Moderner Staat: Innenminister nochmal Schirmherr BMI und KGSt setzen ab Juni auf Zukunftskongress Staat & Verwaltung

Redakteur: Gerald Viola

„Hier haben wir zum ersten Mal die Chance, Kongress und Fachmesse sogar stärker als zuvor miteinander zu verbinden“, versprach der „Moderne Staat“ für den Umzug der Kongressmesse im Dezember 2013 ins Berliner Estrel Convention Center. Zu spät, wie es scheint, denn BMI und KGSt setzen auf den Zukunftskongress.

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Neue Leitmesse für den Public Sector: Zukunftskongress Staat & Verwaltung im Berliner Congress Center
Neue Leitmesse für den Public Sector: Zukunftskongress Staat & Verwaltung im Berliner Congress Center
(Foto: bcc)

Ministerialdirigent Dr. Georg Thiel, im Bundesministerium des Innern Ständiger Vertreter der Leiterin der Abteilung O „Verwaltungsmodernisierung; Verwaltungsorganisation“ zu eGovernment Computing: „Für die Verwaltungsmodernisierung ist eine Messe, wie die Messe Moderner Staat, nicht mehr das richtige Format. Wir setzen mehr auf Kongresse, wo in Foren, Workshops und anderen Formaten ein intensiver Erfahrungsaustausch, aber auch die Vorstellung von Zukunftsthemen stattfinden kann. Kongresse geben dieser Informations- und Darstellungsform eine wesentlich bessere Plattform. Deshalb ist der Zukunftskongress Staat & Verwaltung am 25.und 26. Juni 2013 unsere zentrale Veranstaltung.“

Startet Mitte 2013: Zukunftskongress Staat & Verwaltung
Startet Mitte 2013: Zukunftskongress Staat & Verwaltung
(© Wegweiser)
Und die veranstaltet die Berliner Wegweiser Media & Conferences GmbH in Partnerschaft mit dem Bundesministerium des Innern, der KGSt, Vitako, Accenture und vielen anderen wichtigen Akteuren einmal jährlich.

Erster Termin ist am 25. und 26. Juni im Berliner Congress Center (bcc) unter dem vorläufigen Motto „Knappe Mittel und große Aufgaben – Ein Arbeitskompass für Politik und Administration“. Und die Partnerschaft ist zunächst für fünf Jahre gesichert.

Was unterscheidet den Zukunftskongress Staat & Verwaltung vom Modernen Staat?

Wegweiser stellt drei Schwerpunkte im Vorfeld heraus. „Die (neue) Leitveranstaltung zur Verwaltungsmodernisierung ...

  • ... stellt den Dialog über bestehende Probleme und deren Lösung in den Vordergrund und nimmt dabei die strategischen Zukunftsfragen von Bund, Ländern und Kommunen (und Europa) sowie deren Verwaltungen in den Fokus, kommt dem Bedürfnis nach mehr Beteiligung der Bürger (hier über deren Mandatsträger) näher und ist internationaler ausgerichtet.
  • ... zielt auf die oberen Führungsebenen von Bundes-, Landes- und Kommunalbehörden und soll zu einem festen Termin (jeweils im Juni) im Verwaltungskalender werden.
  • ... trennt nicht zwischen Messe und Kongress. Sie bietet der Wirtschaft eine ideale Plattform, sich durch Ausstellung, Workshops und Beteiligung an den Foren in aktuellen Diskussionen strategisch und zugleich praxisorientiert zu positionieren, sich als Problemlöser und Partner mit eigenen Ideen, Produkten und Dienstleistungen in das Blickfeld von Entscheidungsträgern zu bringen.

Drei Fragen an Wegweiser-Geschäftsführer Oliver Lorenz

Wodurch wollen Sie sicherstellen, dass die Aussteller auf ihre Kosten kommen?

Lorenz: Der Zukunftskongress stellt den Dialog über Probleme und weniger die eigene Leistung in den Vordergrund. Es gibt keine Trennung mehr zwischen Messe und Kongress.

Er bietet der Wirtschaft somit eine gute Plattform, sich entweder durch Ausstellung, Workshops und/oder Beteiligung an den Foren in aktuellen Diskussionen strategisch und zugleich praxisorientiert zu positionieren, sich als Problemlöser und Partner mit eigenen Ideen, Produkten und Dienstleistungen in das Blickfeld von Entscheidungsträgern zu bringen.

In den Mittelpunkt stellen wir dabei ausschließlich das Thema Verwaltungsmodernisierung sowie angrenzende politische Fragen wie die Rolle des Staates oder Subsidiarität. Konkret bedeutet dies, dass wir mehr über das „Wie“ und erst danach über „mit wem“ reden wollen und dabei den Blick auch über europäische Grenzen hinaus richten werden. Hierfür schaffen wir Themenwelten, die weit über ein klassisches Ausstellungskonzept hinausgehen und die Leute ins Gespräch bringen werden.

Auch der Veranstaltungsort, das bcc am Alexanderplatz, wird durch seine spannende Architektur und seine räumliche Begrenzung mit drei Ebenen, die wir für die Themenparks nutzen, den Dialog fördern.

Sie ergänzen den Kongress durch Social-Media-Aktivitäten. Soll dadurch auch eine Teilhabe bis zur nächsten Veranstaltung sichergestellt werden?

Lorenz: Ja. Auf www.zukunftskongress.info und anderen Netzwerken wollen wir den Dialog fortsetzen und die Themen auch weiter treiben.

Und die „geschlossenen Community“ auf zukunftskongress.info: Soll das eine Art Verwaltungs-Facebook oder Verwaltungs-XING werden?

Lorenz: Auf zukunftskongress.info werden wir allen angemeldeten Teilnehmern des Kongresses 2013 und der Jahre danach kostenfrei die Möglichkeit schaffen, sich in einer geschlossenen Community miteinander zu vernetzen. So sollen bereits ein Gespräch und ein Dialog im Vorfeld und im Nachgang des Kongress möglich werden. Zusätzlich wollen wir einen Teil der Messe damit „virtualisieren“. Ob daraus ein allgemeines Verwaltungs-Facebook werden kann, wird sich zeigen.

Wie bei allen Dingen im Leben ist es bei diesen Projekten wichtig, sich auf das Wesentliche und Mögliche zu konzentrieren. Wir wollen für das Netzwerk und den Kongress alle erreichen, die das Thema Modernisierung der Verwaltung nun wirklich voranbringen wollen. Wenn uns das gelingt, sind wir zufrieden.

Die Themen des ersten Zukunftskongresses

Bis Mitte Dezember 2012 erarbeitet ein Programmbeirat unter Moderation des Beiratsvorsitzenden Dr. Klaus von Dohnanyi die konkreten Themen der Erstveranstaltung. Aktuell zeichnen sich – neben allgemein strategisch-politisch Diskussionen wie die Rolle des Staates oder Subsidiarität – folgende Themen ab:

Geschäftsprozessoptimierung – intelligente Vernetzung – Kooperationsmodelle – eGovernment

  • One-stop-gov und non-stop-gov (Ideen und Best Practices) durch einheitliche digitale Zugänge und Trennung zwischen Front- und Back Office
  • Netzwerkverwaltung
  • Prozessmanagement
  • Prozessorientierte Organisation
  • Integration von Social Media

Dezentralisierung oder Zentralisierung

  • „Shared Services” (Dienstleistungszentren)
  • Standardisierung (fachlich/organisatorisch)
  • Bündelung von Fach- und Ressourcenverantwortung
  • Gemeinsame Infrastrukturen

Haushaltssteuerung & strategische Haushaltskonsolidierung

  • Erfolgs- und Wirkungskontrolle
  • Betriebswirtschaftliche Steuerung (Input/Output)
  • Messbarkeit von Verwaltungsleistungen
  • Anreizstrukturen für Effizienz in der Verwaltung
  • Leistungsvergleiche

Open Government

  • Transparenz und Open Data
  • Beteiligungsverfahren
  • Kulturwandel

Professionalisierung des Personalmanagements

  • Personalentwicklung
  • Kompetenzentwicklung
  • Lebenslanges Lernen

Der Zukunftskongress zielt auf den deutschsprachigen Raum

Oliver Lorenz ist sicher: „Der Zukunftskongress wird für die Verwaltungen in Deutschland, im deutschsprachigen Raum und auch darüber hinaus zu dem Jahrestreffen werden, bei dem Experten aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft gemeinsam Antworten auf die drängenden Fragen von Staat und Verwaltung finden.“

Dazu beitragen sollen auch:

  • Das „Zukunftspanel Staat & Verwaltung“ analysiert im Vorfeld des Kongresses bei 1.500 Entscheidungsträgern der ersten und zweiten Führungsebene der Verwaltung aktuelle und zukünftige Herausforderungen sowie geplante Maßnahmen zur Modernisierung.
  • Das „Jahrbuch Verwaltungsmodernisierung“ ist Tagungsunterlage des Zukunftskongresses und wird die Ergebnisse und Inhalte des Kongresses im Nachgang auch an über 10.000 Entscheidungsträger kostenfrei kommunizieren.
  • Zwölf Zukunftsforen werden die zentralen Problemfelder und Herausforderungen der Verwaltungsmodernisierung methodisch aufbereiten. Anhand von Erfolgsbeispielen werden Handlungsempfehlungen abgeleitet und Ansätze zur Übertragbarkeit diskutiert.

Wichtig für die Veranstalter: „Der Zukunftskongress kommt ohne direkte öffentliche Mittel aus und leistet so einen eigenen, kleinen Beitrag zur Haushaltskonsolidierung. Durch eine Verschiebung des Gewichts von dominierenden Ausstellungen zum Kongress ermöglicht er auch Partnern aus Öffentlicher Hand, Wissenschaft und Wirtschaft die Beteiligung an Themenwelten oder Gemeinschaftsständen kostengünstiger planen zu können. Die Finanzierung des Kongresses wird über ein Partnerkonzept gewährleistet, das Teilnehmern aus den Verwaltungen die Teilnahme ermöglicht (ab 95 Euro Teilnahmegebühr) und auch mittelständische Unternehmen nicht überfordert.“

Und was sagt der Moderne Staat zur neuen Situation?

Eine Woche vor der 16. Veranstaltung erklärte Hans-Joachim Erbel, CEO der Reed Exhibitions Deutschland GmbH auf Anfrage: „Wir bedauern die Entscheidung des Bundesministeriums des Innern und der KGSt, die langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Moderner Staat zu beenden.

Die Neustrukturierung und der Standortwechsel innerhalb Berlins in das Estrel Convention Center eröffnen uns gleichsam neue Entwicklungsperspektiven: Gemeinsam mit Partnern wie dem deutschen Städte- und Gemeindebund sowie der Plattform Digitales Österreich werden wir Moderner Staat 2013 innovativer und internationaler gestalten. Zudem stärken wir zusammen mit der Zeppelin Universität den Kongresscharakter und das Networking auf Moderner Staat.

Die Resonanz von Seiten der Aussteller auf den Standortwechsel ist unterdessen sehr gut und es liegen bereits jetzt Buchungen für 2013 vor.

In diesem Jahr findet Moderner Staat in der bewährten und guten Zusammenarbeit mit unseren Partnern statt. Bundesinnenminister Dr. Hans-Peter Friedrich wird Moderner Staat am 6. November in Berlin eröffnen.“

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