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Version 4.0 soll die Herstellerbindung verringern BMI veröffentlicht neuen Migrationsleitfaden

| Redakteur: Manfred Klein

Auch in seiner neuesten Version soll der Migrationsleitfaden, der seit dem Jahre 2003 veröffentlicht wird, einen Überblick über wichtige Aspekte von Software-Migrationen in der Öffentlichen Hand sowie eine praktische Hilfe für deren Planung und Durchführung geben. Die jetzt veröffentlichte vierte Version wurde vollständig überarbeitet. Welche Neuerung hat das Dokument zu bieten?

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Der neue Migrationsleitfaden soll die Anpassung der IT in den Behörden erleichtern (Foto: Amy-Walters - Fotolia.com)
Der neue Migrationsleitfaden soll die Anpassung der IT in den Behörden erleichtern (Foto: Amy-Walters - Fotolia.com)

Der neue Migrationsleitfaden 4.0 untersucht insbesondere rechtliche, wirtschaftliche sowie strategische und technische Aspekte bei der Software-Migrationen. Jeder Aspekt wird dabei in einem jeweils eigenen Dokument beleuchtet.

Der Leitfaden enthält dazu nun vor allen Dingen Entscheidungshilfen für die jeweiligen Migrationsgebiete in Form von Kriterienlisten, kurzen Produktbeschreibungen, tabellarischen Gegenüberstellungen und Empfehlungen.

Ergänzt werden diese um Begriffsdefinitionen, allgemeine Kriterien für erfolgreiche Software-Migrationen sowie einem Ausblick auf Zukunftsthemen der IT, aber auch rechtliche Fragen wie die Regelung der Haftung, Lizenzfragen oder auch der Umgang mit Open Source im Vergabeverfahren.

Dazu heißt es im Dokument: „Die (Bundes-)Verwaltung ist seit langem selbst oder als Auftraggeberin im Bereich der Softwareentwicklung tätig. Dabei hat der Anteil an verwendeten oder veränderten Open-Source-Komponenten in den letzten Jahren stetig zugenommen. Die Verwaltung ist insbesondere durch den Rückfluss von Änderungen und Erweiterungen an die jeweilige Produkt-Community in einigen Fällen implizit ein Teil der Open-Source-Community geworden.“

Insbesondere die damit verbundenen rechtlichen Fragen sind vollständig überarbeitet und aktualisiert worden. So soll eine Gesamtbetrachtung aller rechtlicher Aspekte von Software-Migrationen ermöglicht werden.

Neu aufgenommen wurden ferner Abschnitte, über die Lizenzierung verwaltungseigener Software als Open-Source-Software und über die Modifizierung von Open-Source-Software durch die Verwaltung.

Die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung von Software-Migrationen wurde analog zu den rechtlichen Aspekten behandelt. Deren Kernaussagen sind weiterhin im Migrationsleitfaden enthalten und verweisen für die Details auf das entsprechende Begleitdokument.

Die Zielsetzung der Version 4.0 wird im Dokument so definiert: „Das zentrale Ziel des Migrationsleitfadens ist es, die mit geschlossenen Daten- und Schnittstellenformaten einhergehende starke Herstellerbindung deutlich zu verringern. Daher wird verstärkt auf den Einsatz offener Standards und modular aufgebaute Softwaresysteme eingegangen. Anbieter von Begleit- oder Alternativprodukten, Zusatzmodulen oder Plug-Ins können dadurch Schnittstellen- und Datenformatspezifikationen einsehen und nutzen, wodurch Angebotsvielfalt und Wettbewerb gefördert werden.“

Und: „Alle beleuchteten Aspekte, Bewertungen und Empfehlungen verstehen sich als Hilfen zur Umsetzung des Konzepts IT-Steuerung Bund und der darauf basierenden Beschlüsse des Rats der IT-Beauftragten der Ressorts (IT-Rat) zur Rahmenarchitektur IT-Steuerung Bund, zur Einführung offener Dokumentenformate in der Bundesverwaltung, zu SAGA 5 und zur IT-Konsolidierung in den zentralen IT-Dienstleistungszentren des Bundes (DLZ-IT)“.

Der Migrationsleitfaden wurde im Auftrag der Beauftragten der Bundesregierung für Informationstechnik, Cornelia Rogall-Grothe, überarbeitet und liegt nun zum Download bereit.

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