Intelligente Assistenzsysteme

Big Data und die sechs Megatrends 2015

| Autor / Redakteur: Daniel Fallmann / Susanne Ehneß

3. Maßgeschneiderte Informationsverarbeitung

Jeder Mensch hat eine besondere Art, wie er sich am effektivsten Wissen aneignet, wie er mit diesem optimal umgeht und wie er es für alle gewinnbringend teilt. Ein System, das den individuellen Umgang mit Information unterstützt, braucht als ersten Schritt ein umfassendes Wissen über die Person: über seine Vorlieben, seine Erfahrung und sein bevorzugtes Verhalten in bestimmten Situationen.

Big-Data-Lösungen finden verstärkt Verwendung, wenn es darum geht, Nutzern einer kommerziellen Website oder Mitarbeitern in einem Unternehmen eine personalisierte Sicht der Dinge zu vermitteln. Das fängt beim Design der Benutzeroberfläche an und ist bei der Strukturierung der Inhalte noch längst nicht am Ende der Möglichkeiten. Jene Daten, die für diesen maßgeschneiderten Zugang notwendig sind, sammelt und analysiert die Big-Data-Lösung automatisch, und zwar auf Basis des Nutzerverhaltens.

Je öfter der Mensch auf das System zugreift, desto genauer entspricht die Informationsaufbereitung seinen Vorstellungen. Das Ergebnis dieses Prozesses ist, dass beispielsweise in einem Unternehmen zwar alle Mitarbeiter auf denselben Wissensschatz zugreifen, dies aber auf höchst unterschiedliche Weise tun können, was die Produktivität deutlich erhöht – und die Freude am Arbeitsplatz.

4. Selbstlernende Systeme

Big-Data-Systeme wie Enterprise-Search-Lösungen können etwa Versicherungsunternehmen helfen, mit der Flut an Korrespondenz – eMails oder Briefe, strukturierte oder unstrukturierte Daten – möglichst ökonomisch umzugehen. Um die Sache für die Bearbeiter zu erleichtern, extrahiert Enterprise Search aus der Eingangspost alle relevanten Informationen, wie Personen- und Ortsnamen, Kfz-Kennzeichen und Schadenstyp.

Auf Basis dieser Informationen lassen sich die Schadensmeldungen automatisch klassifizieren, womit die Bearbeitung deutlich beschleunigt wird. Werden Fehler manuell korrigiert, so erkennt das System die neue Zuordnung und wendet diese bei neuen Beispielen an. So gesehen sind Enterprise-Search-Lösungen – unter menschlicher Aufsicht – selbstlernend. Je länger sie im Einsatz sind, desto besser die Resultate. Ein Trend, der sich 2015 verstärken wird.

5. Datenflut im Griff

Das „Internet der Dinge“ ist ein Schlagwort, das derzeit durch alle Medien geistert. Gemeint sind Alltagsgegenstände, die man mit interaktiven Elementen wie Sensoren versorgt und sie in das weltumspannende Internet integriert. Die Auswirkungen der alle Lebensbereiche betreffenden Vernetzung lassen sich leicht ausmalen: Die Datenflut steigt ins Unermessliche. So sammelt ein einziges Flugzeug innerhalb von 30 Minuten rund zehn Terabyte an Daten. Bei weltweit etwa 25.000 Flügen pro Tag sind das 250 Petabytes. Dazu kommen unzählige Kühlschränke oder Schneekanonen, die in raschen Schritten zu Mitgliedern der Internet-Familie werden. Schätzungen zufolge werden im Jahr 2020 mindestens 25 Milliarden Dinge vernetzt sein.

Es gehört zu den grundlegenden Aufgaben von Big Data – der Name verrät es –, mit großen Datenmengen umzugehen. Das bedeutet, dass die eintreffenden Datenströme permanent analysiert und nach Kriterien gefiltert werden, die der Nutzer definiert hat. Am Ende dieses Prozesses stehen Informationen, die im Idealfall aus einem „Datensee“ konkrete Antworten formen. 2015 wird sich der Trend fortsetzen, dass die Analyse in Richtung Endgeräte wandert, also dass die Schneekanone der Zukunft bereits gefilterte Daten liefern wird.

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