eGovernment als Gemeinschaftsaufgabe

Bremen startet Pilotprojekt zur eRechnungs-Einführung

| Redakteur: Manfred Klein

Bremen hat mit diesem Projekt eine bundesweite Vorreiterrolle übernommen. Die gemeinsame Einführung der eRechnung durch Wirtschaft und Verwaltung hat der IT-Planungsrat von Bund und Ländern auf der CeBIT 2015 als bundesweites Leuchtturmprojekt ausgewählt.

Die EU hat beschlossen, dass ab 2018 die Verwaltungen der Mitgliedsländer verpflichtet sind, eRechnungen anzunehmen und zu verarbeiten. Klingt einfach, ist aber in der Umsetzung kompliziert.

So müssen Standards genau definiert werden und entsprechende Software-Programme bei den Firmen und in der Verwaltung vorhanden sein. Das Ziel ist eine medienbruchfreie Bearbeitung.

Daher sind im Bremer Pilotprojekt die Firmen bei der Entwicklung von Anfang an mit Bord. Handelskammer, Handwerkskammer und die Öffentliche Verwaltung werden am 18. Mai gemeinsam auf einer Veranstaltung Firmen über das Thema eRechnung informieren und Betriebe suchen, die sich an Pilotverfahren beteiligen wollen.

Der Vorteil der eRechnung für Unternehmen: Kein Porto, kein Papier und eine schnellere Bearbeitung durch die Verwaltung. Das Ziel: Künftig soll eine digitale Prozesskette gebildet werden, ein sogenanntes medienbruchfreies System, das den Bearbeitungsaufwand senkt.

Aktuell müssen alle Rechnungen auf Papier ausgedruckt eingereicht werden, dann werden die Rechnungen an die jeweiligen Bearbeiter per Umlaufmappen zum Abzeichnen gegeben und letztlich müssen Sachbearbeiter in der Verwaltung die Daten zur weiteren Bearbeitung in den Computer übertragen – ein erheblicher Aufwand, der bei eRechnungen entfällt.

Dazu Karoline Linnert: „Im digitalen Zeitalter ein antiquiertes Verfahren.“ Für kleine Firmen soll es ein Portal geben, wo man direkt über ein Formular im Web die Rechnung erstellen und abschicken kann. Firmen haben durch ein Plausibilitätsprogramm den Vorteil, gleich zu sehen, ob die Rechnung formal korrekt ist und bearbeitet werden kann. Die Umstellung auf den elektronischen Rechnungsbearbeitungsprozess ermöglicht der Verwaltung ein digitales Rechnungseingangsbuch, aus dem Eingang und Bearbeitungsstand von Rechnungen jederzeit ersichtlich sind.

In der Projektgruppe auf EU-Ebene zur Vorbereitung einheitlicher Standards bei der eRechnung wird Deutschland durch die in Bremen angesiedelte Koordinierungsstelle für Standards in der IT (KoSIT) vertreten.

Dazu Karoline Linnert: „Das ist ein großer Vertrauensbeweis. Bund und Länder setzen auf die Kompetenz der Bremer IT. Unser Bremer Projekt wird durch die Einbindung der KoSIT immer zeitnah über den aktuellen Sachstand bei der Standarddiskussion auf nationaler und internationaler Ebene informiert. Wir sind nah dran an der EU-Debatte, ein enger Austausch ist garantiert. Das ist wichtig, schließlich wollen wir eine Lösung entwickeln, die EU-konform ist.“

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Mich würden der Stand dieses Pilotprojekts und die erworbenen Erfahrungen sehr...  lesen
posted am 01.02.2018 um 09:58 von doron.moritz@tessaris.ch


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