Bayerns neuer CIO & Finanzminister Albert Füracker im Interview

Bayerns Kommunen dürfen auf Hilfen hoffen

| Autor: Manfred Klein

Bayerns neuer CIO, Staatsminister Albert Füracker, will die Erfahrungen des Freistaats auch bei einem Digitalisierungs­programm II des IT-Planungsrates einbringen
Bayerns neuer CIO, Staatsminister Albert Füracker, will die Erfahrungen des Freistaats auch bei einem Digitalisierungs­programm II des IT-Planungsrates einbringen (© Finanzministerium Bayern)

Bayerns neuer Staatsminister der Finanzen, der Landesentwicklung und Heimat, Albert Füracker, hat nun auch die Funktion des ­Landes-CIOs übernommen. Verbindet er mit dieser Rolle eigene Vorstellungen? eGovernment Computing hat nachgefragt.

Vor allem zwei Themen treiben die Bayern: Zum einen der Bereich IT-Sicherheit und zum anderen der Bereich der Authentifizierungslösungen.

Herr Füracker, Sie haben mit der Ernennung zum Finanzminister auch die Funktion des bayerischen CIOs übernommen. Welche Projekte und Maßnahmen werden Sie fortsetzen, und wo werden Sie eigene Vorgaben setzen?

Füracker: Im Bereich eGovernment haben wir in Bayern in vielen Jahren schon viel vorangebracht. Dennoch müssen wir der digitalen Entwicklung der Verwaltung noch mehr Schwung verleihen. Ein überzeugender Ansatz, einheitliche Standards und entsprechende Offenheit, um alle Player zu integrieren, sind dafür erforderlich. Bayern ist hier mit einer ganzheitlichen eGovernment-­Strategie und der Entwicklung des BayernPortals und des Service­kontos einen großen Schritt weitergekommen.

Das BayernPortal als digitaler Lotse durch Bayerns Verwaltung und zentraler Zugang zu Informationen und Onlinediensten von Staat und Kommunen hat seit seinem Start im November 2015 eine hohe Akzeptanz bei Kommunen und Nutzern erreicht. Rund 1.700 Kommunen nutzen das BayernPortal und die eGovernment-Basisdienste – damit hat sich die Zahl der Teilnehmer seit Start des Portals verfünffacht!

Welche weiteren Maßnahmen sieht die aktuelle eGovernment-Strategie des Freistaats vor?

Füracker: Digitalisierung der Verwaltung ist wichtig: Einen ersten Schritt haben wir mit dem BayernPortal erreicht. Mit dem BayernPortal und der BayernID wird eGovernment sowohl für Kunden wie auch für Anbieter möglichst einfach ausgestaltet. Praxisorientierte, niedrige Zugangsschwellen bei der Nutzung sowie leichte Integrationsmöglichkeiten und einfache Erstellung neuer Angebote – für einfache Dienste – fördern die Akzeptanz.

Wir bauen unsere Dienste weiter aus – noch einfacher, noch benutzerfreundlicher, noch sicherer. Dazu werden wir an mehreren Punkten weitere Verbesserungen und Erweiterungen vornehmen: Gemeinsam mit dem Bund und den Kommunen wollen wir ein einheitliches, für die Nutzer leicht handhabbares und sicheres Zugangsverfahren etablieren. Deshalb wird das von der Steuerverwaltung erprobte Verfahren – das sogenannte Authega-Verfahren – mit PIN und einem auf dem Computer einfach zu installierenden Software-Zertifikat einheitlich für alle Anwendungen der Digitalen Verwaltung geöffnet.

Apropos: Der Koalitionsvertrag der GroKo sieht unter anderem eine Stärkung des elektronischen Personalausweises vor. Bayern hingegen plant in seiner Strategie „Verwaltung der Zukunft“ unter dem Motto „PIN statt Pass“ ein eigenes elek­tronisches Zugangsverfahren. Wie passt das zusammen?

Füracker: Diese Frage stellt sich nicht. Der Einsatz des Personalausweises ist auch im Bayerischen Servicekonto möglich und wird auch überall genutzt, wo es gesetzlich vorgeschrieben ist. Dennoch sehen wir an den Nutzerzahlen, dass er bis jetzt noch keine Breitenwirkung entfacht hat.

Mit der Integration der aus ELSTER bekannten Authega-Zertifikatslösung wird den Nutzern der BayernID eine einfache und auf allen Endgeräten funktionierende Option angeboten, die in Bayern schriftformersetzend genutzt werden kann. Die Vorteile dieser Lösung liegen auf der Hand:

  • Sicherheit: Viele Verwaltungsverfahren müssen sicherstellen, dass der antragstellende Nutzer auch der ist, für den er sich ausgibt.
  • Datenschutz: Gewährleistung, dass auch nur der Nutzer selbst Zugriff auf seine personenbezogenen Daten erlangt.
  • Breitenwirkung: Das neue Zugangsverfahren bietet zugleich eine praxistaugliche Lösung, um die gesetzliche Schriftform zu ersetzen: Künftig besteht die Möglichkeit, viele interne und externe Verwaltungsprozesse formwahrend vollständig elektronisch durchzuführen, so als wären sie von Hand unterschrieben.

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