Monitoring im Rechenzentrum

Betriebs- und Ausfallsicherheit als Erfolgsfaktor

| Autor / Redakteur: Rolf Walter* / Susanne Ehneß

Die Ausfall- und Betriebssicherheit von Rechenzentren beruht auf zahlreichen Aspekten. Regel­mäßige detaillierte Testdurchläufe tragen dazu bei, die Verfügbarkeit zu verbessern
Die Ausfall- und Betriebssicherheit von Rechenzentren beruht auf zahlreichen Aspekten. Regel­mäßige detaillierte Testdurchläufe tragen dazu bei, die Verfügbarkeit zu verbessern (© Kadmy - stock.adobe.com)

Wegen Problemen mit der Kältetechnik des Rechenzentrums ­drohte vor einigen Jahren in der Leitzentrale der Berliner Polizei der Ausfall­ der Notrufnummer. Keine Konnektivität bedeutet: keine Services und unzufriedene Kunden bis unversorgte Bürger. Rolf Walter, ­Leiter des Teams Data Center Services bei TÜV Rheinland, erläutert den „Elchtest“ für Data Center.

Die Digitalisierung von Geschäftsprozessen schreitet rasant voran, auch und gerade in der Verwaltung. Im Internet der Dinge und in Zeiten fortschreitenden eGovernments ist die Verfügbarkeit von Servern und Rechenzentren einer der zentralen Erfolgsfaktoren für eine Kommune oder kommunale Körperschaft. Um die Betriebs­sicherheit und Ausfallsicherheit von Rechenzentren objektiv zu bewerten, haben die Experten von TÜV Rheinland einen eigenen Anforderungsstandard entwickelt.

Kriterien

Der Kriterienkatalog, der insbesondere auf der „Rechenzentrums-Norm“ DIN EN 50600 sowie auf eigenen Best-Practice-Erfahrungen und den wichtigsten internationalen Richtlinien und Standards basiert, umfasst eine Betrachtung zur physikalischen Infrastruktur, mit der sich die Sicherheit und Verfügbarkeit in fünf verschiedenen ­Kategorien analysieren lässt.

Zu den allgemeinen Grundlagen, die TÜV Rheinland näher analysiert, zählen Kundendaten, Verfügbarkeitsanforderungen, Gefährdungsanalyse (Risk Management) und das Sicherheitskonzept. Im Bereich Baukonstruktion sind ­unter anderem Umfeld und Standort, Gebäudekonstruktion sowie Ausbau und Layout und das IT-Flächen­design relevant. In der ­Kategorie Technik spielen Aspekte wie die Brandmelde- und Löschanlage sowie Zutrittssicherheit ­eine Rolle, außerdem die Gebäudeleittechnik, eine unterbrechungsfreie Stromversorgung, die Klimaversorgung sowie IT- und Netzverkabelung und Doppelboden.

Ebenfalls von Bedeutung sind Faktoren der allgemeinen Organisation. Gibt es zum Beispiel ein Betriebshandbuch, wie gestalten sich die Organisationsabläufe, wie sind Logistik und Transport geregelt, gibt es regelmäßige Abnahmen und Funktionstests? Wie werden Mitarbeiter eingewiesen?

In puncto Betrieb spielen unter anderem Fragen in Bezug auf Wartung und Service sowie Ausbildung, Schulung, Qualifikation und Notfallübungen eine wichtige Rolle.

Der Auditprozess ist auf den individuellen Schutzbedarf der Organisation abgestimmt. Das Team Data Center Services von TÜV Rheinland hat seit seinem Bestehen zahlreiche Unternehmen unterschiedlichster Branchen und Betreiber von Rechenzentren auditiert. Daneben haben die Experten auch bestehende Rechenzentren und Serverräume bereits auf Herz und Nieren geprüft.

Die spannendsten Anforderungen stellen in der Regel Integrationstests der Energie- Kälte- und Sicherheitstechnik dar. Mit diesen auch als „Elchtests für Rechenzentren“ bezeichneten Testabläufen wird die Technik von Rechenzentren auf Herz und Nieren geprüft.

Ergänzendes zum Thema
 
Analyse von Sicherheit und Verfügbarkeit der IT-Infrastruktur nach TÜV Rheinland

Ohne diese Tests kann der Betreiber nicht sicher sein, dass das ­Rechenzentrum an sich auch bei Störumschaltungen sicher funktioniert. Das aber fordern zahlreiche Normen. In vielen Projekten, die TÜV Rheinland als Data Center Service qualitätssichernd begleitet, sind Integrationstests eine Voraussetzung für eine finale Abnahme durch den Bauherrn.

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