Ausweitung der Beratung

Behördennummer 115 als Wegweiser im Pflegefall

| Redakteur: Ira Zahorsky

In München, Karlsruhe und dem Landkreis Ludwigslust-Parchim gibt die Behördennummer 115 jetzt auch Auskunft zum Thema Pflege
In München, Karlsruhe und dem Landkreis Ludwigslust-Parchim gibt die Behördennummer 115 jetzt auch Auskunft zum Thema Pflege (Bild: Bundesministerium des Innern)

Die Behördennummer 115 unterstützt ab sofort auch Pflegebedürftige und pflegende Angehörige bei allen Fragen rund um das Thema Pflege. Zudem vermittelt sie qualifizierte Pflegeberater.

Wird jemand pflegebedürftig, kommen viele Fragen auf:

  • Wo erhalten Pflegebedürftige und pflegende Angehörige Informationen und Unterstützung?
  • Wann besteht beispielsweise ein Anspruch auf Pflegezeit oder Familienpflegezeit?
  • Welche Pflegegrade und welche Leistungen der Pflegeversicherung und Hilfe zur Pflege gibt es?

Antworten darauf finden Betroffene jetzt auch unter der Behördennummer 115. Sie finden dort nicht nur Hilfe zu den Themen:

  • Pflegegeld,
  • Sach- und Kombileistungen der Pflegeversicherung,
  • Pflegehilfsmittel,
  • wohnumfeldverbessernde Maßnahmen und Förderung des altersgerechten Wohnens,
  • Pflegeunterstützungsgeld der Pflegeversicherung bei Arbeitsbefreiung in einer akuten Pflegesituation,
  • zinslose Darlehen bei Freistellung,
  • Reduzierung der Arbeit zur Pflege eines nahen Angehörigen sowie zu
  • Leistungen der Hilfe zur Pflege,

sondern auch zum Thema „Anspruch auf Pflegeberatung“. So haben grundsätzlich alle Versicherte, die Leistungen der Pflegeversicherung erhalten oder einen entsprechenden Antrag gestellt haben, gegenüber der Pflegekasse oder dem privaten Versicherungsunternehmen, das für sie die private Pflegepflichtversicherung durchführt, einen gesetzlichen Anspruch auf Pflegeberatung. Gleiches gilt für pflegende Angehörige und weitere Personen, zum Beispiel ehrenamtliche Pflegepersonen. Voraussetzung hierfür ist die Zustimmung des Pflegebedürftigen.

An der Aktion Pflege beteiligen sich zunächst die Landeshauptstadt München, der Landkreis Ludwigslust-Parchim und die Stadt Karlsruhe. Weitere Informationen gibt es unter www.bundesgesundheitsministerium.de/pflege.

Stimmen zur Service-Erweiterung der 115

Ingrid Fischbach, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Gesundheit: „Wir haben in den letzten Jahren viel für die Pflege bewegt. Fünf Milliarden Euro zusätzlich pro Jahr bedeuten spürbar mehr Leistungen und Unterstützung für die pflegebedürftigen Menschen und ihre Angehörigen. Jetzt ist es wichtig, dass diese Hilfe aber dort ankommt, wo sie gebraucht wird. Deshalb haben wir die Pflegeberatung deutlich ausgeweitet und die Zusammenarbeit der Verantwortlichen in den Kommunen gestärkt. Auch pflegende Angehörige haben nun einen eigenständigen Anspruch auf Beratung. Das neue Angebot der 115 ist hier ein weiterer hilfreicher Baustein, um Antworten auf Fragen rund um die Pflege direkt am Telefon zu erhalten.“

„Gute Pflege verdient höchsten Respekt. Das weiß jeder, der schon einmal auf die Unterstützung anderer angewiesen war, ob als Betroffener oder als Angehöriger. Es ist wichtig und gut, dass Fragen zur Pflege auch bei der 115 beantwortet werden“, so Gabriele Lösekrug-Möller, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

Dr. Ole Schröder, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister des Innern, macht deutlich: „Die einheitliche Behördennummer 115 steht beispielhaft für eine partnerschaftliche ebenenübergreifende Zusammenarbeit und eine intelligente Vernetzung von Kommunen, Ländern und Bund – praktisch gelebter Bürgerservice. Die 115 erweitert ihr Angebot für Pflegebedürftige und pflegende Angehörige und ist für sie eine echte Hilfe bei zahlreichen Verwaltungsanliegen. Sie können ihre Fragen unkompliziert telefonisch klären, unabhängig von Zuständigkeiten oder Öffnungszeiten in den Ämtern.“

Ergänzendes zum Thema
 
Über die 115

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