Speyer-Studie zur Datensicherheit Öffentlicher Verwaltungen

Beamte als Risikofaktor

| Autor / Redakteur: Manfred Klein / Susanne Ehneß

Ressourcenmangel verschärft Gefährdung

Schließlich habe sich auch gezeigt, dass eine große Mehrheit der Öffentlichen Verwaltungen einen Mangel an ausreichender Ressourcenunterstützung im Bereich Datensicherheit durch ihre übergeordneten Behörden wahrnimmt, was auch hier einen entsprechenden Verbesserungsbedarf impliziere.

Insgesamt könne konstatiert werden, dass auf Basis der Einschätzung der IT-Experten der Öffentlichen Verwaltung in weiten Teilen eine beunruhigende Datensicherheits- und Datenschutzlage gegen Cyberangriffe in der Öffentlichen Verwaltung in Deutschland vorliege.

Die dargestellten Ergebnisse dieser Studie könnten daher Entscheidern in der Öffentlichen Verwaltung als wichtige Orientierungshilfe dienen, um zukünftig den vielfältigen Herausforderungen der Datensicherheit gerecht zu werden und Cyberangriffe erfolgreich abzuwehren, so das Resümee der Autoren.

Kernaussagen im Überblick

  • Für fast 90 Prozent der IT-Experten der Öffentlichen Verwaltung ist die Datensicherheitsbedrohung in der öffentlichen Verwaltung ein sehr relevantes Thema.
  • Über 90 Prozent der IT-Experten der öffentlichen Verwaltung sehen eine potenzielle Gefährdung der Datensicherheit in der Öffentlichen Verwaltung.
  • Alle Ebenen der Öffentlichen Verwaltung werden als potenziell gefährdet eingestuft: Fast 60 Prozent der IT-Experten der Öffentlichen Verwaltung sehen ein hohes bis sehr hohes Gefährdungspotenzial auf kommunaler Ebene, etwa 85 Prozent nehmen ein solches auf der Länder­ebene wahr und 95 Prozent bewerten die Bundesebene als potenziell hoch bis sehr hoch gefährdet.
  • Etwa 60 Prozent der IT-Experten der Öffentlichen Verwaltung sehen in alltäglichen Tätigkeiten im Internet ein hohes bis sehr hohes Gefahrenpotenzial
  • Über 40 Prozent der IT-Experten der Öffentlichen Verwaltung haben große oder sehr große Angst vor einem Datendiebstahl.
  • Über die Hälfte der IT-Experten der Öffentlichen Verwaltung beurteilt, dass die Behördenleitung oder die übergeordnete Behörde einen Mangel an sehr hohem Risikobewusstsein im Hinblick auf die Datensicherheit aufweist.
  • Das Datenschutzniveau der Kommunen weist hohe Gefahrenpotenziale auf: Nur 7 Prozent der IT-Experten der Öffentlichen Verwaltung halten kleinere Kommunen für geschützt beziehunsgweise umfassend geschützt, bei mittleren Kommunen halten nur 15 und bei großen Kommunen nur 49 Prozent der IT-Experten der öffentlichen Verwaltung diese für geschützt beziehungsweise umfassend geschützt.
  • Grundlegende Maßnahmen zum Datenschutz werden in der Öffentlichen Verwaltung sehr unterschiedlich umgesetzt. So sind etwa Mitarbeiterschulungen zum Thema Datenschutz und Datensicherheit nur bei 40 Prozent der befragten öffentlichen Verwaltungen vorhanden oder vollständig vorhanden. Auch nur bei knapp 50 Prozent sind elektronische ID-Zugangskontrollen zur IT-Abteilung vorhanden oder vollständig vorhanden – physische Zugangskontrollen liegen nur bei 60 Prozent vor.
  • Fortgeschrittene Schutzvorkehrungen sind in Öffentlichen Verwaltungen eher selten implementiert und stellen somit Ansatzpunkte zur Verbesserung des Datenschutzes dar. So sind beispielsweise Standalone-Netzwerke lediglich in 15 Prozent der Fälle oder client- und serverseitige Datenverschlüsselung bei etwa einem Viertel (bei Server zu 23 Prozent und bei Client zu 29 Prozent) vorhanden bis vollständig vorhanden.
  • Ein schwach ausgeprägtes Notfallmanagement bei knapp einem Drittel (29 Prozent) der ­Öffentlichen Verwaltungen impliziert ebenso einen großen Nachholbedarf in diesem Bereich.
  • Mehr als drei Viertel (77 Prozent) der IT-Experten der Öffentlichen Verwaltung sehen einen Mangel an Ressourcenunterstützung im Bereich Datensicherheit durch ihre übergeordnete Behörde.

Inhalt des Artikels:

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Bis auf die Überschrift taucht im Text nicht einmal das Beamter auf. Was soll diese reißerische...  lesen
posted am 13.05.2016 um 07:26 von Unregistriert

Ich liebe solche Überschriften und im Text wird es dann nicht mehr näher erklärt: Warum Beamte und...  lesen
posted am 09.05.2016 um 10:06 von Unregistriert


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