Aktives Altern und Netzwerktechnologie

Bausteine für eine Demografiestrategie

16.12.2007 | Autor / Redakteur: Willi Kaczorowski / Manfred Klein

Willi Kaczorowski
Willi Kaczorowski

Es ist es nicht zu länger zu leugnen: Der demografische Wandel wird unsere Gesellschaft verändern. Nach neuesten Angaben des Statistischen Bundesamtes nimmt die Bevölkerungszahl weiter ab. Zudem wird es nicht nur weniger Kinder, sondern noch mehr ältere Menschen geben. Bis zum Jahr 2030 wird jeder dritte Bundesbürger älter als 60 Jahre alt sein. Darüber hinaus ist seine Lebenswartung gestiegen ist. Bei 60-jährigen Männern liegt die Lebenserwartung bei weiteren 20,6 Jahren, bei Frauen sogar bei weiteren 24,3 Jahren. Mit steigendem Lebensalter wächst jedoch auch die Gefahr, pflegebedürftig zu werden.

Die EU-Kommission erarbeitete im Rahmen der i2010-Initiative drei Hauptziele, die eine aktive Politik für die alternde Gesellschaft verfolgen sollte: selbstbestimmtes Altern im häuslichen Umfeld, selbstbestimmtes Altern im Arbeitsleben und ein selbstbestimmtes Altern im sozialen Umfeld.

Das neue EU-Aktionsprogramm gelangt zur Schlussfolgerung, dass ein wesentlicher Lösungsbeitrag für diese Ziele durch Informations- und Kommunikationstechnologie erreicht werden kann. Insbesondere das Netzwerk stellt die Plattform dar, die für die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen der alternden Gesellschaft einen Lösungsbeitrag bringen kann.

Eine erfolgreiche Strategie zur Umsetzung der Ziele muss jedoch ganzheitlich angelegt sein und aus mindestens sechs Bausteinen bestehen. Dazu gehören:

Serviceorientierte Verwaltung

Der demografische Wandel trifft die Öffentliche Verwaltung gleich mehrfach. Zum einen wird sie sich dem Wettbewerb um die knappen besten Arbeitskräfte stellen müssen. Dies dürfte ihre interne Arbeitsweise vor erhebliche Herausforderungen stellen, weil die nachwachsende Generation dann mit dem Internet groß geworden ist und völlig andere Arbeitsformen erwartet. Zum anderen wird aber auch die Serviceorientierung auf eine andere Grundlage gestellt. Wenn die Gesellschaft aufgrund zunehmender Überalterung immer immobiler wird, muss die Verwaltung mobiler werden. Im Ausland längst erprobte Konzepte wie der mobile Verwaltungsberater, der seine Kunden zu Hause aufsucht, werden entwickelt werden müssen. Eine Netzwerktechnologie, die diesen mobilen Verwaltungsberater sicher und zuverlässig mit seinen Behördennetzen verbindet, wird unerlässlich sein. Schließlich ist die alternde Gesellschaft auch ein weiteres Argument für den Aufbau des Bürgerservice 115. Gerade ältere Menschen sind noch immer auf das Telefon als wichtigsten Zugangskanal zu Verwaltungsservices angewiesen.

Vorsorgende Sozial- und Gesundheitspolitik

Ältere Menschen bevorzugen die Geborgenheit ihrer eigenen vier Wände gegenüber der Unterbringung in Alters- oder Pflegeheimen. Deshalb muss eine vorsorgende Sozial- und Gesundheitspolitik darauf ausgerichtet sein, ein selbstbestimmtes und unabhängiges Leben in der häuslichen Umgebung zu ermöglichen. Dies wird zu erheblichen Einsparungen in den Gesundheitsausgaben führen, weil ein Pflegeplatz fünfmal so teuer ist wie eine ambulante Versorgung. Damit nimmt aber der Bedarf an Monitoring-Technologien erheblich zu. Ebenso werden künftig verstärkt mobile Diagnoselösungen gefragt sein. Cisco hat mit HealthPresence eine mobile Lösung entwickelt, die vor allem in ländlichen Regionen zum Einsatz kommen könnte. Darüber hinaus bedarf es eines umfassenden Konzeptes zur Unterstützung der Pflegekräfte durch Informations- und Kommunikationstechnik. Ein Blick auf die britische „Map of Medicine“ zeichnet hier bereits die Richtung künftiger Entwicklungen vor.

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