EuroEco-Studie

Biotronik „Home Monitoring“ hilft Herzpatienten

| Redakteur: Jürgen Sprenzinger

Es gibt aussagekräftige Belege und Studien, die für eine Home Monitoring-gestützte Patientennachsorge sprechen
Es gibt aussagekräftige Belege und Studien, die für eine Home Monitoring-gestützte Patientennachsorge sprechen (Bild: Biotronik)

Die Ergebnisse der von Biotronik gesponserten EuroEco Studie (European Health Economic Trial on Home Monitoring in ICD Therapy) wurden vom leitenden Prüfarzt Professor Dr. Hein Heidbuchel vom Herzzentrum Hasselt/Belgien, im Rahmen einer Hot Line Session auf dem ESC-Kongress 2014 vorgestellt.

EuroEco ist die erste randomisierte kontrollierte Studie zur Abschätzung der finanziellen Auswirkung einer telemedizinischen Fernnachsorge von Herzpatienten aus Sicht der Krankenhäuser. Sie hat gezeigt, dass Krankenhäusern durch den Einsatz von Biotronik „Home Monitoring“ keine zusätzlichen Kosten entstanden sind und Krankenkassen oder nationale Gesundheitssysteme im Vergleich zur Präsenznachsorge sogar einen Trend zur Kostenreduktion verzeichnen konnten. Darüber hinaus sparten Ärzte bei einer Home Monitoring-gestützten Patientennachsorge Zeit.

Telemedizinische Fernnachsorge verbessert die Patientengesundheit

„Sowohl Patienten als auch Ärzte ziehen eindeutig eine telemedizinische Fernnachsorge der Präsenznachsorge vor, da sie nachweislich zu einer Verbesserung der Patientengesundheit beiträgt und den Fokus der Ärzte auf diejenigen Patienten richtet, die Hilfe am dringendsten benötigen.

Eine Reduktion der Präsenznachsorgen setzt wiederum Ressourcen frei, so dass sich Ärzte zeitnah um die Patienten kümmern können, die tatsächlich ärztlicher Betreuung bedürfen“, erklärt Professor Heidbuchel und führt weiter aus: „Zudem unterstreichen die EuroEco-Ergebnisse, dass eine Home Monitoring-gestützte Nachsorge von Herzpatienten auch aus ökonomischer Sicht sinnvoll ist. Denn das ist die Zukunft der Medizin: die Behandlung von Patienten auf die effizienteste Art und Weise bei gleichzeitiger Beibehaltung eines hohen Qualitätsstandards.“

Primärer Endpunkt der randomisierten, prospektiven, multizentrischen Studie waren die durch Home Monitoring entstandenen Servicekosten der Krankenhäuser. Zu den sekundären Endpunkten zählten das Nettoeinkommen der Krankenhäuser und die Kosten der Krankenkassen. Es wurden insgesamt 312 Patienten mit Einkammer- und Zweikammer-ICDs (Implantierbare Kardioverter-Defibrillatoren) aus 17 Zentren in Belgien, Deutschland, den Niederlanden, Spanien und Großbritannien in die Studie aufgenommen. Im Rahmen einer Studienerweiterung wird aktuell eine Patientengruppe mit Implantaten zur kardialen Resynchronisationstherapie (CRT) rekrutiert.

Über einen Beobachtungszeitraum von zwei Jahren bestand im Hinblick auf die gesamten Nachsorgekosten der Krankenhäuser kein signifikanter Unterschied zwischen der Home Monitoring-Gruppe (204 Euro pro Patient) und der Kontrollgruppe (213 Euro pro Patient). Auch bezüglich des Nettoeinkommens der Krankenhäuser wurde kein statistisch signifikanter Unterschied verzeichnet, wobei die Ergebnisse sich je nach Land anders darstellten.

Der Trend geht in Richtung Kostenreduktion

Bei den Krankenkassen beziehungsweise den nationalen Gesundheitssystemen wurde jedoch ein Trend zu einer Kostenreduktion in der Home Monitoring-Gruppe beobachtet (4.881 Euro vs. 4.307 Euro in der Home Monitoring Gruppe). Dies gilt auch unter Berücksichtigung anderer Arztbesuche, Untersuchungen, Krankenhauseinweisungen und weiterer mit der Nachsorge verbundenen Kosten. Sogar in Ländern wie Deutschland und Großbritannien, in denen Krankenhäusern die Kosten für die Home Monitoring-gestützte Nachsorge erstattet werden, wurde kein Kostenanstieg beobachtet.

Die Ergebnisse zeigen einen Finanzierungsspielraum auf, die Fernnachsorge und die Telemonitoring-Technologie als solche angemessen zu vergüten. Die niedrigeren Kosten ergeben sich insbesondere durch weniger und kürzere Krankenhausaufenthalte, wie bereits frühere Studien wie „Ecost“ und „Connect“ gezeigt haben.

Den Ärzten bleibt mehr Zeit

Ärzte verbrachten signifikant weniger Zeit mit Home Monitoring-Patienten als mit Patienten der Kontrollgruppe (64 Minuten vs. 73 Minuten; p=0,028). Im Hinblick auf die Zeit, die das Pflegepersonal aufwandte, gab es keine signifikanten Unterschiede. Über einen Zeitraum von zwei Jahren verbrachten Ärzte und Pflegepersonal durchschnittlich drei Stunden pro Patient, unabhängig davon, ob diese eine Home Monitoring-gestützte Nachsorge erhielten oder ausschließlich eine konventionelle Präsenznachsorge.

„Angesichts der geringeren Kosten von Home Monitoring für die Krankenkassen und nationalen Gesundheitssysteme sollten sowohl Ärzte angemessen für eine Home Monitoring-gestützte Nachsorge vergütet werden als auch die Technologie selbst“, fasst Heidbuchel zusammen. „Dank der hervorragenden klinischen Ergebnisse früherer Studien wie „Compas“, „Trust“ und „In-Time“ sowie der Empfehlung der European Society of Cardiology gibt es aussagekräftige Belege, die für eine Home Monitoring-gestützte Nachsorge sprechen. Wir hoffen, dass die Ergebnisse der EuroEco Studie zu einer Umstrukturierung der Nachsorge beitragen werden, die eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten darstellt – für Krankenkassen, Krankenhäuser und letztendlich für die Patienten.“

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