Suchen

Trotz aller Hacker-Attacken Bürger vertrauen Behörden beim Datenschutz

| Redakteur: Gerald Viola

Trotz der jüngsten Hackerangriffe und Datenverluste bei Unternehmen und Institutionen bleibt die Einschätzung der Deutschen in Sachen Datensicherheit etwa auf dem Vorjahresniveau. Das größte Vertrauen in den Datenschutz bringen die Deutschen nach wie vor dem Öffentlichen Sektor und Behörden entgegen – wenn auch mit der Note 3,1 weniger als im vergangenen Jahr.

Firmen zum Thema

Dr. Thomas Petri: „Datenschutz ist eine Daueraufgabe.“
Dr. Thomas Petri: „Datenschutz ist eine Daueraufgabe.“
( Archiv: Vogel Business Media )

Dies ist das Ergebnis der Emnid-Umfrage bei rund 1.000 Bundesbürgern. „Datenverlust und Datenklau nehmen in den vergangenen Monaten zu. Wo sehen Sie Ihre persönlichen Daten am besten aufgehoben?“, so lautete die Fragestellung an die Umfrageteilnehmer.

Im Schulnotensystem mussten sie die Branchen Einzelhandel, Banken und Versicherungen, Online-Shops, Öffentlicher Sektor, Telekommunikationsdienstleister sowie Transport und Verkehr benoten. Spitzenreiter sind, wie bereits 2010 und 2009, der öffentliche Sektor und Behörden.

Allerdings verschlechterten sie sich von 2,9 (2010) auf 3,1. Während im vergangenen Jahr noch 14 Prozent diesem Bereich ihr vollstes Vertrauen aussprachen, waren es 2011 nur noch elf Prozent. 55 Prozent bescheinigen dem Öffentlichen Bereich hingegen ein „Gut“ oder ein „Befriedigend“. Dieser Anteil ist vor allem bei den 14- bis 29-Jährigen sowie bei den 30- bis 39-Jährigen besonders hoch.

Die zahlreichen Vorfälle der jüngsten Vergangenheit haben ihre Haltung zwar nicht gravierend beeinträchtigt. Allerdings haben die Befragten alle Branchen mit höchstens „befriedigend“ benotet. Ein Ergebnis, dass kaum eine Branche zufrieden stellen sollte.

Musterschüler Öffentlicher Sektor

Nach wie vor genießt die Öffentliche Hand den besten Ruf in puncto Datenschutz. Ein Grund mag sein, dass der Öffentliche Sektor von medienwirksamen Vorfällen bislang verschont blieb. „Die Öffentliche Verwaltung nimmt das Thema Datenschutz sehr ernst“, ist Dr. Thomas Petri überzeugt, bayerischer Landesbeauftragter für Datenschutz.

„Jedoch wäre es ein Fehler, sich jetzt auf den Lorbeeren auszuruhen. Datenschutz ist gerade für den Öffentlichen Sektor eine Daueraufgabe und ein wesentlicher Akzeptanzfaktor. Es genügen ein, zwei Skandale und das mühsam erarbeitete Vertrauen ist verspielt.“

Das Vertrauen in die Branchen Einzelhandel sowie Telekommunikation und Internet Service Provider ist im Vergleich zum letzten Jahr leicht gestiegen: Erhielt der Einzelhandel damals noch die Schulnote 3,7, vergeben die Deutschen nun eine 3,5. Hier bewerten 30 Prozent die Vertrauensbasis mit „Befriedigend“.

Im Telekommunikationssektor fällt der Vertrauenszuwachs geringer aus – von 4,2 in 2010 auf eine 4,1 in diesem Jahr. Nur neun Prozent der Umfrageteilnehmer glauben, dass in diesem Bereich gut mit ihren Daten umgegangen wird, ganze 60 Prozent haben Noten von 4 bis 6 vergeben.

Auf Platz Sechs des Rankings findet sich auch dieses Jahr der Online-Handel. Mit der Schulnote 4,4 verschlechterte sich die Performance des Internet-Bereichs zwar nicht, allerdings bezweifeln 50 Prozent, dass ihre Daten dort gut aufgehoben sind.

(ID:2052471)