Der Blick in den Abgrund

Behörden unter Sparzwang – wie kann eGovernment helfen?

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„Der zunehmende Zwang zum Sparen birgt große Gefahren. Gerade kleinere Kommunen im ländlichen Bereich sollten sich die negativen Imagefolgen von Einsparungen bei Schulbussen oder geringerer Beleuchtung bewusst machen“, sagt Peter Krolle von Steria Mummert Consulting.

Die Finanzsituation wird für viele Verwaltungen schwierig bleiben, auch wenn derzeit die Steuerquellen sprudeln. Bund, Länder und Kommunen sind mit über zwei Billionen Euro verschuldet.

Hohe Brisanz gewinnen Haushaltsprobleme durch die Schuldenbremse, die seit 2009 im Grundgesetz verankert ist. Zwei Drittel der befragten Entscheider nennen diese als große Hürde für die kommenden Jahre. Der Anfang Juli 2013 vom Bundesrat verabschiedete Fiskalpakt verschärft die Regeln der Schuldenbremse.

Kostensenkung und Haushaltskonsolidierung stehen laut der Studie bei 78 Prozent der deutschen Verwaltungen noch in diesem Jahr auf dem Plan.

„Unter diesen Rahmenbedingungen sollten Verwaltungen auf langfristige Effizienz und Effektivität setzen. Diese lässt sich beispielsweise mit Auslagerungen in Shared-Service-Centern, Prozessautomatisierung und -standardisierung und durch Aufgabenabbau erreichen“, so Peter Krolle.

„Die Rasenmähermethode dagegen demotiviert die Mitarbeiter und schadet dem Ansehen der Öffentlichen Verwaltung.“

Die Studie „Branchenkompass 2013 Public Services“ stellt die aktuellen Herausforderungen und die bis 2016 geplanten Maßnahmen der öffentlichen Verwaltung vor. Im Mai und Juni 2013 befragte Forsa für Steria Mummert Consulting 100 Entscheider aus 100 deutschen Bundes-, Landes- und Kommunalverwaltungen.

Themen der Interviews waren eGovernment, Effizienzmaßnahmen, Kooperationen, Bürgerbeteiligung, das Berichtswesen und Business Intelligence. Die Interviews wurden mit der Methode des Computer Assisted Telephone Interview (CATI) durchgeführt

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