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eGK – Nach zehn Jahren und Milliarden Euro Bitkom: Zustimmung zur elektronischen Gesundheitskarte wächst

Redakteur: Gerald Viola

Der Bitkom ist sich sicher: „Die Zustimmung zur elektronischen Gesundheitskarte wächst. Rund 70 Prozent der Bundesbürger sind für die Karte, wie eine aktuelle Umfrage im Auftrag des Hightech-Verbands BITKOM ergeben hat. Bei der letzten Erhebung 2009 waren es noch 59 Prozent.“

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eGesundheitskarte – eine Idee wird zehn Jahre alt
eGesundheitskarte – eine Idee wird zehn Jahre alt
( Archiv: Vogel Business Media )

„Die Bürger sehen die Vorteile der elektronischen Gesundheitskarte offenbar sehr deutlich. Dies ist ein Auftrag an die Politik und alle Beteiligten, die Karte schnellstmöglich einzuführen und ihre Potentiale mit neuen Funktionen auch wirklich auszuschöpfen“, sagte Prof. Dieter Kempf, Präsident des BITKOM.

Am Anfang der Überlegungen zur Einführung einer elektronischen Gesundheitskarte stand unter anderem der sogenannte Lipobay-Skandal, der sich am 8. August zum zehnten Mal jährt. Im Sommer 2001 musste das cholesterinsenkende Medikament vom Markt genommen werden, nachdem es zu einigen Todesfällen wegen unerwünschter Wechselwirkungen gekommen war. Als ein großes Problem hatte sich hierbei insbesondere der Umstand erwiesen, dass keine Dokumentationen über die den betroffenen Patienten verschriebenen Medikamente verfügbar waren. Unter anderem diese Informationslücke sollte die elektronische Gesundheitskarte schließen, indem sie wichtige Patientendaten, zu verschriebenen Arzneimitteln, und etwaigen Medikamentenunverträglichkeit, speichert.

Zehn Jahre nach dem Medikamenten-Skandal, der inzwischen als Geburtsstunde der elektronischen Gesundheitskarte gilt, sind die Krankenkassen per Gesetz verpflichtet worden, zehn Prozent ihrer Versicherten mit der neuen Karte auszustatten. Wobei sich die Begeisterung in Grenzen hält:

  • Die AOK Bayern ließ verlauten , dass sie die Gesundheitskarte in der aktuellen Form für sinnlos hält.
  • Die Kassenärztliche Vereinigung Bayern sagte Informationsveranstaltungen zur eGK ab.
  • Funktionstäger aus Kammern und Verbänden forderten die Bundesärztekammer auf, das „gescheiterte Industrieprojekt“ nicht mehr zu unterstützen.
  • Und selbst der Bitkom zweifelte zwischendurch zumindest an der Gematik.

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