Modularer Aufbau

Beuth Hochschule tauscht Netzwerkkomponenten aus

| Redakteur: Ira Zahorsky

Die Beuth Hochschule Berlin hat in ihrem Rechenzentrum jetzt eine passive Infrastrukturlösung mit modularem Aufbau.
Die Beuth Hochschule Berlin hat in ihrem Rechenzentrum jetzt eine passive Infrastrukturlösung mit modularem Aufbau. (Bild: Ernst Fesseler)

Durch immer höhere Anforderungen an Technologie und Kapazität steigt die Anzahl der erforderlichen Netzwerkanschlüsse in Rechenzentren stetig an. Sehr hohe Packungsdichte und flexibel erweiterbare Verkabelung sind für Serververbindungen daher Grundvoraussetzung. So auch im Rechenzentrum der Beuth Hochschule für Technik Berlin, die mit mehr als 13.000 Studierenden zu den größten Fachhochschulen Deutschlands zählt.

Die im Herzen Berlins, im Stadtteil Wedding, ansässige Beuth Hochschule wartet mit dem größten ingenieurwissenschaftlichen Studienangebot in Berlin und Brandenburg auf. Sie wurde 1971 als Technische Fachhochschule Berlin (TFH) durch den Zusammenschluss mehrerer Ingenieurakademien gegründet und 2009 in Beuth Hochschule für Technik Berlin umbenannt – zu Ehren des „Vaters für Ingenieurausbildung“, Christian Peter Wilhelm Beuth. Mit ihrem Namen steht die staatliche Hochschule ganz in der Tradition der von Beuth begründeten praxisorientierten und gleichzeitig zukunftsweisenden Ausbildung qualifizierter Fachkräfte.

Heute studieren rund 13.000 angehende Techniker/innen, Ingenieur/innen und Wissenschaftler/innen aus dem In- und Ausland an der Berliner Hochschule. Hinzu kommen rund 500 Mitarbeiter/innen und 3.000 Professor/innen. Da die Ansprüche an eine ausfallsichere und zuverlässige IT-Infrastruktur in Zeiten der digitalen Transformation wachsen, war eine Restrukturierung des Rechenzentrums notwendig. Zu den grundlegenden Aufgaben des Projekts zählte die Installation passiver Netzwerkkomponenten im neuen Hauptserverraum.

Wichtigste Anforderung des IT-Projektteams der Hochschule an die neue passive Infrastrukturlösung war ein modularer Aufbau. Die IT-Mitarbeitenden sollten das System jederzeit selbst ein-, aus-, zurück- und umbauen können. Außerdem wünschten sie eine packungsdichte und platzsparende Lösung. „Durch eigene Recherche im Internet sind wir unter anderem auf das Dortmunder Unternehmen tde gestoßen“, berichtet Markus Wigge, IT-Systemengineer im Bereich Netzwerk des Hochschulrechenzentrums. tde erfüllte mit dem tML – tde Modular Link System die Voraussetzungen. Die werkseitig vorkonfektionierten und getesteten Systemkomponenten des tML im Rechenzentrum sollen eine sehr schnelle Installation per Plug-and-play sowohl von TP- als auch von LWL-Verkabelungen ermöglichen. Fertige hochpaarige beziehungsweise hochfaserige Trunkkabel werden einfach mit Verteilermodulen zusammengesteckt.

Das tML-System ist ein modular aufgebautes Verkabelungssystem mit den drei Kernkomponenten Modul, Trunkkabel und Modulträger. TP- und LWL-Module lassen sich zusammen in einem Modulträger mit sehr hoher Portdichte problemlos kombinieren. Bis zu 96x LWL-Duplex- oder 48x RJ45-Ports finden so auf 1HE Platz. Herz des Systems sind die rückseitigen MPO-Anschlusskabel und die miniaturisierten Kupfer-Trunks mit Terminationblock-Anschlusstechnik, über die mindestens sechs Ports mit 10GbE Performance auf einmal verbunden werden können.

Die tML-Verkabelungssysteme wurden schnell und einfach vor Ort installiert. Gemeinsam verlegten Mitarbeitende der Beuth Hochschule und der tde die Kabel und führten die Anschlüsse von den tML-Systemen zu den redundant ausgelegten Switches durch. „Bei der Entwicklung der tML-Systemplattform haben wir bewusst auf ein einfaches Handling geachtet. Unser Anliegen war, Netzwerktechnikern mit erfahrungsgemäß sehr wenig Zeit, eine schnelle und einfache Implementierung mit verkürzten Installationszeiten zu ermöglichen“, erläutert André Engel, Geschäftsführer der tde.

Die kompakte Bauweise soll im Vergleich zu herkömmlichen Verkabelungssystemen bei gleicher Performance nur ein Zwölftel des Raumes benötigen und dadurch wertvollen Platz im Rechenzentrum sparen. Das damit einhergehende geringere Kabelvolumen soll sich zum einen positiv auf das Gewicht der Verkabelung auswirken. Außerdem seien die Brandlasten niedriger als bei herkömmlichen Kabeln. Diese Miniaturisierung des Kupfer- und Glasfaser-Kabelvolumens reduziere schließlich die Kosten für die Kühlung. Kühlströme können besser fließen.

„Die Module lassen sich jederzeit einfach und leicht austauschen“, so Engel. Für künftiges Datenwachstum sei die Hochschule somit bestens gerüstet. Auch der Green-IT-Gedanke wird unterstützt, da Netzwerktechniker die einzelnen Systemkomponenten jederzeit austauschen und wiederverwenden können. Ein Faktor, der angesichts des Klimawandels und steigender Müllfluten zunehmend an Bedeutung gewinnt.

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