Mobile Verwaltung

Bring Your Own Device – PRO & CONTRA

| Autor / Redakteur: Stefan Weber und Jörg Wegner / Manfred Klein

(Foto: Ben Chams - Fotolia.com)

Die Frage, ob es sinnvoll und zulässig ist, private Mobilgeräte auch beruflich zu nutzen, wird längst auch in den Öffentlichen Verwaltungen diskutiert. Zwei Experten von Bearing-Point bringen die unterschiedlichen Standpunkte zum Thema Bring Your Own Device – kurz BYOD – auf den Punkt.

Pro:

iPads, iPhones und Androids sind aus Bundestag und Behördenleitung nicht mehr wegzudenken. In der Öffentlichkeit wird die Integration privater Endgeräte oft als Horrorszenario dargestellt.

Und in der Tat: Nach einer Marktstudie der Computerwoche befürchten vier von fünf CIO durch den BYOD-Trend, die Kontrolle über die Endgerätelandschaft zu verlieren. Doch die Vorteile – wie eine höhere Gesamtproduktivität, Haushaltsentlastung und optimal an die Mitarbeiterbedürfnisse angepasste Arbeitsmittel – liegen auf der Hand.

Fragt man IT-Verantwortliche, die das Konzept zumindest teilweise bereits eingeführt haben – wie etwa bei der EnBW oder der Würth-Gruppe – kann man einiges über die pragmatische Lösung von Sicherheitsrisiken durch virtuelle Desktops, Zugriffsbeschränkungen etc. erfahren.

Einige unserer Kunden im öffentlichen Bereich planen daher schon heute das aktive Management solch heterogener Endgerätelandschaften bei gleichzeitiger Beibehaltung standardisierter Endgeräte.

Ich denke, auch die IT in der Verwaltung kann sich dem BYOD-Trend nicht entziehen – sie muss aktiv vorgehen, dann kann sie Chancen nutzen und Risiken minimieren.

Contra:

Für die Einführung von BYOD werden im Wesentlichen zwei Gründe genannt: einerseits die Kostenvorteile durch den Entfall hoher Anschaffungskosten für teure mobile Geräte und andererseits die Erwartungshaltung der Mitarbeiter, die moderne statusträchtige Geräte privat und beruflich nutzen möchten.

Neben den organisatorisch und technisch lösbaren Herausforderungen von BYOD bedingt die wachsende Anzahl und die steigende Heterogenität der Endgeräte jedoch auch

  • den zwangsläufigen Ausbau von Sicherheitsmaßnahmen,
  • erhöhte Anforderungen an Standardisierungs­bemühungen und
  • eine zunehmende Komplexität des System­managements.

Der entstehende Mehraufwand führt zu einer deutlichen Reduzierung der Kostenvorteile. Gleichzeitig wird die Erwartungshaltung der Mitarbeiter abgemildert durch die Entwicklung, dass

  • moderne mobile Geräte absehbar zum Standard werden und auch von Unternehmen eingesetzt werden, die keinen BYOD-Ansatz verfolgen, und
  • die ständige Erreichbarkeit und Vermischung von Privat- und Berufsleben zu einer Art von unentgeltlichem Bereitschaftsdienst führen kann.

Ich denke daher, dass die Vorteile von BYOD gering sind und es sich dabei lediglich um einen vorübergehenden Trend handelt – ein vergängliches Phänomen unser­er schnelllebigen Zeit.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 37748550 / Ministerialkongress 2012)