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Studie von Capgemini Bürger wünschen sich Smart Cities

| Autor: Ira Zahorsky

Was das Thema Smart Cities angeht, sind die Bürger häufig weiter als die Verwaltungen. Angebote werden genutzt, verstärkt befürwortet und auch die Bereitschaft, für smarte Maßnahmen zu bezahlen, ist vorhanden, ergab eine Studie von Capgemini.

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Die befragten Bürger der Capgemini-Studie wünschen sich mehr Smart-City-Angebote.
Die befragten Bürger der Capgemini-Studie wünschen sich mehr Smart-City-Angebote.
(© zapp2photo - stock.adobe.com)

Nicht nur die Bürger profitieren von Smart-City-Maßnahmen. Städte können damit Problemfeldern wie Umweltverschmutzung, der Verkehrssituation oder mangelnder Nachhaltigkeit begegnen. Bei den Prioritäten gibt es Unterschiede: Während die befragten Bürger aus Berlin, München, Köln und Darmstadt das größte Verbesserungspotenzial im Bereich Mobilität und Transport sehen, steht in Düsseldorf, Frankfurt und Berlin die öffentliche Sicherheit im Vordergrund. Die städtischen Führungskräfte sehen den größten Bedarf in den Bereichen Healthcare und Bürgerservices.

Die Finanzierung sowie die Organisation geeigneter digitaler Plattformen stellen für die Verwaltungen mit 70 bzw. 68 Prozent gleichermaßen Herausforderungen bei Smart-City-Initiativen dar. Auch die Wahl des Technologiepartners will bedacht sein, denn 54 Prozent der Bürger erwarten zwar von großen Technologiekonzernen den besseren Service, 63 Prozent ist aber der Schutz der persönlichen Daten wichtiger. Matthias Wieckmann, Leiter Digitalstrategien der Stadt Hamburg, rät, mit begrenzten Anwendungsfällen zu beginnen, „damit diese vor der Ausweitung getestet werden können und ihre Außenwirkung und Finanzierung geklärt ist. Die Stadtverwaltung sollte gerade in der Anfangsphase kleinere Lösungen initiieren, die den Weg zu ebnen helfen, anstatt mit einer großen, übergreifenden Lösung zu beginnen.“

Das Thema Nachhaltigkeit gewinnt auch in Städten immer mehr an Bedeutung. 41 Prozent der befragten Bürger fürchten, dass ihre Stadt in den nächsten fünf bis zehn Jahren weniger nachhaltig sein wird, wenn die Einführung digitaler Technologien ausbleibt. Einen Mangel an Nachhaltigkeitsinitiativen sehen 36 Prozent der Bürger sowie 42 Prozent der Stadtverwaltungen. Der Studie zufolge sind 73 Prozent der Bürger, die auf Smart-City-Angebote zurückgreifen, zufriedener mit ihrer Lebensqualität im Hinblick auf gesundheitlich relevante Faktoren wie der Luftqualität.

So wird die City smart

  • Capgemini empfieht den Verwaltungen ein dreistufiges Vorgehen in Bezug auf die Smart-City-Strategie:
  • Die Erstellung eines umfassenden Smart-City-Konzeptes, basierend auf den Eckpfeilern Nachhaltigkeit und Resilienz
  • Die Befähigung der städtischen Verwaltung als Entrepreneur zu agieren und gleichzeitig das Vertrauen und den Datenschutz sicherzustellen
  • Eine Kultur für Innovation und Zusammenarbeit mit Bürgern und externen Organisationen zu schaffen

„Eine Smart City zu sein wird zunehmend zum Wettbewerbsfaktor, da sie die Lebensqualität der Bewohner steigert und hochqualifizierte Arbeitskräfte und Start-Ups anzieht. Den Herausforderungen bei der Finanzierung und der strategischen Umsetzung begegnen städtische Entscheidungsträger am besten, indem sie wichtige Akteure hinzuziehen. Ein starkes Ökosystem aus Technologieunternehmen, Start-Ups, Investoren und aktiv eingebundener Bürger ist die Voraussetzung, um eine nachhaltig erfolgreiche Smart City zu gestalten“, schlussfolgert Pierre-Adrien Hanania, Global Offer Leader for AI in Public Sector bei Capgemini.

Über die Studie

Für die Studie „Street Smart: Putting the Citizen at the Center of Smart City Initiatives“ befragte Capgemini in zehn Ländern über 10.000 Bürger und mehr als 300 städtische Führungskräfte aus 58 Städten, darunter Berlin, Darmstadt, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln und München. Als Einsatzfelder für Smart-City-Maßnahmen wurden die Bereiche Transport & Mobilität, Healthcare, Öffentliche Sicherheit, Wasser- und Stromversorgung, Bürgerservices, Abfallmanagement und nachhaltige Entwicklung untersucht.

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Über den Autor

 Ira Zahorsky

Ira Zahorsky

Redakteurin und Online-CvD, IT-BUSINESS