400.000 Sicherheitskräfte nutzen den Digitalfunk BOS-Behörde rechnet bis Ende 2014 mit Projektabschluss

Autor Ira Zahorsky

Nach einer langen Durstrecke ist der Digitalfunk für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben nun offenbar auf einem guten Weg. Seit Dezember nutzen mehr als 400.000 Teilnehmer den Digitalfunk BOS. Dadurch steigt auch die Nutzung des Digitalfunk BOS: Allein im Dezember wurden 4,3 Millionen Gruppenrufe abgesetzt.

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Der BOS-Digitalfunk macht Fortschritte
Der BOS-Digitalfunk macht Fortschritte
(Foto: BDBOS/Wilke)

Dazu die Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, kurz BDBOS: „In allen Bundesländern ist der Digitalfunk BOS bei den Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, wie Polizeien, Feuerwehren und Rettungsdiensten, inzwischen täglich im Einsatz. Die Einsatzkräfte bewerten insbesondere die bessere Erreichbarkeit sowie die hohe Sprachqualität im Vergleich zum Analogfunk positiv.“

Auch in zahlreichen Großlagen bewähre sich der Digitalfunk BOS bereits, so zum Beispiel im Rahmen der Hochwasserkatastrophe im Süden und Osten Deutschlands im Sommer 2013.

„Aufgrund des neuen Funksystems konnten die Einsatzkräfte organisationsübergreifend und verlässlich miteinander kommunizieren. Dies erleichterte zugleich die Gesamtkoordination des Einsatzes und ermöglichte eine effektive Steuerung der eingesetzten Kräfte.“

Mit dem wesentlichen Abschluss des bundesweiten Aufbaus des BOS-Digitalfunknetzes bis Ende 2014 rücke nun die Feinjustierung der technischen Infrastruktur und die Optimierung des Netzes in den Vordergrund.

Die bereits mit Unterstützung des Digitalfunk BOS durchgeführten Einsätze dienten dabei als Grundlage für diese Weiterentwicklung. Im nächsten Schritt sollen den Teilnehmern weitere Dienste zur Verfügung gestellt werden, die eine effektive Einsatzabwicklung unterstützen.

Auf Anfrage von eGovernment Computing erklärte die Digitalfunkbehörde zur weiteren Entwicklung: „Die BDBOS geht derzeit davon aus, dass künftig rund 500.000 Sprechfunkgeräte im BOS-Digitalfunknetz registriert sein werden.“

„Hinzu kommen die Alarmierungsempfänger jener Behörden und Organisationen, wie beispielsweise Freiwillige Feuerwehren, welche den Alarmierungsdienst des Digitalfunk BOS nutzen werden. Da das BOS-Digitalfunknetz in manchen Regionen Deutschlands noch ausgebaut wird, gibt es derzeit eine fortlaufende Registrierung neuer Nutzer. “

Aktuell decke der Digitalfunk BOS 88,9 Prozent der Fläche der Bundesrepublik Deutschland ab. Deutschlandweit werde der Netzaufbau im Wesentlich bis Ende 2014 abgeschlossen sein.

Das Leistungsspektrum des Digitalfunk BOS sieht nach der Vollendung des Netzaufbaues die Verfügbarkeit verschiedener Dienste vor, welche die Nutzerinnen und Nutzer bei der Ausführung ihrer Arbeit unterstützen sollen.

Neben den Basisdiensten des Digitalfunk BOS (zum Beispiel Gruppenkommunikation, Verschlüsselung, Notruf) sollen künftig weitere Dienste zur Verfügung stehen.

Hierzu zählen beispielsweise die Einzelkommunikation, die IP-Paketdatenübertragung, die erweiterte Mobilitätsverwaltung sowie die Flottenadressierung.

Die Dienste des Digitalfunk BOS können über das Nutzereigene Management (NeM) verwaltet und über das Netzmonitoring überwacht werden.

Zu den Regionen, in denen der Digitalfunk BOS derzeit schon eingesetzt wird, gehören laut BDBOS beispielsweise Berlin, Bremen, Hamburg und München, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, das Saarland, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg sowie weite Teile von Niedersachen, Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen.

Von den geplanten rund 4.500 Basisstationen, an rund 4.300 Standorten, waren Mitte Dezember 4.049 aufgebaut und davon 3.719 Basistationen in das Netz integriert.

Einen Überblick über die weitere Entwicklung gibt der Fortschrittsanzeiger der Bundesanstalt.

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