eRechnung

Bremen holt Handwerkskammer ins Boot

| Autor: Manfred Klein

Bremen bindet das Handwerk in die Einführung der eRechnung ein
Bremen bindet das Handwerk in die Einführung der eRechnung ein (Bild: © JFL Photography – stock.adobe.com)

Die Hansestadt Bremen, vertreten durch das Finanzressort, und Handwerkskammer haben einen Vertrag zur Durchführung gemeinsamer Informations- und Beratungsangebote zur Einführung der eRechnung unterzeichnet.

Bremen plant, Ende November 2018 die eRechnung als erstes Bundesland einzuführen. Ein Jahr früher, als von der EU gefordert. Die Einführung des neuen Standards und Verfahrens soll nun durch ein Informations- und Fortbildungsangebot für Handwerksbetriebe begleitet werden. Finanzsenatorin Karoline Linnert und Handwerkskammer-Präses Jan-Gerd Kröger haben einen entsprechenden Vertrag unterzeichnet.

Karoline Linnert betonte anlässlich der Unterzeichnung: „Bremen hat in Sachen eRechnung eine Vorreiterrolle übernommen. Wir wollen den Betrieben den Umstieg auf die eRechnung erleichtern und damit die Akzeptanz des neuen Verfahrens steigern. Gemeinsam mit den Fachleuten der Handwerkskammer werden unsere Experten aus dem Finanzressort den Handwerkerinnen und Handwerkern mit Rat und Tat zur Seite stehen – auch individuell vor Ort in den Betrieben. Die eRechnung ist ein Meilenstein unserer Digitalisierungsstrategie. In Bremen – Land und Stadtgemeinde – gehen jährlich rund 300.000 Rechnungen bei der Öffentlichen Verwaltung ein.“

Jan-Gerd Kröger erläutert: „Gerade für kleinere Betriebe kann die Einführung eines neuen eStandards zur Herausforderung werden. Vorbehalte sind verständlich, nicht jeder Handwerker ist versiert in Computerfragen. Niemand soll aus Angst vor einer vermeintlich schwierigen Abrechnung vor öffentlichen Aufträgen zurückschrecken. Die korrekte Anwendung der Software garantiert, die in wenigen Jahren europaweit vorgeschriebenen Standards zu erfüllen. Einmal eingeübt, werden nervende, zeitraubende Nachfragen und Korrekturen vermieden.“

Martina Jungclaus, Haupt­geschäftsführerin der Hand­werkskammer Bremen führt weiter aus: „Die Vielfalt der eingesetzten Softwarelösungen, der Schnittstellen und der möglichen Übertragungs­wege sowie die Einflüsse der technischen Lösungen auf die betriebswirtschaftlichen Prozess­abläufe machen eine individuelle Beratung der Handwerksbetriebe hinsichtlich einer möglichen Verwendung des Standards XRechnung notwendig. An dieser Stelle setzt die Kooperation an. Es werden Grundlageninformationen und konkrete Handlungshilfen über die elektronische Rechnungstellung Handwerksunternehmen vermittelt.“

Die Eckpunkte des Vertrags:

--> Der Vertrag wird für die Jahre 2018/2019 geschlossen. Eine Verlängerung für das Jahr 2020 ist geplant.

--> Infoveranstaltungen für Betriebe

--> Beratung vor Ort bei Firmen

--> Gespräche mit branchenspezifischen Software-Anbietern über Schnittstellenfragen

--> Jährliche Berichte dokumentieren die Ergebnisse.

Handwerksbetriebe sind für Bremen wichtige Partner der öffentlichen Auftraggeber. Rainer Heldt, Projektleiter eRechnung im Finanzressort, betont: „Die praktischen Erfahrungen bei der Anwendung der eRechnung sind für uns wichtig. Wir werden sie nutzen, um die Software bei Bedarf weiter zu entwickeln.“

Ende November 2018 sollen alle Verwaltungsdienststellen in Bremen den Service anbieten. Ab 2020 sind alle Lieferanten zur Ausstellung elektronischer Rechnungen verpflichtet.

Finanzstaatsrat Henning Lühr berichtet vom großen Interesse auf Bundesebene an der Einführung der eRechnung in Bremen. „Die Bremer IT-Fachleute haben einen guten Ruf. Ihre Kompetenz wird geschätzt. Der bundesweite IT-Planungsrat hat 2015 die gemeinsame Einführung der eRechnung durch Wirtschaft und Verwaltung zum Leuchtturmprojekt erklärt. Die anderen Länder sind an der von uns entwickelten Software interessiert. Nordrhein Westfalen und Rheinland Pfalz haben bereits beschlossen, sie auch anzuwenden. Die Basis bilden die EU- Standards für die eRechnung, die für Deutschland gemäß den EU-Vorgaben von der in Bremen angesiedelten Koordinierungsstelle für IT-Standards für Bund, Länder und Kommunen entwickelt wurden.“

Die Kooperation und der damit verbundene intensive Austausch zwischen Auftraggebern und –nehmern ist ein wichtiger Baustein zur erfolgreichen Umsetzung des zentralen Digitalisierungsprojekts der bremischen Verwaltung. Karoline Linnert. „Das neue digitale Verfahren wird zunehmend das bestehende antiquierte Verfahren der Papierrechnung ablösen. Die Firmen können Porto und Papier sparen und mit einer schnelleren Bearbeitung rechnen. Auch die Verwaltung spart Zeit und Geld.“

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