Mehr Sicherheit in der digitalen Welt

Bund investiert 180 Millionen Euro in IT-Sicherheit

| Redakteur: Manfred Klein

Das Ziel ist der Schutz kritischer Infrastrukturen
Das Ziel ist der Schutz kritischer Infrastrukturen (Bild: sonjanovak - Fotolia.com)

Cyberangriffe treten häufiger auf. Allein die Deutsche Telekom meldet bis zu 1 Million Angriffe auf ihre Netze – pro Tag. In Berlin würde ein ein­stündiger Stromausfall infolge eines Cyber-Angriffes allein finanziell einen Schaden von bis zu 23 Millionen Euro aus­lösen. Ein Forschungsprogramm der Bundesregierung soll solche Szenarien verhindern.

Den weltweit durch Cyber-Angriffe entstandenen wirtschaftlichen Schaden schätzen Experten allein für das Jahr 2013 auf 575 Milliarden Dollar. Und nahezu jedes dritte Unternehmen in Deutschland wurde in den vergangenen zwei Jahren über das Internet angegriffen. Und die Bedrohungsszenarien werden nicht weniger. Immer häufiger werden Menschen Opfer von Identitäts- und Datendiebstahl über das Internet. Auch auch Industrieanlagen und kritische Infrastrukturen wie Strom- und Wasserversorgung geraten ins Visier von Cyber-Angriffen.

Um dieser wachsenden Bedrohungslage etwas entgegenzusetzen, hat das Bundeskabinett nun ein neues Forschungsprogramm zur IT- Sicherheit "Sicher und selbstbestimmt in der digitalen Welt" beschlossen.

Es soll erstmals ressortübergreifend die Aktivitäten zur IT-Sicherheitsforschung bündeln und die Entwicklung sicherer, innovativer IT-Lösungen für Bürger, Wirtschaft und Staat fördern.

Bundesforschungsministerin Johanna Wanka sagte: „Das Thema IT-Sicherheit ist für unser Leben von zentraler Bedeutung. Sichere Kommunikations­systeme sind für Deutschland als moderne Industriegesellschaft unverzichtbar. Ohne sicheren Datenaustausch wird Industrie 4.0, also das Verschmelzen von Produktion und Dienstleistung mit dem Internet, nicht möglich sein. Wir machen uns stark für Privatheit, für den vertraulichen Umgang mit persönlichen Informationen im Netz. Wir müssen uns und unsere Daten besser schützen können und brauchen dafür die Forschung.“

Das Forschungsrahmenprogramm konzentriert sich dabei auf die vier Schwerpunkte:

» Neue Technologien,

» Sichere und vertrauenswürdige Informations- und Kommunikationssysteme,

» Anwendungsfelder der IT- Sicherheit und

» Privatheit und Schutz von Daten.

Beispielsweise werde heute das Bezahlen im Internet, das Verschicken von privaten Nachrichten, das Einloggen bei Facebook durch Verschlüsselungsverfahren gesichert, die dem Leistungsniveau derzeit existierender Computer entsprechen. Neue Computergenerationen hätten jedoch das Potenzial, bislang unerreichte Rechenleistungen zu realisieren. Für einen wirkungsvollen Schutz bedürfe es daher ganz neuer Methoden. Ein Ansatz sei die Quantenkommunikation. Hier könne jedes „Mithören“ vom Empfänger bemerkt werden, so Wanka. Diese Technologie solle daher im Rahmen des neuen Forschungsprogramms vorangetrieben werden.

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