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Vorsicht Falle: D115 kann teuer werden! Bürger zahlen doppelt – Städte und Gemeinden ebenso ...

| Autor / Redakteur: Thorsten Bullerdiek, Beigeordneter und Pressesprecher des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebund / Gerald Viola

Der Behördenruf D115, der im März 2009 mit einer Projektlaufzeit von zwei Jahren gestartet wurde, ist schon jetzt ein voller Erfolg. Das meint jedenfalls das Bundesinnenministerium. Bevor noch das erste Jahr herum ist, werden weitere Behörden – insbesondere Kommunen – gesucht, die mitmachen, ohne allerdings die Ergebnisse des Pilotbetriebs zu kennen. Schön, dass endlich jemand an die Bürger denkt, so ist der erste Eindruck, wenn man den markigen Versprechungen der Werbekampagne für das Projekt glaubt.

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D115-Kritik kommt aus Niedersachsen
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( Archiv: Vogel Business Media )

Bürger und Unternehmen sollen mit einem Anruf bei D115 verlässliche Auskunft zu allen Behördenanliegen erhalten. Dass dabei die örtliche Nähe und die Kompetenz der Städte und Gemeinden übersehen wurde, scheint beim Bund keine Rolle zu spielen.

Erstaunlich ist auch, dass sich die Bundesebene so gut mit Bürgerservice auskennt. Ein Bürgerbüro mit Außenstelle und umfassendem Bürgerservice sucht man dort gewiss vergeblich. Ein Callcenter, das sich um alles kümmert, hört sich aber zunächst gut an. Aber wie sind unserige bisherigen Erfahrungen?

Wir verbringen viel Zeit in Warteschleifen, beantworten oft und ungeduldig die Nachfragen der Mitarbeiter und erhalten – mit viel Glück – manchmal auch das, was wir möchten. Allerdings: Auch bislang schon erhalte ich – und das kostenlos – klare Auskünfte von meiner Stadt oder Gemeinde zu meinem Personalausweis, dem Reisepass, Bauanträgen, Kindergartenplätzen und vielen anderen Problemen. Schwieriger wird es beim Finanzamt. Da steht auf den Zwischenbescheiden meist: „Wir bitten von Rückfragen abzusehen.“

Gerade in den Städten und Gemeinden ist der Bürger keine Nummer, sondern wird gern und gut telefonisch, per eMail oder persönlich bedient. Brauchen die Bürger in den Kommunen D115 überhaupt? Oder suchen eher bürgerferne Dienstellen von Bund und Ländern und eventuell einzelne Großstädte weitere Verwaltungseinheiten, die D115 dauerhaft mitfinanzieren?

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