Digitalisierung macht auch vor Behörden nicht halt

Big Data – nicht nur für Unternehmen ein Muss

| Autor / Redakteur: Sebastian Amtage / Susanne Ehneß

Behörden sollten Big Data nicht verteufeln, denn das darin liegende Potenzial ist zu groß, um es ungenutzt zu lassen
Behörden sollten Big Data nicht verteufeln, denn das darin liegende Potenzial ist zu groß, um es ungenutzt zu lassen (Bild: ryanking999 - Fotolia.com)

Im digitalen Zeitalter hinterlässt der Mensch seine Spuren – doch auch die fortschreitende Digitalisierung hinterlässt gesellschaftliche Spuren, vor allem in Form großer Mengen an unstrukturierten Daten. In der Big-Data-Diskussion ist das Bahnbrechende nicht, die Datenberge zu speichern, sondern die Möglichkeiten, daraus Mehrwert zu ziehen.

Big Data ist Realität und damit Aufgabe und Herausforderung zugleich – nicht nur für Unternehmen, sondern ebenso für Behörden und öffentliche Einrichtungen.

Denkt man an Big Data und öffentliche Einrichtungen, kommt vielen schnell die NSA und der damit verbundene Datenmissbrauch in den Sinn. Dabei darf Big Data nicht per se mit der missbräuchlichen Nutzung persönlicher Daten gleichgesetzt werden. Richtig und wichtig ist allerdings, dass den rechtlichen Rahmenbedingungen und vor allem deren Einhaltung eine Schlüsselrolle zukommt.

Denn gerade im öffentlichen Sektor sollte das Vertrauen der Bürger nicht enttäuscht oder gar verspielt werden. Das schlechte Image von Big Data beziehungsweise von der Datenauswertung darf Verantwortliche in öffentlichen Einrichtungen aber nicht dazu verleiten, Big Data generell zu verteufeln, denn das darin liegende Potenzial ist einfach zu groß, um es ungenutzt zu lassen.

Anwendungsbeispiele

Die großen Datenmengen können beispielsweise dazu verwendet werden, Lebensmittelketten effizienter zu kontrollieren oder Verkehr intelligent zu steuern – in diesem Fall wird vor allem auf nichtpersonenbezogene Daten zurückgegriffen.

Darüber hinaus eröffnen die sozialen Medien den Bürgern die Möglichkeit für mehr Mitsprache und den Behörden im Gegenzug die Chance, die Stimmung unter den Bürgern nahezu in Echtzeit erfassen zu können. So sind beispielsweise neue Online-Services denkbar, die Bürgern Behördengänge ersparen.

Daten strukturieren

Um einen Mehrwert aus Big Data zu ziehen, muss aus unstrukturierten Daten strukturiertes Wissen werden. Die große Herausforderung dabei besteht in der Datenqualität und Datenhaltung unter Berücksichtigung des Datenschutzgesetzes. Denn bevor sich die Möglichkeiten von Big-Data-Technologien in den öffentlichen Verwaltungen ausschöpfen lassen, sollte zunächst der Schritt zum kundenzentrischen „Unternehmen“ gegangen werden.

Das bedeutet: Geplante Services müssen dem Digitalzeitalter und damit den Erwartungen des Konsumenten entsprechen und dessen Herausforderungen – zu denen auch der Datenschutz zählt – gewachsen sein.

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