Mit KONSENS auf Expansionskurs

Bayern will Dataport in Sachsen-Anhalt Paroli bieten

| Redakteur: Manfred Klein

Der Verteilungskampf der Rechenzentren hat begonnen
Der Verteilungskampf der Rechenzentren hat begonnen (Foto: shock---Fotolia.com)

Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft. Nachdem bekannt geworden ist, dass Sachsen-Anhalt eine Kooperation mit Dataport prüft, meldet sich nun ein weiterer Kandidat, der mit den Kollegen in Magdeburg zusammenarbeiten möchte – der Freistaat Bayern will Sachsen-Anhalt ebenfalls ein Angebot vorlegen.

Mitte Juni soll eine Delegation aus dem Münchner Finanzministerium nach Magdeburg reisen, um den dortigen Kollegen ein entsprechendes Angebot zu unterbreiten. Dazu heißt es aus Kreisen des bayerischen Finanzministeriums: „Mit unseren beiden Rechenzentren können wir alle anfallenden Aufgaben übernehmen und ein Angebot unterbreiten, das mit Dataport konkurrieren kann.“

Den Grund für die Suche nach Kooperationspartner hatte der CIO von Sachsen-Anhalt, Jörg Felgner, für eGovernment Computing so formuliert: „Hintergrund sind zum einen die demografische Entwicklung im Öffentlichen Dienst und zum anderen die mittel- und langfristigen Bemühungen zur Konsolidierung des Landeshaushalts, verbunden mit einer kostenbewussten Erledigung der IKT-Aufgaben.“

Und: „Für eine effektive Aufgabenerledigung mit dem Ziel der Schaffung wirtschaftlicher Synergien ist perspektivisch betrachtet eine Zusammenarbeit mit anderen Bundesländern und deren Rechenzentren ein aus meiner Sicht unumgänglicher Prozess.“

Und, so Felgner damals, es werde künftig weniger staatliche Rechenzentren geben. Bereits heute sei erkennbar, dass viele Länder mit ihren landeseigenen Rechenzentren die Aufgaben mittel- bis langfristig nicht mehr oder nur schwer allein bewältigen können.

Offenbar ist eine solche Entwicklung bereits in vollem Gange.

Kann man sich in München doch auch eine Kooperationen mit weiteren Bundesländern vorstellen. Vor allem eine Zusammenarbeit mit anderen süddeutschen Ländern hält man für sinnvoll.

Und wie Dataport setzen auch die Bayern als Türöffner zunächst auf eine IT-technische Zusammenarbeit im Bereich des Steuerwesens.

KONSENS, die koordinierte neue Softwareentwicklung der Steuerverwaltung, ein Projekt zur Vereinheitlichung der Verwaltungssoftware der deutschen Finanzämter, soll hier den Durchbruch bringen und anderen Ländern weitergehende IT-Kooperationen schmackhaft machen.

Liegt doch die Entwicklung von KONSENS unter anderem federführend in den Händen der Bayern. Stieße der Vorschlag auf Gegenliebe, wäre damit vielleicht auch der Grundstein für eine weitergehende Zusammenarbeit der KONSENS-Länder Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Baden-Württemberg und Hessen gelegt.

Und das Gegengewicht zu Dataport, über das schon auf der CeBIT gemunkelt worden war, wäre ein Stückchen realistischer geworden.

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