eGovernment-Wettbewerb 2012

Brandenburg und Polen: Preis für gemeinsames Telemedizin-Projekt

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Tele-Tumorkonferenzen machen intensiven Gebrauch von Tele-Konferenzeinrichtungen, sparen massiv ärztliche Arbeitszeit ein und vernetzen Teleradiologie und Telepathologie mit onkologisch tätigen Ärzten oder Strahlentherapeuten.

Die beiden großen Tumorkonferenzen im Projekt sind jeweils beispielhaft: die Eberswalder Tumorkonferenz durch die Vielzahl der Beteiligten, die zweimal pro Woche zusammengeschaltet werden, die urologische Tumorkonferenz (Tele-Urologie), weil sie Fachabteilungen in Schwedt, Greifswald und Stettin zusammenbringt, also grenzüberschreitend arbeitet.

Die Umsetzung

Bereits in früheren Förderphasen waren Teleradiologienetze um Greifswald und Eberswalde herum aufgebaut worden. Diese bilden das Rückgrat eines Telestroke-Netzes für die Versorgung von Schlaganfallpatienten und belegen die Nachhaltigkeit des POMERANIA-Projekts.

Computertomografische Bilder des Gehirns von Schlaganfallpatienten werden im Teleradiologienetz transportiert, im Zentrum von Neuroradiologen befundet und der Fachabteilung Neurologie zur Verfügung gestellt. Das Netz dient auch zur Durchführung von Telekonsilen. Dies sind medizinische Untersuchungen in der Form neurologischer Fachkonsile für Häuser, die Schlaganfallpatienten versorgen, aber keine eigene Neurologie vorhalten können.

Weitere Teilprojekte förderten eine rasche Digitalisierung. Dabei hat sich immer wieder gezeigt, dass die reine Finanzierung von Komponenten gar nicht entscheidend war. Wichtiger war die gebündelte Nachfrage, die Anreize für die Anbieter schuf, einwandfreie und moderne Lösungen zu entwickeln.

Für Entwicklung und Implementierung der Telemedizin-Projekte in der Euroregion POMERANIA wurde 2007 ein gemeinnütziger Verein gegründet, der die nötigen Abstimmungen trifft. Eigentümer der Investi­tionsgüter ist jeweils der Verein. Die Krankenhäuser geben ihm im Rahmen des Förderprogramms vor der Beschaffung ein Darlehen, das der Verein nach Mittelrückfluss vom Landesförderinstitut (LFI) zu 85 Prozent an die Krankenhäuser zurückfließen lässt. Der Eigenanteil der Kliniken beträgt also 15 Prozent – ein überaus wirksames Kontrollinstrument.

Organisatorisch wurde auf deutscher Seite eine aus Fördermitteln zu 85 Prozent finanzierte Geschäftsstelle aufgebaut. Planung und Umsetzung wurden durch DFC, einem externen IT-Dienstleister, und für die Vergabeverfahren über die Kanzlei Wiehler von dem Bussche abgewicklet. Es habe sich als Vorteil erwiesen, so die Verantwortlichen, dass ein Externer die technische Umsetzung des Projekts verantworte. Konkurrenzkämpfe der beteiligten Krankenhäuser würden so wirksam unterbunden.

Vom Landesförderinstitut Schwerin werden nach Prüfung alle Fördermittel ausgezahlt. Dies bedeutet, dass die polnischen Fördergelder, die Millionen-Euro-Höhe erreichten, alle vom LFI über den Verein nach Polen fließen. Hintergrund dieser Maßnahme ist das Erzwingen einheitlicher Rechtsstandards im EU-Gebiet. Projektführer auf polnischer Seite ist die Pommersche Universität Stettin. Diese hatte vor Projektbeginn mit allen beteiligten 21 Krankenhäusern jeweils separate Verträge abgeschlossen. Sie nimmt also für die polnische Seite die Aufgabe war, die die Geschäftsstelle für die deutsche Seite erfüllt.

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