Interview mit Finanzminister Markus Söder

„Bayern soll Leitregion des digitalen Aufbruchs werden“

| Redakteur: Manfred Klein

Dr. Markus Söder, Bayerns neuer CIO
Dr. Markus Söder, Bayerns neuer CIO (Foto: Bayerisches Finanzministerium)

Bayerns Finanzminister Dr. Markus Söder ist der neue CIO des Freistaats. Als Kronprinz von Ministerpräsident Seehofer steht Söder auch in dieser Funktion unter Beobachtung. Ist er doch bislang nicht als eGovernment-Macher aufgefallen. Doch mit der neuen Breitband-Initiative ist Söder bereits ein erster Coup gelungen.

Und dabei soll es nicht bleiben. Söder will den Freistaat zur Leitregion des digitalen Aufbruchs machen. Dazu bringt Söder nicht nur unkonventionelle Ideen – wie die Online-Wahl – ins Gespräch, er will das Thema auch im Bund und in Europa stärker vorantreiben. eGovernment Computing sprach mit Markus Söder über seine Pläne.

Herr Söder, Sie haben sich kürzlich für die Einführung der elektronischen Briefwahl ausgesprochen. Welche weiteren Ziele haben Sie sich in ihrer Funktion als Landes-CIO für die laufende Legislaturperiode gesetzt?

Söder: Digitalisierung ist das Top-Thema in Bayern. Dazu gehören der Breitbandausbau, die Datensicherheit und der Ausbau von eGovernment. Die Digitalisierungskompetenz in Bayern ist im Finanzministerium gebündelt. Wir sind deshalb zentraler Ansprechpartner für den Bund in IT-Fragen.

Wir wollen Bayern zur Leitregion des digitalen Aufbruchs machen und die Digitalisierung Bayerns koordiniert vorantreiben. Wir wollen bis 2018 ganz Bayern mit einem flächendeckenden Hochgeschwindigkeitsnetz erschließen.

Damit strukturschwache Regionen nicht auf dem digitalen Abstellgleis landen, bedarf es einer raschen, effektiven und technologieoffenen Förderung von Investitionen in moderne und zukunftssichere Hochgeschwindigkeitsnetze. Für mich sieht so die kommunikative Daseinsvorsorge für die Bevölkerung ganz Bayerns in der Informationsgesellschaft aus!

Wie können Bürgerinnen und Bürger profitieren?

Söder: Alle Bürgerinnen und Bürger sollen von zu Hause oder von unterwegs jederzeit auf benötigte Dienstleistungen zugreifen können. Das Projekt werde ich gemeinsam mit den kommunalen Spitzen­verbänden umsetzen. Dazu soll auch der eGovernment-Pakt mit den Kommunen auf neue Füße gestellt werden. Schnelles Internet und hohe Datensicherheit sind eine Voraussetzung für funktionierendes und effizientes eGovernment, gerade auch im ländlichen Raum. Mit der Serviceplattform Digitales Bayern wird der digitale Service in der Verwaltung massiv ausgebaut.

Und die Schulen?

Söder: 1.8 Millionen Schüler und 140.000 Lehrer in den 5.800 Schulen Bayerns bekommen bis Ende 2018 mit dem Digitalen Bildungsnetz Bayern eine moderne, hochverfügbare und sichere IT-Infrastruktur.

So werden unsere Schüler optimal auf die Herausforderungen einer mobilen Gesellschaft und auf die moderne Arbeitswelt vorbereitet.

Wie steht es mit der Sicherheit der Daten?

Söder: Für Datensicherheit sorgt der neue hochsichere und effiziente Bayern-Server. Für dessen Betrieb ist ebenfalls das Finanzministerium zuständig. IT-Spezialisten wehren täglich mehr als 40.000 Angriffe auf die IT-Systeme des Freistaats ab. Neue Sicherheitsmaßnahmen, wie Profiling (Entschlüsselung von Angriffsmustern) und noch schnelleres Aufspüren erfolgreicher Angriffe (Intrusion Detection) werden den Bayern-Server künftig noch sicherer machen. Wir werden unsere IT-Sicherheitsstrategie weiterentwickeln. Ziel muss sein, in der IT-Sicherheit immer einen Schritt voraus zu sein.

Unser IT-Dienstleistungszentrum versorgt rund 135.000 staatliche IT-Arbeitsplätze in allen Ressorts mit sicherer IT und betreut rund 2.500 IT-Fachverfahren.

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posted am 29.01.2014 um 07:41 von Unregistriert


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