Verwaltungsportal des Bundes

Blaupause für den Portalverbund

| Autor: Manfred Klein

Hereinspaziert! Die Beta-Version des Verwaltungsportals des Bundes ist online
Hereinspaziert! Die Beta-Version des Verwaltungsportals des Bundes ist online (© BMI)

Das Onlinezugangsgesetz (OZG) verpflichtet Bund, Länder und Kommunen alle Verwaltungsdienstleistungen bis 2022 zu digitalisieren. Das kann nur gelingen, wenn die Verwaltung flächendeckend digitalisiert wird. Ein ersten wichtigen Schritt dazu, hat das Bundesinnenministerium (BMI) nun mit der Freischaltung der Beta-Version des neuen Verwaltungsportals des Bundes getan.

Der Prototyp ist eine Vorabversion des Verwaltungsportals und zeigt mit Anschauungsbeispielen, wie das Portal später von Bürgerinnen, Bürgern und Unternehmen genutzt werden kann.

Der weitere Aufbau des Portal soll nun schrittweise erfolgen. Der Prototyp erhebt daher keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Das gilt für die Leistungen des Bundes ebenso, wie für die Leistungen der Länder, die das Verwaltungsportal des Bundes als Bestandteil des Portalverbundes ebenfalls anzeigt.

Derzeit finden die Nutzerinnen und Nutzer die Leistungsbeschreibungen der Länder Baden- Württemberg, Bayern, Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen sowie einiger Kommunen aus Nordrhein-Westfalen auf dem Portal. Der Bestand an Leistungsbeschreibungen wird kontinuierlich erweitert.

Sollte eine Verwaltungsleistung noch nicht zu finden sein, übermittelt das Portal automatisch das passende Stichwort auf das Verwaltungsportal des Bundeslandes, sofern die Postleitzahl bei der Suche eingegeben wurde.

Blaupause für den Verwaltungsverbund

Gerade in den Kommunen herrscht noch Unsicherheit darüber, wie sie in den Verwaltungsverbund integriert werden sollen. Es ist daher wohl sinnvoll, die Architektur des Portals kurz zu schildern.

Im Einzelnen soll das Portal aus folgenden Komponenten bestehen:

  • Digitalisierungsplattformen und Basisdienste: Jedes Verwaltungsportal im Portalverbund ist zu einer Digitalisierungsplattform mit einem Nutzer- konto für Bürger und Unternehmen, Postfach, Funktionalitäten für die Gestaltung von Formularen und Bezahlen auszubauen. Weitere Basisdienste können ergänzt werden.
  • Basisdienste im Portalverbund: Die Basisdienste der einzelnen Plattformen sollen für alle Online-Leistungen im Portalverbund ge- nutzt werden können. Zum Beispiel soll jede Online-Leistung mit jedem Bürger- und Unternehmenskonto innerhalb des Portalverbunds abgewickelt werden können. Deshalb muss jedes Nutzerkonto einheitlichen Vorgaben entsprechen und zum Beispiel verschiedene Vertrauensniveaus abbilden können.
  • Beschreibungen der Online-Leistungen: Alle Verwaltungsleistungen müssen vollständig online angeboten werden. Über jedes Verwaltungsportal sollen alle angebundenen Online-Leistungen von allen anderen Portalen im Verbund aufrufbar sein. Deshalb soll jede Beschreibung einer Online-Leistung über einen eindeutigen LeiKa-Schlüssel verfügen und hierüber gefunden und anzeigt werden. Die Leistungsbeschreibungen müssen den Qualitätskriterien des LeiKa entsprechen. Sofern einschlägige Stammtexte für eine Verwaltungsleistung im LeiKa vorliegen, sind diese zu verwenden.
  • Online-Gateway: Der Austausch von Leistungsbeschreibungen und der Aufruf einer Online-Leistung erfolgen über eine Vermittlung. Von den am Verbund teilnehmenden Portalen sollen daher für die Anzeige von Informationen und den Zugriff auf Online-Leistungen Online-Gateways eingesetzt werden. Voraussetzung hierfür ist, dass die Online-Leistung mit ihrem eindeutigen LeiKa-Schlüssel zuvor an dem jeweils zu- ständigen Online-Gateway registriert wurde. Ein den Grundprinzipien des Portalverbunds entsprechendes Online-Gateway soll bis Herbst 2018 pilotiert werden.
  • Komponente ‚Leistungsbeschreibungen Suchen & Finden’: Der Portalverbund stellt eine komfortable Komponente für das Suchen und Finden von Leistungsbeschreibungen bereit. Diese ist Bestandteil des Online-Gateways. Um den Nutzerinnen und Nutzern das Suchen und Finden von Leistungsbeschreibungen zu erleichtern, sollen alle Verwaltungsportale alle Leistungsbeschreibungen gemäß ihrer Zuständigkeit bereitstellen, auch für kommunale Portale und Fachportale. Die Komponente ‚Suchen & Finden“ soll bis Herbst 2018 pilotweise entwickelt werden.

Daraus ergeben sich laut BMI folgende Vorteile:

  • Mit den IT-Komponenten werden Funktionalitäten bereitgestellt, die eigene Entwicklungsaufwände der Behörden reduzieren. Der Portalverbund leistet damit einen Beitrag zur einfachen und kosteneffizienten Bereitstellung und Abwicklung von Online-Leistungen.
  • Mit dem Anspruch, IT-Komponenten so zu erstellen, dass andere Behörden bzw. Portale sie ganz oder teilweise nutzen können, wird der Verbund als Zusammenschluss von Gleichen realisiert, zu dem jeder beitragen und aus dem sich jeder bedienen kann.
  • Das Online-Gateway vereinfacht die Bereitstellung und den Aufruf von Online-Leistungen.
  • Mit der Komponente „Suchen & Finden“ ist es möglich, Leistungsbeschreibungen von allen Teil- nehmern im Portalverbund zu sammeln, bereitzustellen und danach zu suchen. Damit werden Doppelerfassungen vermieden.
  • Dank der FIM-Methodik werden qualitativ hochwertige Leistungsbeschreibungen erstellt.

Einen ersten Eindruck von der Beta-Version kann man sich hier machen.

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Stimmt!  lesen
posted am 10.10.2018 um 11:26 von vbuckert

Ich habe das OZG gelesen. Demnach stimmt nicht, was im Artikel steht. Das OZG ist gültig für Bund...  lesen
posted am 04.10.2018 um 09:30 von Unregistriert

Schön, wenn das alles so funktionieren würde. Solange z.B. die kommunalen Spitzenverbände in...  lesen
posted am 26.09.2018 um 08:36 von vbuckert

Frage: - darf ich den Portal benutze wenn ich ein Gast Deutschlands bin, nicht ein Burger?  lesen
posted am 26.09.2018 um 07:54 von Unregistriert


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