knüpft Verbindungen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, Forschung und Gesellschaft. So schafft die HTS Zukunftschancen und die Arbeitsplätze von morgen.

Weitere Informationen stellt das Bundesforschungsministerium im Internet zur Verfügung.

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