Swiss eHealth Barometers 2015

Bereitschaft für eHealth steigt

| Autor / Redakteur: Stefan Metzger / Ira Zahorsky

Solche Social-Media-Plattformen geben Mitgliedern von globalen Forschungsteams die Möglichkeit, viel enger und vor allem in Echtzeit zusammenzuarbeiten. Sie bieten eine sichere Kommunikationsplattform für Ärzte, die an globalen klinischen Forschungsprojekten mitwirken oder Zugang zu aktuellen medizinischen Forschungsergebnissen suchen. Wenn Pharmaunternehmen aktuelle Patienteninformationen über Social-Media-Plattformen sammeln, sollten sie immer beachten, dass die Kommunikation je nach Typ, Freundeskreis und Form der Erkrankung variieren kann. So engagieren sich beispielsweise Brustkrebs-Patientinnen nachweislich 12-mal stärker als Diabetes-Patienten im Internet.

Narayana Health – ein Vorzeigeprojekt in Indien

Der Aufstieg des Internet der Dinge (IoT) und die größere Standardisierung der Kommunikationsprotokolle haben neue Plattformen geschaffen, auf denen Gesundheitsgeräte und Sensoren sowohl miteinander als auch mit anderen Maschinen, Objekten, Umgebungen und Infrastrukturen kommunizieren. In Indien hat Cognizant vor kurzem mit „Narayana Health“ die Software-Initiative „iCare“ im Gesundheitswesen initiiert. Im Rahmen des neuen Projekts werden alle Krankenhäuser und Ärzte mit Tablet-PCs ausgestattet, die den Zugang zu Patientendaten in Echtzeit vermitteln. Die neue Software ist sowohl für das Krankenhausmanagement als auch für das Patientenmanagement konzipiert. Mit Hilfe von Sensoren, die am Patienten fixiert sind, kann das Pflegepersonal die Vitalfunktionen aus der Ferne überwachen und im Notfall rechtzeitig Alarm schlagen.

Anhand der innovativen Sensor-Technologie gewinnen Ärzte neue Erkenntnisse, beispielsweise über pillenförmige Mikrokameras, die vom Patienten geschluckt werden. Auf ihrem Weg durch den Verdauungstrakt des Patienten, spielt die Kamera Tausende von Bildern ab, die einen Einblick in die Ursache einer Krankheit geb en können. Mit 17 Krankenhäusern, 6.000 Betten, mehr als 1.300 Vollzeit-Ärzten und Private Equity-Investitionen ähnelt die Narayana Health den zahlreichen Klinik-Ketten, die in Indien in den letzten zehn Jahren entstanden sind.

Der vernetzte Patient

Der vernetzte Patient beteiligt sich am Gesundheitsmanagement und an den Entscheidungen der Mediziner. So kann er durch die Kontrolle seiner eigenen Vitalzeichen stärker in die Behandlungspläne mit einbezogen werden. Umso engagierter der Patient, umso mehr lassen sich letztlich die Kosten im Gesundheitswesen reduzieren, kostspielige Wiederaufnahmen in Krankenhäuser und unnötige Medikationsfehler vermeiden.

Um den gesundheitlichen Fortschritt eines Patienten zu bewerten, werden in Zukunft in der Klinik Blutdruck- und Diabetes-Messgeräte, Fitnessarmbänder und Smartphones zum Einsatz kommen, die alle lebenswichtigen Gesundheitsinformationen einsammeln. Wenn die Patienten ihre Gesundheitsdaten freiwillig den Mitarbeitern im Gesundheitswesen zur Verfügung stellen, können die Datenmengen als Grundlage für weitere Diagnosen und eine bessere Kommunikation zwischen medizinischem Personal und Patienten als auch zum Fitness-Coaching dienen.

Die vernetzte Gesundheitsvorsorge

Ein wesentlicher Bestandteil einer wirksamen Prävention ist die Aufklärung von Patienten, gesündere Entscheidungen zu treffen und nach einer angemessenen Behandlung zu suchen. Innovative Technologien können helfen, das Patientenverhalten zu ändern und ihr Wohlbefinden längerfristig zu fördern. Was wir heute brauchen, ist aber ein wirklich einheitliches Konzept, wie der Gesundheitssektor all diese Technologien positiv nutzen kann.

Mit Fitnessarmbändern kann man beispielsweise die Motivation der Patienten erhöhen und positive Verhaltensänderungen von der Erstbehandlung bis zur Rehabilitation erzielen. Von der Patientenaufklärung über das eigentliche Behandlungsprogramm bis hin zu Vitalüberwachung, Diät und Fitness-Management eröffnen sie alle Möglichkeiten. Indem die Gesundheitsindikatoren in einer App wie Fitbit erhoben werden, werden die Patienten motiviert einen gesunden Lebensstil zu führen.

Um jedoch ein wirklich vernetztes Gesundheitswesen von morgen zu erreichen, liegt es an den Verantwortlichen im Gesundheitssektor sicherzustellen, dass die richtigen IT-Infrastrukturen vorhanden sind, um Social, Mobile und Analytics und Cloud-Lösungen (kurz: SMAC) zu unterstützen.

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