Registermodernisierung Bremen schließt Vertrag mit Bundesbehörde

Von Manfred Klein

Wieder einmal baut Bremen sein eGovernment-Engagement aus: Die Bremer Koordinierungsstelle für IT-Standards (KoSIT) unterstützt den Bund und die Bundesländer in den nächsten Jahren bei der dringend notwendigen Registermodernisierung.

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Die Bremer Kooardinierungsstelle für IT-Standards unterstützt Bund und Länder bei der Registermodernisierung
Die Bremer Kooardinierungsstelle für IT-Standards unterstützt Bund und Länder bei der Registermodernisierung
(© Andrey Popov – stock.adobe.com)

Neben der OZG-Umsetzung ist die Registermodernisierung sicher eines der wichtigsten Aufgaben bei der Verwaltungsdigitalisierung, da nur so medienbruchfreie Dienstleistungen möglich werden. Auf die Bedeutung der Registermodernisierung weist denn auch der CIO Bremens, Staatsrat Dr. Martin Hagen: „Eine moderne Verwaltung braucht leistungsfähige Register. Bürgerinnen und Bürger, aber auch Unternehmen haben zu Recht den Anspruch, dass sie ihre Daten nicht bei jedem Antrag erneut angeben müssen. Behörden sollten problemlos auf die einmal erfassten Angaben zurückgreifen können, damit Antragsverfahren komfortabel und einfach werden.“

Hagen weiter: „Einige europäische Länder sind schon viel weiter. Unsere Register müssen modernisiert werden, damit Deutschlands Verwaltung ebenso bürgerfreundlich wird wie beispielsweise die dänische“.

Der Bund und die Länder haben sich dieser anspruchsvollen Aufgabe angenommen. Ein milliardenschweres Programm soll bis 2025 die Daten der wichtigsten Register besser zugänglich machen. Dazu wurde eigens eine neue Bundesbehörde gegründet, die den Aufbau des technischen Systems koordinieren soll. „Mit der Registermodernisierungsbehörde hat die KoSit kürzlich eine mehrjährige Kooperation vereinbart. Dafür werden wir uns in den nächsten Jahren bei den Schnittstellen in Richtung Europa engagieren“ sagt Carola Heilemann-Jeschke, zuständige Abteilungsleiterin beim Senator für Finanzen.

Denn bis Ende nächsten Jahres vernetzt die europäische Kommission die Verwaltungen ihrer Mitgliedsstaaten. „Wenn beispielsweise eine deutsche Studentin im Ausland eine Entscheidung zur Anerkennung von Studiennachweisen benötigt, soll sie die zukünftig ganz einfach elektronisch erhalten können“ erklärt Frank Steimke, einer der beiden Leiter der KoSIT.

Was sich so selbstverständlich anhört, ist technisch anspruchsvoll. 27 Mitgliedsstaaten müssen sich auf gemeinsame Technologien und Regeln einigen. „Das ist nicht einfach. Aber wir arbeiten gemeinsam mit anderen Mitgliedsstaaten an Verfahren, die in der Zukunft immer stärker unser Leben in Europa bestimmen werden“ ist er überzeugt. Soweit möglich, sollen die europäischen Lösungen auch in Deutschland zur Anwendungen kommen. Dadurch wird nicht nur Zeit und Geld bei der Registermodernisierung in Deutschland gespart, sondern auch die Verbindung zur IT-Strategie Europas gestärkt.

Die nun vereinbarte Kooperation mit der Registermodernisierungsbehörde läuft zunächst bis Ende 2025. Pro Jahr stehen bis zu drei Millionen Euro für die in Bremen wahrzunehmenden Aufgaben zur Verfügung. „Die Situation auf dem Arbeitsmarkt ist leider sehr angespannt. Aber wir werden auf jeden Fall versuchen, mit dem Geld noch mehr hochqualifizierte Stellen bei der KoSIT zu schaffen“ sagt Dr. Martin Hagen.

Auch Carola Heilemann-Jeschke wirbt um neues Personal in der KoSIT: „Hier in Bremen arbeiten wir an Lösungen, die vom Bund und allen Bundesländern übernommen werden. Wo sonst hat man als Informatikerin oder Informatiker so sehr die Chance, die Digitalisierung der Verwaltung in Deutschland und Europa unmittelbar zu gestalten? Das ist eine reizvolle und anspruchsvolle Aufgabe“.

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