Intelligente Stromzähler

Bitkom warnt vor Überregulierung beim Smart-Meter-Rollout

| Redakteur: Jürgen Schreier

Nicht mehr zeitgemäß: An die Stelle dieser „Dinosaurier“ treten demnächst intelligente Stromzähler.
Nicht mehr zeitgemäß: An die Stelle dieser „Dinosaurier“ treten demnächst intelligente Stromzähler. (Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Der Rollout des Smart Metering soll in den kommenden Monaten in großem Umfang erfolgen. Nach Meinung des Bitkom müssen intelligente Stromzähler rasch volle Funktionalität für Verbraucher bieten, weshalb eine definierte Schnittstelle detaillierte Vorgaben der Prozesse ersetzen soll.

In den kommenden Monaten wird der Einbau von intelligenten Stromzählern in Deutschland in großem Umfang starten. Doch nach Ansicht des Digitalverbands Bitkom droht eine Überregulierung den Erfolg der sogenannten Smart Meter zu gefährden, die eine zentrale Rolle für das Gelingen der Energiewende spielen.

„Wir brauchen verbindliche Standards und eine maximale Sicherheit, aber gleichzeitig müssen wir jetzt rasch die volle Funktionsvielfalt der Smart Meter ermöglichen“, sagt Bitkom-Energieexperte Robert Spanheimer. „Wir dürfen nicht versuchen, die technischen Spezifikationen bis ins kleinste Detail des Datenaustausches vorzuschreiben. Dadurch verlieren wir viel zu viel Zeit und die notwendige Flexibilität für innovative Anwendungen.“

Intelligente Zähler mit Smart Meter Gateways kostengünstig auslesen

Die Smart Meter Gateways, die die Kommunikation mit den intelligenten Zählern ermöglichen, bieten nicht nur ein kostengünstiges und schnelles Auslesen des Zählerstandes. Sie ermöglichen auch die dynamische Steuerung des Stromverbrauchs, etwa des E-Autos an der Ladesäule oder der Wärmepumpe, und sind so Grundlage für ein stabiles Stromnetz und ein Gelingen der Energiewende.

Darüber hinaus bieten die Smart Meter Gateways eine besonders sichere Verschlüsselung und können so Grundlage für eine ganze Palette von neuen Diensten sein, die eine besonders abgesicherte Kommunikation neben dem normalen Internetanschluss benötigen. Die Anwendungsmöglichkeiten reichen vom Smart Home über Telemedizin bis hin zu einer besonders sicheren Kommunikation mit der Bank.

Bitkom empfiehlt Datentransport über CLS-Kanal

Konkret setzt sich Bitkom dafür ein, dass der Datentransport und die Steuerung von Mehrwertdiensten über eine Schnittstelle erfolgen, den sogenannten CLS-Kanal. „Der CLS-Kanal bietet eine besonders sichere Verschlüsselung und gewährleistet so die Sicherheit der Daten und des Stromnetzes. Zugleich besteht durch die Definition einer Schnittstelle keine Notwendigkeit, den Prozess des Datenaustauschs im Detail technisch und organisatorisch zu definieren“, so Spanheimer. „Der CLS-Kanal eröffnet Raum für Wettbewerb und ist Grundlage für neue Angebote und Geschäftsmodelle.“

In der Bevölkerung gibt es eine große Bereitschaft, Smart Meter zu nutzen. So würden zwei Drittel (66 %) der Bundesbürger Geräte wie elektrische Heizungen oder Kühlgeräte automatisch so steuern lassen, dass das Stromnetz stabilisiert wird und Ressourcen geschont werden. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage unter 1.003 Bundesbürgern ab 16 Jahren im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

CLS kurz erklärt

Die Erfassung und Übermittlung von Daten über die Erzeugungs- und Verbrauchssituation übernehmen künftig intelligente Messsysteme. Diese bestehen aus einem digitalen Stromzähler und einer Kommunikationseinheit, dem so genannten Smart Meter Gateway (SMGW). Das SMGW sorgt für eine datenschutz- und datensicherheitskonforme Übertragung von Verbrauchsdaten in das intelligente Stromnetz. Das SMGW kommuniziert dabei über Schnittstellen mit verschiedenen Komponenten und beteiligten Marktakteuren.

Die CLS-Schnittstelle (CLS = Controllable Local System) des SMGW gewährleistet eine sichere Proxy-Funktionalität zwischen Geräten und Anlagen im Gebäude und autorisierten externen Marktteilnehmern (EMT). So können diese per Fernzugriff sowohl Sensoren auslesen als auch Aktoren und Steuerungen bedienen.

Quelle: Bosch Software Innovations

Dieser Beitrag stammt von unserem Partnerportal Bandbreite.

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