eGovernment Computing im Gespräch

Beirat spricht sich für eGovernment Day aus

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Grundsätzlich positiv

Jon Abele von BearingPoint bewertete das Programm in einem ersten Schritt so: „Auch wenn es sich bei diesem Regierungsprogramm um eine Mischung aus Altem und Neuem handelt, ist es doch erst einmal zu begrüßen, dass es ein solches Programm nun gibt. Das alte Regierungsprogramm ist ja bereits vor einem Jahr ausgelaufen, sodass es in der aktuellen Legislaturperiode eigentlich bislang noch kein entsprechendes Projekt gab. Dass dies nun geändert wurde, ist also erst einmal positiv zu bewerten. Auch deshalb, weil das Regierungsprogramm Ziele mit konkreten, zeitlichen Vorgaben verbindet.“

Obwohl dieser positiven Grundeinschätzung niemand widersprach, gab es auch Kritik. Vor allem der traditionelle Top-Down-Ansatz des Programms, der auf die Mitwirkung der Mitarbeiter bei der Formulierung des Programms weitgehend verzichtet, und Fragen zur Überprüfung der erzielten Ergebnisse zählten dazu.

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So verwies Willi Kaczorowski von Cisco Systems auf die positiven Erfahrungen der britischen Regierung mit Mitarbeiterbeteiligungen. Seinen Ausführungen zufolge konnte die britische Regierung bei einzelnen Projekten durch die Einbeziehung der Mitarbeiter bis zu 40 Prozent der Projektkosten in den einzelnen Ressorts einsparen.

Da das Regierungsprogramm „Vernetzte und transparente Verwaltung“ auf eine Modernisierung des Managements der Öffentlichen Verwaltung abziele, falle der Verzicht auf ein modernes Innovationsmanagement – bei dem sich die Mitarbeiter zum Beispiel via Internet an der Ausgestaltung solcher Programme beteiligen können – besonders auf.

Dazu Kaczorowski: „Die englische Verwaltung hat bei dem von mir angesprochenen Projekt die Beschäftigten aufgefordert, Vorschläge zu machen, wo und wie Einsparungen erzielt werden sollen und daraufhin Tausende von Rückmeldungen erhalten. Das zeigt, dass es ein Bedürfnis gibt, sich in solche Modernisierungsprozesse einzubringen.“

Kritisiert wurde auch die Überwachung des Umsetzungsprozesses. Obwohl Jon Abele schon auf den positiven Umstand hingewiesen hatte, dass das Programm Ziele mit konkreten, zeitlichen Vorgaben verbinde, erschien dies allein Mitgliedern des Redaktionsbeirates nicht ausreichend, den Erfolg des Programms zu garantieren.

Unter dem Motto „Papier ist geduldig“ verwies insbesondere Willi Kaczorowski auf folgenden Punkt: „Im Regierungsprogramm Vernetzte und transparente Verwaltung sind einige Dinge aufgeführt, die schon im Koalitionsvertrag genannt wurden. Neben einigen konkreten Punkten, die ich sehr begrüße, wird bei anderen – wie zum Beispiel der Zielsetzung einer flächendeckenden Aufgabenkritik der Bundesverwaltung – nicht erwähnt, wie das genau vonstatten gehen soll. Deswegen halte ich es vor vordringlich, dass in jedem Bundesressort ein konkreter Umsetzungsplan zu diesem Regierungsprogramm entstehen muss. In diesen Umsetzungsplänen müssen die Ziele des Regierungsprogramms mit konkreten Maßnahmen, Instrumenten, Ressourcen und Budgets hinterlegt werden, damit man am Ende auch messen kann, ob die konkreten Zielsetzungen erreicht wurden.“

Nur so könne am Ende entschieden werden, ob das Regierungsprogramm auch ein Erfolg gewesen sei. „Wie gesagt, Papier ist geduldig und wir wissen, dass viele andere Programme am Ende nur von untergeordneter Bedeutung waren, soweit es die Umsetzung anbelangt, weil sie nicht überprüft wurden.“

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