Suchen

EU-Forschungsprojekt „BioPass“ abgeschlossen Bekommt der nPA bald einen Nachfolger?

| Redakteur: Manfred Klein

Das größte Chipkarten-Forschungsprojekt der Europäischen Union wurde mit der Übergabe des Abschlussberichts an das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) beendet. Die Forschungsergebnisse des Projektes „BioPass“ sollen die technischen Weichen für künftige elektronische Ausweisdokumente in der EU stellen.

Firmen zum Thema

Wird künftig ein einheitlicher Pass EU-weites eGovernment ermöglichen
Wird künftig ein einheitlicher Pass EU-weites eGovernment ermöglichen
( Foto: G & D )

Das Projekt zielt auf die Entwicklung einer fortgeschrittenen, sicheren, interoperablen Smartcard-Plattform, mit dem sich alle denkbaren Anwendungsformen von eGovernment abbilden lassen – klassische Ausweisfunktionen ebenso wie eHealth- oder eCommerce-Anwendungen.

Der Chipkartenhersteller Giesecke & Devrient GmbH (G&D) sowie die beiden Chip-Hersteller Infineon Technologies AG und NXP Semiconductors Germany GmbH (NXP) waren drei von insgesamt elf Unternehmen aus sechs EU-Staaten, die seit Februar 2008 im Rahmen des BioPass-Projektes an der Entwicklung von hochsicheren Chipkartentechnologien forschten.

Die Forschungen umfassten die Weiterentwicklung der Sicherheits-Chips und ihrer Verschlüsselungstechnologien sowie des Karten-Betriebssystems und der Sicherheits-Software für die Internet-PC von Bürgern und Behörden.

Es konnte nachgewiesen werden, dass sich die Datenübertragungsrate zwischen Ausweisdokument und Lesegerät von bisher 848 kbit/s auf bis zu 6,8 Mbit/s steigern lässt und sich auf bis zu 12 Mbit/s erhöhen ließe.

Das von G&D entwickelte Chipkarten-Betriebssystem habe zudem gezeigt, dass die Nutzung künftiger elektronischer Ausweisdokumente im Internet ohne Installation zusätzlicher Software-Komponenten auf dem PC möglich ist.

In den 27 EU-Mitgliedsstaaten mit ihren etwa 500 Millionen Einwohnern sind derzeit etwa 380 Millionen Personalausweise im Umlauf. Die im Projekt BioPass entwickelten Technologien sollen helfen, zeit- und kostenaufwendige Papierkorrespondenz zwischen Bürger und Staat durch elektronische Kommunikation zu ersetzen und damit die Verwaltungsausgaben von Staaten und der EU zu senken.

Sie sollen außerdem dazu beitragen, die Sicherheit für künftige Ausweise und Reisepässe weiter zu erhöhen und gleichzeitig die Datenübertragung zwischen Ausweisdokument und Lesegerät zu beschleunigen sowie die Nutzung von elektronischen Diensten für den Bürger zu vereinfachen.

Mehrere europäische Staaten – Bulgarien, Frankreich, Rumänien, Polen, Ungarn, Griechenland, die Schweiz und Tschechien – wollen in den nächsten Jahren elektronische Personalausweise einführen, die internationalen Standards folgen, und könnten die im BioPass-Projekt entwickelten Technologien nutzen.

Artikelfiles und Artikellinks

Link: BioPass

(ID:2052517)