Kontaktnachverfolgung Bayern und Sachsen-Anhalt entscheiden sich gegen die Luca-App

Von Susanne Ehneß

Bayern und Sachsen-Anhalt werden ihre Verträge mit dem Anbieter der Luca-App nicht verlängern.

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Die Luca-App soll Restaurantbesitzern und Veranstaltern helfen, die Erfassung der Kontakte der Besucher ohne Zettelwirtschaft zu erledigen
Die Luca-App soll Restaurantbesitzern und Veranstaltern helfen, die Erfassung der Kontakte der Besucher ohne Zettelwirtschaft zu erledigen
(© Wirestock – stock.adobe.com)

Bayern wird im Kampf gegen die Corona-Pandemie künftig auf eine anonymisierte Kontaktverfolgung und die Weiterentwicklung der Corona-Warn-App des Bundes setzen. Dies gaben das Bayerische Digitalministerium und das Bayerische Gesundheitsministerium bekannt.

Grund sei die rasante Ausbreitung der Omikron-Variante, die eine individualisierte Nachverfolgung von Kontaktpersonen durch die Gesundheitsämter deutlich erschwere, eine Kontaktdatenerfassung durch die Luca-App sei daher nicht mehr angezeigt. Der Freistaat werde deshalb keine erneute Ausschreibung für eine App zur Kontaktdatenerfassung durchführen und den bestehenden Vertrag mit der Culture4Life GmbH zum 5. April 2022 auslaufen lassen. Bayern hatte zum 6. April 2021 eine Lizenz über zwölf Monate für die landesweite Nutzung der App erworben.

„Die Corona-Warn-App stärkt die in der aktuellen Omikronwelle mit hohen Infektionsraten besonders wichtige Eigenverantwortung jedes Einzelnen, denn sie versetzt die Nutzer in die Lage, sich unverzüglich selbst wirksam zu schützen und andere zu warnen. Ich habe bereits Bundesgesundheitsminister Lauterbach kontaktiert und gebeten, die App für diese neue Rolle fit zu machen und mehr Details zum infektionsrelevanten Kontakt zur besseren individuellen Einordnung zur Verfügung zu stellen“, erläutert Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek.

Auch Sachsen-Anhalt setzt künftig nicht mehr auf die Luca-App. Wie die Landesregierung bekannt gab, werde man den Vertrag zum 31. März 2022 auslaufen lassen. „Hintergrund der Kündigung ist, dass das System von den Gesundheitsämtern kaum genutzt wurde“, heißt es zur Begründung. Die App habe damit einen eher geringen Mehrwert zur Kontaktnachverfolgung gebracht.

„Sollten einzelne Landkreise und kreisfreien Städte weiterhin an der Nutzung der Luca-App interessiert sein, können diese eigene Verträge mit dem Anbieter schließen“, betont die Staatskanzlei. Für die Nutzung der Luca-App seien in Sachsen-Anhalt Kosten von knapp einer Million Euro entstanden.

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