Zukunftsstadt Ulm

Bürgernahe Politik im digitalen Zeitalter

| Autor: Manfred Klein

(Bild: M. Schoenfeld – Fotolia.com)

Ob Smart City, Energiewende, Umweltschutz, Verkehrskonzepte oder Demografie – auf die Kommunen kommen gewaltige Herausforderungen zu. Ulm versucht diese mit seinem Projekt ­Zukunftsstadt im Schulterschluss mit den Bürgern zu meistern.

Das Projekt bietet Bürgern nicht nur klassische Partizipationsmöglichkeiten, sondern bindet sie über Werkstätten auch aktiv ein. Über den Umsetzungsgrad und die Zielsetzung der Ulmer Zukunftsstadt sprach eGovernment Computing mit dem ersten Bürgermeister der Stadt, Gunter Czisch.

Herr Czisch, welche Zielsetzung verfolgt die Stadt Ulm mit ihrem Projekt „Zukunftsstadt Ulm“?

Czisch: Ziel der Zukunftsstadt Ulm ist es, in einer ersten Stufe als Stadtgesellschaft eine gemeinsame Vision darüber zu entwickeln, wie Ulm im Jahr 2030 aussehen kann und soll. In Ulm fokussieren wir dabei unsere Gedanken auf das Thema „Digitalisierung“. Wir fragen die Menschen vor Ort: Wie kannst Du Dir ein digitales Ulm im Jahr 2030 vorstellen? Welche Themen müssen angegangen werden? Wie können wir als Stadt unterstützend wirken, sodass wir nachhaltig handeln?

Das Projekt zur Zukunftsstadt Ulm findet dabei im Rahmen des vom BMBF geförderten „Wettbewerb Zukunftsstadt 2030“ statt. Dieser Wettbewerb ist dreistufig aufgebaut. 2015 entwickeln 51 Kommunen zunächst eine Vision zu Ihrer Stadt im Jahr 2030, in den Jahren 2016 und 2017 sollen 20 dieser Städte konkrete Maßnahmen zu Umsetzungsmöglichkeiten planen und in den Jahren 2018 und 2019 werden acht Städte auf nationaler Ebene als „Reallabore“ gefördert.

Solche Online-Umfragen sind derzeit beliebt. Inwieweit orientierte sich Ihr Vorgehen am Beispiel der Wiener Kollegen, und worin unterscheidet es sich von diesen?

Czisch: Die Wiener Kollegen haben im deutschsprachigen Raum sicherlich hervorragende Pionierarbeit geleistet. Nun müssen wir aber die Formulierung einer Digitalen Agenda auf den kommunalen Maßstab vor Ort nach Ulm übersetzen.

Im Zentrum der Aktivitäten steht bei uns der Dialog mit der Stadtgesellschaft. Wo drückt der Schuh? Was können wir besser machen? Was wünschen sich die Leute? Dabei war uns immer wichtig, dass wir mit den verschiedenen Zielgruppen aus der Stadt ins Gespräch kommen. Wir haben daher begleitend zu dem Onlinedialog insgesamt sechs offene Workshops mit verschiedenen Themenschwerpunkten – unter anderem zu den Bereichen Gesundheit, Wirtschaft, Forschung, Politik, Umwelt und Kultur – durchgeführt.

Dabei haben die Workshop-Teilnehmer von mehr als 15 verschiedenen externen Experten Input zum jeweiligen Themenbereich, zum Beispiel „Industrie 4.0“ oder „Autonomes Fahren“, erhalten und konnten Themen, Ideen und Bedürfnisse vor Ort adressieren und diskutieren. Uns ist dabei wichtig, den gesamten Prozess so offen wie möglich zu halten: Sämtliche Materialien finden sich auf der Plattform, die Ideen lassen sich als „Open Data“ herunterladen, die Ergebnisse wurden mittels Graphic Recordings illustriert und zwei der Workshops sowie die Abschlussveranstaltung sind in Form von Videomitschnitten konserviert.

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