eGovernment in der EU

| Redakteur: Gerald Viola

Bürokratieabbau: Die Belgier können's am besten
Bürokratieabbau: Die Belgier können's am besten (Foto: Franz Pfluegl - Fotolia.com)

Bürokratie abbauen, die Wirtschaft und die Bürger von überflüssigen Kosten befreien: In der EU sind nach einer neuen Studie die Belgier die Vorreiter. Aber auch Spanien, Frankreich und die Niederlande präsentieren sich im Europa-Vergleich in der Spitzengruppe. Und wie sieht die Bilanz in Deutschland aus?

Das Motto lautet: EU-Verwaltungen unterstützen Wachstum durch Bürokratieabbau!

Spanien baut 30 Prozent seiner Bürokratie-Barrieren ab, in Frankreich laufen 100 Projekte zur Vereinfachung der Verwaltungsabläufe, und die Niederlande wollen bis 2015 sechs Milliarden Euro Verwaltungsausgaben durch einfachere Verfahren senken. EU-weit ist die Öffentliche Verwaltung dabei, ihren Beitrag für neue Wachstumsimpulse zu leisten.

Bürokratische Hürden für Wirtschaft und Bürger sollen drastisch abgebaut werden. Das ergibt die europaweite qualitative Untersuchung „Beyond Efficiency: Public Administration Transformation““ der Steria Gruppe, für die hochrangige Mitarbeiter der Öffentlichen Verwaltung befragt wurden.

Einer der Vorreiter beim Bürokratieabbau ist Belgien

Das Land hat bereits 1998 damit begonnen, gezielt Hemmnisse für die Wirtschaft zu beseitigen. Die eigens dafür eingerichtete Administrative Simplification Agency (ASA) führte zwischen 2000 und 2010 rund 200 Projekte durch. Der Anteil der Bürokratiekosten sank im selben Zeitraum von 2,55 Prozent auf 1,45 Prozent, gemessen am Bruttoinlandsprodukt.

Gleichzeitig führten die Maßnahmen zu Vereinfachungen für Unternehmen, neue Mitarbeiter einzustellen. Der Anteil der Unternehmen, die keine Mitarbeiter einstellten, ging im gleichen Zeitraum zurück – von rund einem Prozent auf 0,36 Prozent.

Das wirtschaftlich gebeutelte Spanien hat ebenfalls zahlreiche Vorhaben auf den Weg gebracht, Unternehmen und Bürger beim Umgang mit Behörden zu entlasten. Ministerien, die Regionen sowie 3.000 Gemeinden sind nun besser vernetzt; so werden Rückfragen vermieden und Daten schneller ausgetauscht.

One-Stop-Shop für neue Unternehmer

Mit der Einführung des elektronischen Personalausweises können zudem Bewilligungen durch die Behörden schneller erteilt werden. 27 Millionen elektronische Ausweise wurden bereits ausgegeben. Darüber hinaus hat Spanien einen sogenannten One-Stop-Shop für neue Unternehmer eingerichtet.

Dieser Service erleichtert den Gang in die Selbstständigkeit, indem der Firmengründer sämtliche benötigten Informationen und Erfordernisse zentral von einer Stelle erhält. Das Abklappern etlicher Behördenstellen entfällt.

Deutschland: In fünf Jahren elf Millionen Euro Kostensenkung

Deutschland startete sein Programm zum Abbau von Bürokratie 2006. Damals betrugen die jährlichen Bürokratiekosten der Wirtschaft noch rund 50 Milliarden Euro. Anfang 2011 waren Vereinfachungsmaßnahmen mit einem Entlastungsvolumen von rund 11 Milliarden Euro pro Jahr umgesetzt.

„Beim Abbau bürokratischer Hürden entdecken die Verwaltungen zunehmend den Bürger als nützlichen Hinweisgeber“, sagt Peter Krolle, Experte für Finanzen und Verwaltungssteuerung von Steria Mummert Consulting. „Bei zentralen Anlaufstellen können Bürger und Unternehmen auf Hindernisse durch Verwaltungsvorschriften aufmerksam machen und Vorschläge einreichen“, so Krolle.

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 35229880 / Projekte & Initiativen)